GELD-Magazin, Nr. 2/2026

Außergewöhnliche Renditen: Alle Siegerfonds ab Seite 56. Österreichische Post AG | MZ 03Z035262 M | 4profit Verlag GmbH, Rotenturmstraße 19/1/29 B, 1010 Wien | Ausgabe Nr. 2/2026 | 6,90 Euro Finanzpolitik + Volkswirtschaft + Länder- und Branchenanalysen + Banking + Investmentfonds + Aktien + Immobilien + Rohstoffe + Blockchain + Alternative Investments + Versicherungen DAS MAGAZIN FÜR WIRTSCHAFT, POLITIK & INVESTMENTPRODUKTE Midterm-Wahlen Im November wird Donald Trump die Rechnung präsentiert. Was das Comeback der Demokraten für die Märkte bedeutet. Investments in Asien China & Co stehen für Wachstum und Prosperität. Wie man mit geeigneten Fonds an diesem Aufschwung mitverdienen kann. Vermögensverwaltung Flexible Gemischte Fonds passen laufend die Asset Allocation an. Damit erzielen Sie als Anleger hohe risikoadjustierte Renditen. Austro-Aktien mit guten Chancen WIENER BÖRSE Es winken hohe Dividenden und satte Kursgewinne. Alle Fakten im AKTIEN-SPECIAL ab Seite 34.

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Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 3 Donald Trump geht es zunehmend an den Kragen. Seine Zustimmungswerte in der Bevölkerung fallen in den Keller. Spätestens im November wird er bei den Midterm-Wahlen die Rechnung präsentiert bekommen und den Rest seiner Präsidentschaft voraussichtlich als „Lame Duck“ fristen, wenn ihm nicht sogar ein Amtsenthebungsverfahren droht (s. Artikel auf Seite 8). Aber trotz aller Schäden, die Trump mit seiner gelinde gesagt „unkonventionellen Zoll- und Geopolitik“ bislang angerichtet hat, konnten sich die meisten Unternehmen rasch an die sich veränderten Verhältnisse anpassen – und teilweise, wie z.B. der Energiesektor, sogar davon profitieren. Das spiegelt sich in den mehrheitlich steigenden Aktienkursen wider. Der Anleihebereich ist hingegen gespalten. Tendenziell steigende Umlaufrenditen machen eine gute Auswahl und einen Blick über den Tellerrand hinweg wichtig. Als exklusiver Medienpartner der LSEG Lipper Fund Awards 2026 Austria veröffentlichen wir auch heuer wieder ab Seite 56 die diesjährigen Gewinner – Investmentfonds, die den Anlegern in den vergangenen Jahren risikoadjustiert die besten Erträge brachten. Und schaffte ein Fondsmanager über drei, fünf oder gar zehn Jahre eine Outperformance, so ist davon auszugehen, dass dies keine Eintagsfliege war, sondern dass auch in Zukunft überproportionale Erträge zu erwarten sind. In 87 Kategorien wurden 234 erste Plätze an 177 Fonds vergeben – Aktien, Anleihen, Gemischte und Alternative Fonds. Da ist sicher für jeden Geschmack – sprich: Risikoprofil – eine Investmentidee dabei (ab S. 56). In dieser Ausgabe finden Sie ab Seite 34 auch unser halbjährlich erscheinendes begehrtes AKTIEN-SPECIAL, in dem wir die Entwicklung der wichtigsten österreichischen Aktiengesellschaften analysieren und einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr geben. Fällt dieser gut aus, so überträgt sich dies zwangsläufig auf die Depotperformance, denn Aktienkurse folgen langfristig immer der fundamentalen Entwicklung. Besonders erfreulich ist, dass z.B. mit AT&S einer unserer Favoriten in Jahresfrist ein Kursplus von rund 600 Prozent erzielte. Aber das ist nicht der einzige unserer Favoriten, die Freude machen. Mario Franzin, Chefredakteur GELD-Magazin Rasche Anpassung editorial impressum MEDIENEIGENTÜMER UND HERAUSGEBER 4profit Verlag GmbH · MEDIENEIGENTÜMER-, HERAUSGEBER- UND REDAKTIONSADRESSE Rotenturmstraße 19/1/29B, 1010 Wien · T: +43/676/570 95 10 · E: [email protected] · GESCHÄFTSFÜHRUNG Snezana Jovic, Mario Franzin · CHEFREDAKTEUR Mario Franzin REDAKTION Mario Franzin, Michael Kordovsky, Wolfgang Regner, Moritz Schuh MSc, Mag. Christian Sec · LEKTORAT Mag. Rudolf Preyer · GRAFISCHE LEITUNG Noura El-Kordy · COVERFOTO GreenCreator/stock.adobe.com · DATENANBIETER Lipper Thomson Reuters*, Morningstar · VERLAGSLEITUNG Snezana Jovic · BACKOFFICE & ONLINE REDAKTION Ivana Jovic · MARKETING & ANZEIGENVERKAUF Dr. Anatol Eschelmüller · IT-MANAGEMENT Oliver Uhlir · DRUCK Berger Druck, 3580 Horn, Wiener Str. 80 · VERTRIEB PGV Austria, 5412 Puch, Urstein Süd 13. www.geld-magazin.at ABO-HOTLINE: +43/699/1922 0326 · [email protected] * Weder Lipper noch andere Mitglieder der Reuters-Gruppe oder ihre Datenanbieter haften für Fehler, die den Inhalt betreffen. Performance-Ranglisten verwenden die zur Zeit der Kalkulation verfügbaren Daten. Die Beistellung der Performance-Daten stellt kein Angebot zum Kauf von Anteilen der genannten Fonds dar, noch gilt sie als Kaufempfehlung für Investmentfonds. Für Investoren gilt es zu beachten, dass die vergangenen Performancewerte keine Garantie für zukünftige Ergebnisse darstellen. FOTO: ivanashoots.com

16 Asien im Fokus Ob China, Indien oder Japan: Der ferne Kontinent hat vieles zu bieten. Das Spektrum reicht von Emerging Markets bis zur hochentwickelten Industrienation. 20 Vermögensverwaltung Es kommt auf die richtige Auswahl an: Die besten Misch- und Dachfonds für eine effiziente Portfoliogestaltung. 24 Rohstoff-Radar Erdöl: Unter Schock + Gold: Wie sicher ist der Hafen? + Silber: Fundamental gut aufgestellt + Uran: Profiteur von Energiekrisen. AKTIEN 26 Kurzmeldungen Agrana: Verlust ausgeweitet + UBM Development: Wieder in den schwarzen Zahlen. USA Zeichnen die Midterms die politische Landkarte neu? Seite 08 BRENNPUNKT 06 Kurzmeldungen Ungarn: Neues Kapital aufgeschlagen + Fußball-WM: Wettkampf der Rekorde. 08 USA Die Midterm-Wahlen werfen ihre langen Schatten voraus – und Donald Trump hat kein gutes Blatt in der Hand. BANKEN 12 Kurzmeldungen Zentralbanken: mit Handlungsbedarf + UniCredit Bank Austria: Ausgezeichnet. 13 Recht und EU Die FMA kann Unternehmen künftig direkt bestrafen. Dadurch werden deutlich wirksamere Sanktionen erwartet. . MÄRKTE UND FONDS 14 Kurzmeldungen Mondlandung und mehr: Geschäfte im Weltall + Infrastruktur: Unter Strom. Ausgabe Nr. 2/2026 inhalt Credits: Tyler Merbler/wikimedia; Synthetica & GreenCreator & BCDstock/stock.adobe.com STARKES ASIEN Investments im Fernen Osten. Seite 16 4 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026

28 Weltbörsen USA: Hält der TACO-Trade? + Europa: Kräftige Korrektur + China: Verluste fast ausgebügelt + Japan: Eine Frage der Zinsen. 30 Anlagetipps AXA: Dividendenprimus aus Europa + S&P Global: Zu Unrecht abgestraft + Northern Star Resources: Minenaktie in Turbulenzen. 32 Börse Deutschland Kalte Dusche: Der Iran-Krieg hat die Bullen ausgebremst. Die Fundamentaldaten im DAX sehen aber gut aus. 34 AKTIEN-SPECIAL Der große Überblick zur Wiener Börse: Was Sie immer schon über österreichische Aktien wissen wollten. Interessante Investmentchancen – nicht nur für Patrioten. IMMOBILIEN 46 Kurzmeldungen Mieten: Anstieg um 4,6 Prozent + Zinshäuser: Milliarden-Grenze überschritten. 48 Markt-Analyse Immobilien befinden sich in einer fragilen Erholungsphase – eine differenzierte Betrachtung entscheidet über den Erfolg. VERSICHERUNG & VORSORGE 50 Kurzmeldungen Nahost-Konflikt: Versicherer betroffen + Verkehrsunfälle: Oft nicht abgedeckt. 51 FLV-Listing Der monatliche Überblick zu Fondsgebundenen Lebensversicherungen. 52 Pensionskassen Die „Zweite Säule“ wächst weiter, für noch mehr Dynamik ist aber die Politik gefragt. BLOCKCHAIN 54 Kurzmeldungen Krypto-Meldepflicht: Verbesserte Transparenz + Bitcoin: Weiter dominant. LIPPER FUND AWARDS 56 Parade der Sieger In Österreich sind rund 6.500 Fonds zum öffentlichen Vertrieb zugelassen. Der LSEG Lipper Fund Awards Austria sorgt für den nötigen Durchblick und zeichnet wie jedes Jahr die besten Produkte aus. COVERSTORY Rendite in Rot-Weiß-Rot: Das AKTIEN-SPECIAL zur Börse Wien. Seite 34 TOP-PORTFOLIO Fonds für effiziente Vermögensverwaltung. Seite 20 Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 5

6 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026 BRENNPUNKT . Kurzmeldungen Credits: pixabay; Yello Boat & Nattawit & helloabc/stock.adobe.com Lebensmittel-Krise? Durch die Straße von Hormus fahren nicht nur Schiffe, die Öl, Gas oder Industriegüter transportieren. Sie ist auch ein wichtiger Weg für Dünger, insbesondere auf Stickstoff- und Phosphatbasis. Daher führt der Iran-Konflikt wahrscheinlich nicht nur zu unmittelbaren Energieproblemen, sondern zeitversetzt auch zu Anspannungen bei der Lebensmittelversorgung. In einigen Ländern könnte das Zusammenspiel dieser beiden Störfaktoren zu einem Anstieg politischer Spannungen mit unabsehbaren Folgen führen. Man denke nur an den Arabischen Frühling im Jahr 2011, der zum Teil durch die Inflation der Lebensmittelpreise infolge der Krise von 2008 ausgelöst wurde. Eine Analyse von LFDE legt nahe, dass die Landwirtschaft in Indien und Brasilien am stärksten leiden könnte. Diese Länder importieren in großem Stil Düngemittel, die im Persischen Golf hergestellt werden. Laut der North Dakota State University müssen 54 Prozent des von Indien importierten Stickstoffdüngers die Straße von Hormus passieren. Dasselbe gilt für 45 Prozent der brasilianischen Harnstoffimporte, die für die Ernten dieses Agrargiganten von entscheidender Bedeutung sind. Australien ist sogar zu über 70 Prozent von Dünger aus der Golfregion abhängig. Aufgrund seines Wohlstands ist Australien aber krisenresistenter. Iran-Konflikt: Engpässe Schockwirkung. Die aktuellen Marktdaten zeigen einen deutlichen Anstieg kurzfristiger Inflationserwartungen im Euroraum, während langfristige Erwartungen weitgehend stabil bleiben. Für Investoren ergibt sich daraus laut einer Analyse von DPAM ein klares Bild: „Der Markt preist derzeit vor allem temporäre Inflationsrisiken ein, nicht jedoch einen dauerhaften Regimewechsel. Entscheidend bleibt, ob aus kurzfristigen Preisschocks nachhaltige Zweitrundeneffekte entstehen.“ Historisch gesehen waren die Inflationserwartungen im Euroraum lange niedrig und sanken in Krisenphasen deutlich, da Wachstumssorgen und schwache Nachfrage dominierten. Inflation war lange eher ein Ziel als ein Risiko. Erst nach der schwierigen COVID-Phase änderte sich dieses Bild grundlegend. Effekte durch die wirtschaftliche Wiedereröffnung, gestörte Lieferketten, fiskalische Impulse und schließlich der Energieschock infolge des UkraineKriegs führten zu einem deutlichen Anstieg der Inflationserwartungen, vor allem am kurzen Ende der Inflationskurve. Inflation: Willkommen zurück Machtwechsel. Die pro-europäische Mitte-Rechts-Oppositionspartei Tisza errang im neuen ungarischen Parlament eine erdrutschartige Mehrheit und beendete damit die 16-jährige Herrschaft von Viktor Orbán. Dennoch steht Ungarn laut PGIM vor erheblichen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen. Die ungarische Wirtschaft stagniert seit 2018 und bleibt hinter den regionalen Nachbarn zurück. Der eingeschränkte Zugang zu EU-Mitteln, die schwache Verbrauchernachfrage und die negative Stimmung unter Anlegern, die zu geringeren in- und ausländischen Investitionen führt, haben alle zu dieser Stagnation beigetragen. Die Zuführung von EU-Mitteln könnte einen dringend benötigten wirtschaftlichen Aufschwung bringen, insbesondere für die lokale Infrastruktur, das Gesundheitswesen und den öffentlichen Nahverkehr. Ungarn: Neues Kapitel Zwischen Boom und Bangen. Zu Beginn des zweiten Quartals 2026 steht die Weltwirtschaft im Spannungsfeld von technologischem Wandel, geopolitischer Unsicherheit und zunehmend auseinanderlaufenden Entwicklungen zwischen den Regionen. Die prägendste strukturelle Kraft bleibt die KI; Parallel dazu ist die Geopolitik mit Nachdruck in den Fokus der wirtschaftlichen Perspektiven zurückgekehrt. Der Konflikt im Nahen Osten hat tragische humanitäre Folgen, prägt aber auch die Märkte – vor allem über Energiepreise und Lieferketten. Zusammenfassend zeichnet sich ein Umfeld ab, das weniger von einem einheitlichen globalen Zyklus als von zunehmender Fragmentierung geprägt ist. Bei Columbia Threadneedle heißt es dazu: „Unsicherheit ist damit kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein prägendes Merkmal der aktuellen Wirtschaftsphase. Für Regierungen, Unternehmen und Investoren ist es entscheidend, sich flexibel anzupassen, statt auf stabile Rahmenbedingungen zu setzen." Weltwirtschaft: Schwieriges Umfeld

Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 7 Champagner-Index Kein lautes Korkenknallen Schaumgebremst. Die wirtschaftliche Stimmung in Österreich zeigt erste vorsichtige Zeichen der Erholung, allerdings auf gedämpftem Niveau. Das zeigt die vierte Auflage des Champagner-Index, des Research Instituts Marketagent. Dieser Konjunkturbarometer misst Einstellungen durch implizite und metaphorische Fragestellungen, zum Beispiel: „Wenn die Wirtschaftslage ein Champagnerglas wäre, wie voll wäre es aktuell?“ Zu den Ergebnissen: Die Stimmung unter österreichischen Unternehmen verbessert sich leicht, der Champagner-Index steigt 2026 auf 46,7 Prozent, nach 41,5 Prozent im Vorjahr. Dennoch bleibt die Einschätzung signifikant unter den Werten früherer Jahre. Die Bevölkerung bewertet die wirtschaftliche Lage mit 35,6 Prozent Füllstand im Glas deutlich pessimistischer. Verdreifachung. Während generative Künstliche Intelligenz zuletzt im Fokus stand, rückt zunehmend die nächste Entwicklungsstufe in den Blick: Physical AI, also Robotik. Besonders in Emerging Asia entstehen derzeit zentrale Wachstumszentren für diese Technologie, das beobachtet James Donald, Portfoliomanager bei Lazard Asset Management. Trotz der zuletzt gestiegenen geopolitischen Unsicherheit und kurzfristiger Belastungen für globale Lieferketten bleiben die strukturellen Wachstumstreiber laut dem Experten intakt: „Der globale Robotikmarkt dürfte im kommenden Jahrzehnt stark wachsen, angetrieben durch Fortschritte in der KI und ihre zunehmende Integration in humanoide Roboter.“ Nach Angaben des Instituts „Market Research Future“ dürfte sich der Robotikmarkt bis 2034 verdreifachen. Eine zentrale Rolle spiele dabei China. In einem Land mit mehr als sechs Millionen Fabriken, die jährlich eine Wirtschaftsleistung von rund vier Billionen Dollar generieren, was etwa 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht, unterstützt die Regierung den Sektor gezielt. Robotik: Asien als globales Zentrum Traurig. Der OECD-Ausschuss für Entwicklungshilfe (DAC) warnt, dass 26 seiner 34 Mitgliedsstaaten ihre öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (Official Development Assistance, ODA) im Jahr 2025 kürzten und die ODA das stärkste Minus ihrer Geschichte verzeichnet. Die ODA-Quote aller DAC-Mitglieder sank voraussichtlich auf durchschnittlich 0,26 Prozent des Bruttonationaleinkommens, die der europäischen Mitglieder auf 0,40 Prozent. „Dieser Rückschritt auf das ODA-Niveau von 2015 raubt Menschen, deren Alltag von Ungleichheiten und Not geprägt ist, die Zukunftschancen“, so Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung. Mit dem Doppelbudget für 2025 und 2026 hat auch Österreich den Rückzug aus dem internationalen Engagement angetreten. Die heimische Quote ist auf 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens gesunken. DIE ZAHL DES MONATS 0,33 Prozent Wirtschaft als Gewinner. Einer Studie der Boston Consulting Group zufolge könnte die Fußball-WM 2026 kurzfristige wirtschaftliche Auswirkungen in Höhe von fünf Milliarden Dollar mit sich bringen, dies beträfe 40.000 Jobs und eine Milliarde Dollar an zusätzlichem Verdienst für Arbeitnehmer. Allein für die Westküstenmetropole Los Angeles rechnen Experten des Research-Hauses Micronomics mit 594 Millionen Dollar an ökonomischem Effekt und 35 Millionen Dollar Steuereinnahmen für die Region um L.A. BNP Paribas fügt hinzu: „Die erwartete Zahl der Stadionbesucher liegt deutlich höher als während vorangegangener Turniere – weil die Verfügbarkeit von Tickets etwa doppelt so hoch ist als bei den Weltmeisterschaften der vergangenen Jahrzehnte.“ Fußball-WM: Rekorde erwartet

Die Midterm Elections stehen nicht so sehr im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit wie der Kampf um das Weiße Haus. Dennoch sind sie von maßgeblicher Bedeutung. Worum handelt es sich hierbei konkret? Die Midterms sind Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten, die jeweils in der Mitte der vierjährigen Amtszeit eines Präsidenten stattfinden. Dabei werden das gesamte Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel des Senats neu gewählt. Ihre zentrale Bedeutung liegt darin, dass sie über die Mehrheitsverhältnisse im Kongress entscheiden und damit maßgeblich beeinflussen, wie handlungsfähig der Präsident ist. Blockade möglich Häufig verliert die Partei des Präsidenten bei diesen Wahlen an Zustimmung, weshalb die Midterms auch als politischer Stimmungstest oder „Denkzettel“ der Wähler gelten. Je nach Wahlausgang kann es zu einer einheitlichen Regierung oder zu einem sogenannten „Divided Government“ kommen. Dieser Begriff beschreibt in den Vereinigten Staaten eine politische Situation, in der verschiedene Parteien die Kontrolle über unterschiedliche Gewalten im föderalen System haben, also etwa der Präsident einer Partei angehört, während mindestens eine Kammer des Kongresses von der anderen Partei kontrolliert wird. Dies erschwert BRENNPUNKT . USA: Midterms Die Schlacht ums Kapitol Am 3. November dieses Jahres stehen in den Vereinigten Staaten die wichtigen Midterm-Wahlen an. Im brutalen Spiel um das „House of Cards“ hat Donald Trump aktuell nicht das beste Blatt in der Hand. MARIO FRANZIN Washington, 6. Jänner 2021: Das politische Herz der USA wird attackiert. Credit: Tyler Merbler/wikimedia 8 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026

Demokratie unter Beschuss Das politische System der Vereinigten Staaten entspricht einer föderalen Präsidialrepublik, die auf der US-Verfassung von 1787 basiert. Diese beruht auf dem Prinzip der Gewaltenteilung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative. Die Exekutive wird vom Präsidenten geführt, der zugleich Staats- und Regierungschef ist und unabhängig vom Parlament gewählt wird. Die Legislative besteht aus dem Kongress mit zwei Kammern: dem Senat und dem Repräsentantenhaus. Sie ist für Gesetzgebung und Haushaltsfragen zuständig. Die Judikative, angeführt vom Supreme Court, überwacht die Einhaltung der Verfassung. Ein zentrales Merkmal ist das System der „Checks and Balances“, bei dem sich die Gewalten gegenseitig kontrollieren und begrenzen. Zudem sind die Bundesstaaten politisch eigenständig und besitzen eigene Verfassungen sowie Regierungen. Dieses Zusammenspiel aus Föderalität und Gewaltenteilung prägt die Stabilität und Flexibilität des politischen Systems der USA. Oder besser gesagt: prägte. Es ist nämlich gerade die Balance der Gewaltenteilung, die Trump auszuhebeln versucht. die Gesetzgebung, weil Präsident und Kongress Kompromisse finden müssen, und kann dazu führen, dass Vorhaben blockiert oder verzögert werden. Gleichzeitig aber verstärkt sich das Prinzip der Gewaltenteilung, da sich die politischen Kräfte gegenseitig kontrollieren. Solche Situationen treten oft nach Midterm-Wahlen auf, wenn die Partei des amtierenden Präsidenten Stimmen verliert, während das Präsidentenamt unverändert bleibt. Ein typisches Beispiel wäre im konkreten Fall der republikanische Präsident Trump bei gleichzeitig demokratischer Mehrheit im Repräsentantenhaus. Insgesamt bedeutet ein Divided Government, dass politische Entscheidungen schwieriger umzusetzen sind, aber das System der Checks and Balances stärker zum Tragen kommt. Jedenfalls dienen die Midterms als wichtige Vorbereitung auf die nächste Präsidentschaftswahl, da Parteien und Kandidaten ihre Strategien testen und sich neu positionieren. Umfragen sprechen gegen Trump Bis zu den Midterm-Wahlen dauert es noch mehr als ein halbes Jahr – da fließt noch viel Wasser durch den Potomac River in Washington D.C. Gegenwärtig sehen die Meinungsumfragen für die Republikaner aber nicht gut aus – im Durchschnitt wird ein Vorsprung der Demokraten von rund fünf Prozent prognostiziert. Wobei die Beliebtheitswerte von Trump und Konsorten bereits vor dem im Februar 2026 vom Zaum gebrochenen Iran-Krieg gefallen sind. Klar ist: Zur Steigerung der Popularität Trumps hat der Konflikt nicht beigetragen. Aber kehren wir zurück zu den Midterms: Ein Divided Government erscheint durchaus möglich und ist, wie bereits erwähnt, historisch gesehen eher die Regel als die Ausnahme. Die Folgen Somit könnte also Sand ins Getriebe der republikanischen Maschinerie kommen, unregierbar würde der Staat dadurch aber nicht. Beunruhigender ist hingegen die Frage, was Trump im Falle einer Wahlniederlage noch alles einfallen könnte. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass er Vorwürfe von Manipulation schnell bei der Hand hat (ohne belastbare Beweise vorzubringen). Das alles könnte weitere Unruhe in ein ohnedies tief gespaltenes Land bringen. Außerdem schwebt in weiterer Ferne die Diskussion um eine dritte Amtszeit im Raum. Donald Trump hat zwar mehrfach signalisiert, dass er diese nicht anstrebe, aber die Aussagen dazu sind manchmal etwas schwammig formuliert. Man hat das Gefühl, er spiele mit dem Gedanken, vielleicht aber aus Provokation. Wobei: Die US-Verfassung erlaubt maximal zwei Amtszeiten als Präsident. Das besagt der 22. Zusatzartikel, er wurde nach vier Wahlen von F.D. Roosevelt eingeführt, um die Machtkonzentration zu verhindern. Was man nicht vergessen sollte: Es gibt Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 9 It‘s the economy - stupid! Wirtschaftsthemen bereiten den US-Amerikanern laut Umfrage die größten Sorgenfalten. Aber bereits an zweiter Stelle werden Kriege genannt, Trump hat hier in ein Wespennest gestochen, obwohl er „Friedenspräsident“ sein will. Die brennendsten Probleme der US-Bürger Quelle: Ipsos Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Jobs Krieg und Konflikte im Ausland Bedrohung von demokratischen Werten Korruption Politische Gewalt und Extremismus Immigration 16 % 14 % 8 % 9 % 10 % 11 %

UMFRAGEN ZU MIDTERM-WAHLEN QUELLE STIMMEN FÜR STIMMEN FÜR SONSTIGE DIFFERENZ REPUBLIKANER DEMOKRATEN UNENTSCHIEDEN Decision Desk HQ 41,0 % 44,9 % 14,1 % Demokraten +3,9 % FiftyPlusOne 42,2 % 47,0 % 10,8 % Demokraten +4,8 % RealClearPolitics 41,7 % 47,5 % 10,8 % Demokraten +6,0 % Silver Bulletin 42,4 % 47,9 % 9,7 % Demokraten +5,5 % VoteHub 42,3 % 47,7 % 10,0 % Demokraten +5,4 % Race to the WH 41,6 % 46,9 % 11,1 % Demokraten +5,3 % Durchschnitt (18. April 2026) 41,9 % 47,0 % 11,1 % Demokraten +5,1 % Quelle: Wikipedia 10 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026 zumindest theoretisch die Möglichkeit, die Verfassung zu ändern und eine dritte Amtszeit doch noch zu ermöglichen, aber das ist extrem schwierig und in der Praxis kaum durchführbar. Dazu wäre eine Zwei-Drittel- Mehrheit im Kongress oder eine Verfassungskonvention notwendig, sowie die Zustimmung von drei Viertel der Bundesstaaten. Auch wird die Möglichkeit diskutiert, als Vizepräsident ins Weiße Haus einzuziehen und später (bei Rücktritt, Absetzung oder Tod des amtierenden Präsidenten) nachzurücken. Dem schiebt allerdings wiederum der 12. Zusatzartikel einen Riegel vor, er legt fest, dass niemand Vizepräsident werden darf, der nicht auch Präsident sein darf. Horrorszenario Legale Wege für eine Ära „Trump 3.0“ sind also versperrt. Als Horrorszenario werden aber bürgerkriegsähnliche Zustände an die Wand gemalt, sollte sich Trump mit allen Mitteln an der Macht halten wollen. Dass diese Möglichkeit nicht völlig ausgeschlossen ist, zeigt alleine die Tatsache, dass immer wieder Umfragen zu dem Thema durchgeführt werden. So kommt eine Analyse der „Leadership Conference on Civil and Human Rights“ zu dem Ergebnis, dass 57 Prozent der US-Amerikaner der Meinung sind, dass sich ihr Land auf dem Weg zu einem Bürgerkrieg befindet. Eine Umfrage von Marist Poll zeichnet folgendes Bild: 47 Prozent der US-Bürger halten einen Bürgerkrieg zu ihren Lebzeiten für wahrscheinlich. Eine knappe Mehrheit (52 %) hält hingegen diese Möglichkeit entweder für sehr unwahrscheinlich oder für völlig unwahrscheinlich. Lahme Ente Also gehen wir davon aus, dass es nicht zum Schlimmsten kommt. Dann wird Trump im weiteren Verlauf seiner Amtszeit zunehmend zur „lahmen Ente“. Eine „Lame Duck“ bezeichnet einen Politiker, besonders einen US-Präsidenten, der nach einer verlorenen Wahl oder am Ende seiner Amtszeit kaum noch politischen Einfluss hat, er ist somit in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Die Hände müssen dem Präsidenten dadurch aber nicht völlig gebunden sein. Laut der unabhängigen Informationsplattform „Presidents Website“ ist ein bekanntes historisches Beispiel für eine „lahme Ente“, die dennoch epochales bewegte, Präsident Harry S. Truman. Obwohl Truman angekündigt hatte, nicht für eine Wiederwahl zu kandidieren, setzte er sich weiterhin für wichtige politische Maßnahmen ein. Eine seiner bedeutendsten Leistungen war die Zustimmung des Kongresses zum Marshallplan, der wegweisenden Initiative zur Wirtschaftshilfe für das vom Krieg zerstörte Europa. Dieses Programm trug nicht nur zum Wiederaufbau bei, sondern etablierte auch ein weitgehendes positives Image der Vereinigten Staaten in der westlichen Welt. Diese Zeiten sind aber vorbei. Laut dem Forschungsinstitut OpinionWay sehen heute nur noch 25 Prozent der Europäer die USA als engen Verbündeten, während 51 Prozent sie als feindselig wahrnehmen. Und BRENNPUNKT . USA: Midterms Mini-Parteienlandschaft Im Vergleich zu den Republikanern und Demokraten spielen die anderen politischen Parteien in den USA eine untergeordnete Rolle. Die Green Party of the United States erreichte bei der Präsidentschaftswahl 2024 nur rund 0,56 Prozent der Stimmen, die Libertarian Party 0,42 Prozent. Ganz ohne Einfluss sind die Kleinparteien aber nicht. Sie spielen bei Präsidentschaftswahlen (sozusagen als „Spoiler“, wenn sie in knappen Rennen Stimmen auf sich ziehen) und bei bestimmten regionalen Themen eine Rolle.

dem Meinungsforschungsinstitut Polling Europe Euroscope zu Folge haben 64 Prozent der befragten Europäer eine negative Meinung über Donald Trump. Wirtschaftliche Probleme Auch in den USA selbst scheint der Stern von Trump im Sinken: Emerson College Poll errechnet eine Zustimmung von 42 Prozent und eine Ablehnung von 51 Prozent gegenüber dem amtierenden Präsidenten. Fassen wir zusammen: Die Situation in den Vereinigten Staaten bleibt angespannt – gleichgültig, wie die Midterm-Wahlen ausgehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Erhebung von Ipsos, die auf die brennendsten Probleme der USA in den Augen ihrer Bevölkerung hinweist (siehe Grafik Seite neun). Am meisten Sorgen bereitet die US-Wirtschaft mit besonderem Fokus auf die Jobsituation. Es folgen Kriege/Konflikte im Ausland und die Bedrohung von demokratischen Werten in den USA. Man muss nun kein Hellseher sein, um festzustellen, dass bei dem letztgenannten Punkt Donald Trump nicht zur Beruhigung beiträgt – das Gegenteil ist der Fall. Weiters sind von den Vereinigten Staaten geführte Kriege bei den US-Bürgerinnen und Bürgern höchst unbeliebt – das gilt auch für die eigene republikanischen Wählerschaft. Schließlich ist Trump unter dem Wahlspruch „america first“ angetreten; da bedarf es schon einiger Verrenkungen, um zu erklären, wie militärische Interventionen in Venezuela oder dem Iran im dringenden Eigeninteresse der USA liegen sollen. Zum Problemfeld Nummer eins der Ipsos-Umfrage, der Wirtschaft, ist wiederum zu bedenken: Die Staatsverschuldung der USA erreichte Ende 2025 über 38,5 Billionen Dollar. Eine Spirale, die sich immer weiter nach oben dreht ... Bei der HYPO NOE beraten wir Sie auch bei Business- Lösungen von Mensch zu Mensch. Denn nur ein persönlicher Zugang auf Augenhöhe macht maßgeschneiderte Lösungen möglich. Mehr dazu auf hyponoe.at Die Business ganz persönlich Bank. Eine Information der HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich & Wien AG, Hypogasse 1, 3100 St. Pölten. Stand 04/2026 Werbung. DIE LANDESBANK FÜR GANZ ÖSTERREICH.

BANKING . Kurzmeldungen 12 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026 Credit: beigestellt/Archiv stet hat, lässt sich dank ID Austria rasch er‑ ledigen – ohne Abstriche bei Si‑ cherheit oder Se‑ riosität. Wenn Technik in den Hintergrund und Service in den Vordergrund rückt, wird aus Frust Effizienz – und aus einem Vorhaben ein erledigter Schritt. Damit können unsere Kundinnen und Kunden sich darauf kon‑ zentrieren, was wirklich wichtig ist: ihre Finanzen. www.hyponoe.at Matthias Förster, Bereichsleiter Vertriebsstrategie, Digitalisierung & Retail Banking Revolution im Online Abschluss Wer kennt’s nicht: Man möchte „schnell“ etwas online erledigen und letztendlich dauert es länger als gedacht, bis alle notwendigen Daten eingegeben, kontrolliert und bestätigt sind. Und nicht selten gibt man in der Zwischenzeit frustriert auf. Deshalb hat die HYPO NOE ihren Abschluss des Online Festgelds für Neukundinnen und Neukunden revolutioniert. Wir wollen es unseren Kundinnen und Kunden so einfach wie möglich machen, unsere Services zu nutzen und unser Online Festgeld abzu‑ schließen. Gleichzeitig müssen wir dabei die gesetzlichen Vorgaben berücksichtigen: Wir müssen bestimmte Daten von unseren Kundinnen und Kunden erfragen und au‑ ßerdem soll niemand unter falschem Na‑ men ein Konto eröffnen können. Die Lösung liegt nahe: Mit der ID Austria hat der österreichische Staat einen sicheren digitalen Identitätsnachweis geschaffen, den Unternehmen für ihre Abschlüsse ver‑ wenden können. Beim Abschluss unseres Online Festgelds für Neukundinnen und Neukunden erfolgt die Identifikation dank ID Austria in wenigen Schritten. Gleichzei‑ tig haben wir die Dateneingabe auf ein Mi‑ nimum beschränkt. So lässt sich der ge‑ samte Abschluss innerhalb weniger Minu‑ ten online rund um die Uhr durchführen. Dieser innovative Online‑Prozess ist ein weiterer Schritt in unserer Serviceoffensive, um Finanzprodukte einfach, digital und je‑ derzeit verfügbar zu machen. Was früher Zeit, Geduld und oft mehrere Anläufe geko‑ KOLUMNE . HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien AG FOTO: Copyright: PicturePeople Zentralbanken: Unter Druck Zinssenkungen nicht vom Tisch. Die Konrad Kleinfeld, Fixed Income-Exper‑ te bei State Street, kommentiert: „In unseren Augen stehen die Zentralban‑ ken aktuell unter erheblichem Druck, ohne dass dies das Ende der Zinssen‑ kungen markieren muss. Der jüngste Renditeanstieg reflektiert weniger eine klassische Risk-off-Bewegung als viel‑ mehr einen erneuten, energiegetriebenen Inflationsimpuls.“ Der Makro-Aus‑ blick des Experten bleibt bewusst vorsichtig: „Zinssenkungen sind aus unserer Sicht nicht vom Tisch, erscheinen kurzfristig jedoch wenig realistisch, solange der energiegetriebene Inflationsdruck anhält. Für die Geldpolitik beginnt damit weniger eine Phase kla‑ rer Lockerungssignale als vielmehr ein Umfeld erhöhter Optionali‑ tät. Geduld und Reaktionsfähigkeit gewinnen damit gegenüber verbindlicher Forward Guidance an Bedeutung.“ Das Gesamtum‑ feld bleibe geprägt von geopolitischer Unsicherheit, hoher Daten‑ abhängigkeit und begrenztem geldpolitischem Spielraum. Konrad Kleinfeld, Fixed IncomeExperte bei State Street UniCredit: Ausgezeichnet Erfolgreich. Die UniCredit Bank Aus‑ tria wurde im Rahmen der 33. jähr‑ lichen Verleihung der Global Finance Awards zur besten Bank in Österreich gekürt. Sie wurde zudem als beste Bank in Italien sowie in Bosnien und Herzegowina, Bulgarien und Kroatien ausgezeichnet. Global Finance wählt jedes Jahr die Gewinner in den ver‑ schiedenen Regionen und Ländern aus, die die besten Dienstleistungen auf den lokalen und globalen Märkten anbieten. Die Gewinner werden an‑ hand einer Kombination aus quantitativen Kennzahlen ausgewählt – darunter Kapitalwachstum, Rentabilität, geografische Reichwei‑ te, strategische Initiativen und Produktinnovation – sowie qualita‑ tiven Bewertungen von Branchenexperten, Analysten und Bera‑ tern. Ivan Vlaho, Vorstandsvorsitzender der UniCredit Bank Aus‑ tria, freut sich naturgemäß über die Auszeichnung. Für die nahe Zukunft stehen unter anderem Stärkungen der KMU-Offensive so‑ wie im Kreditkarten- und Zahlungsverkehr am Programm. Ivan Vlaho, Vorstandsvorsitzender der UniCredit Bank Austria

Ausgangspunkt war ein Verfahren zwischen der FMA und der Steiermärkischen Sparkasse. Die FMA hatte wegen Verstößen gegen geldwäscherechtliche Sorgfaltspflichten eine Strafe verhängt und dabei hohe formale Anforderungen einzubeziehen, da das österreichische Verwaltungsstrafrecht traditionell auf natürliche Personen abstellt. Das Bundesverwaltungsgericht zweifelte jedoch daran. Der EuGH stellte nun klar: Die Einschränkungen sind unionsrechtswidrig. Künftig dürfen Unternehmen direkt sanktioniert werden, ohne dass zuvor eine individuelle Schuld festgestellt werden muss. Damit wird verhindert, dass Verfahren daran scheitern, dass eine konkrete Person nicht eindeutig identifiziert werden kann. Die EU-Geldwäscherichtlinie verlangt wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen – auch gegenüber juristischen Personen. Die FMA geht davon aus, dass das Urteil des EuGH nicht nur bei der Geldwäscheprävention, sondern auch in anderen Rechtsbereichen wie Wertpapierdienstleistungen oder Börserecht gilt. „Das Urteil wird erhebliche Auswirkungen auf unsere Praxis haben“, erklärte FMA-Vorstand Helmut Ettl. „Es war bisher schwieriger, ein Kreditinstitut zu bestrafen, als dessen Manager. Das ist widersinnig, denn für die Gesetzestreue ist primär das Institut verantwortlich.“ Mehr Effizienz in der Aufsicht Für die Praxis bedeutet das Urteil eine deutliche Vereinfachung. Bisher mussten Verfahren oft parallel gegen natürliche Personen geführt werden – selbst dann, wenn klar war, dass keine Strafe gegen diese verhängt wird. Diese „Extra-Schleifen“ entfallen nun. Die Verfahren werden schlanker, schneller und zielgerichteter. „Die Entscheidung des EuGH bringt Klarheit und Rückenwind für eine effiziente Aufsicht“, so FMA-Vorständin Mariana Kühnel. „Sie reduziert formale Vorgaben und schafft die Basis für schnellere Verfahren und einen wirksameren Schutz des Finanzplatzes.“ Die österreichischen Verjährungsfristen (drei Jahre für Verfolgung, fünf Jahre für Strafbarkeit) wurden bestätigt, sofern sie die effektive Durchsetzung nicht behindern. Fokus auf die Organisation statt auf den Einzelfall Inhaltlich verschiebt sich der Fokus der Aufsicht. Weniger entscheidend ist künftig, wer einen Verstoß begangen hat – stärker im Mittelpunkt steht, ob die internen Prozesse funktionieren. Die FMA verfolgt damit konsequent einen Ansatz, der auf organisatorische Mängel abzielt. Gerade hier können seit der Gesetzesänderung bereits empfindliche Strafen verhängt werden. Die Verantwortung liegt klar beim Unternehmen selbst. Fazit Das EuGH-Urteil markiert einen Wendepunkt in der Geldwäscheaufsicht. Die direkte Unternehmensverantwortung erhöht den Druck hinsichtlich funktionierender Strukturen und steigert die Effizienz der Aufsicht. Für Finanzinstitute wird Compliance damit noch stärker zur zentralen Managementaufgabe. BANKING . Sanktionen FMA kann Unternehmen künftig direkt bestrafen EuGH stärkt die Aufsicht: FMA kann Unternehmen in Verwaltungsstrafverfahren direkt belangen, ohne Täteridentifikation - die Basis für schnellere Verfahren, Sanktionen sind dann deutlich wirksamer. MICHAEL KORDOVSKY Quelle: FMA Konsequenzen für Finanzinstitute Das EuGH-Urteil hat unmittelbare Auswirkungen auf Banken, Versicherungen und Wertpapierfirmen. Unternehmen können sich nicht mehr hinter schwer nachweisbaren individuellen Tätern verstecken. Die Verantwortung für die Einhaltung der Geldwäschevorschriften liegt klar bei der Organisation. Damit rücken funktionierende Compliance-Strukturen und interne Kontrollsysteme noch stärker in den Fokus. Entscheidend ist nicht der einzelne Fehler, sondern die Frage, ob Prozesse geeignet sind, Verstöße systematisch zu verhindern. Gerade Organisationsmängel können mit hohen Geldstrafen geahndet werden. Für Institute bedeutet das: Zuständigkeiten klar definieren, Kontrollen laufend überprüfen und Schwachstellen frühzeitig beheben. Der Fokus muss auf wirksamen Präventionsmaßnahmen liegen – Probleme sollten an der Wurzel adressiert werden. Langfristig stärkt dies nicht nur die einzelnen Unternehmen, sondern auch die Stabilität und Integrität des gesamten Finanzplatzes. Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 13

Infrastruktur Unter Strom Credits: beigestellt/Archiv; pixabay; Nataly Reinch/stock.adobe.com Aufbauend. Europäische Versorger zählen seit Jahresanfang zu den stärksten Segmenten im Infrastruktursektor und übertreffen mit über 13 Prozent Performance im ersten Quartal den breiten europäischen Aktienmarkt deutlich. Treiber ist laut den Spezialisten von Bantleon vor allem der massive Ausbau der Stromnetze, befeuert durch Elektrifizierung, Künstliche Intelligenz (Anwendungen und Datencenter) und steigendem Energiebedarf. Hohe Investitionen ermöglichen dabei planbares Wachstum und höhere Erträge, während die Bewertungen vieler Unternehmen weiterhin attraktiv erscheinen. Gleichzeitig profitieren Erzeuger Erneuerbarer Energien von höheren Strompreisen. „Die Kombination aus strukturellem Wachstum, stabilen Cashflows und defensiven Eigenschaften macht Versorger zu einem zentralen Baustein für langfristig orientierte Anleger“, so Bantleon. MÄRKTE . Kurzmeldungen 14 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026 DIE ZAHL DES MONATS 246,4 Milliarden Weiter im Trend. Anlässlich des jüngsten Weltfondstags (19. April) unterstreichen aktuelle Zahlen die wachsende Bedeutung von Investmentfonds für den langfristigen Vermögensaufbau. Die FMA berichtet, dass das Vermögen österreichischer Investmentfonds zum Jahresende 2025 mit 246,4 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreicht hat. Damit lag das Fondsvolumen um 6,8 Prozent bzw. 15,7 Milliarden Euro über dem Vorjahr. Insgesamt flossen den Fonds im Jahr 2025 netto rund 6,05 Milliarden Euro an neuen Mitteln zu, insbesondere wurden starke Zuwächse in Aktien- und Rentenfonds verzeichnet. Gleichzeitig entwickelten sich nachhaltige Fonds überdurchschnittlich und machen mit 123,6 Milliarden Euro bereits rund die Hälfte des gesamten verwalteten Vermögens aus. Es besteht jedoch laut dem Verband Financial Planner weiterhin Luft nach oben. Das Gesamtfinanzvermögen der österreichischen Privathaushalte betrug zum Halbjahr 2025 rund 936,7 Milliarden Euro, womit noch immer das meiste Vermögen (36 Prozent) auf Einlagen – also beispielsweise Girokonten, Sparbücher oder Bausparverträge – entfällt. Risken und Chancen. Das Börsenjahr 2026 hatte eigentlich sehr erfreulich begonnen. „Seit März stehen die Kapitalmärkte jedoch ganz im Zeichen des IranKriegs. Die Stimmung unter den Marktteilnehmern kippte, und Inflations- und Konjunktursorgen führten zu Kursrückgängen in allen Anlageklassen“, sagt Nils Kottke, Mitglied des Vorstands im Bankhaus Spängler. Allerdings: „Anleger sind nicht in Panik verfallen und reagieren auf positive Nachrichten entsprechend“, so Markus Dürnberger, Bereichsleiter Asset Management bei Spängler. Die Experten erwarten als Basisszenario moderates Wirtschaftswachstum, eine nur vorübergehend erhöhte Inflation in Europa, weitere Zinssenkungen in den USA und moderat steigende Unternehmensgewinne. Dürnberger nennt geopolitische Turbulenzen, einen deutlichen Inflationsanstieg, steigende Staatsschulden sowie die Gefahr, dass die Fed ihre Unabhängigkeit verliert, als Risiken. Märkte: Stimmung ist gekippt Markus Dürnberger, Bereichsleiter Asset Management, Spängler Griff nach den Sternen. Die jüngste Mond-Mission ist nur die Spitze des Eisberges: Allein im laufenden Jahr dürften mit Weltall-Technologien weltweit circa 700 Milliarden Dollar umgesetzt werden, mit schnell anziehender Tendenz. Bereits zu Beginn der 2030er-Jahre rechnen Beobachter mit dem Vordringen in den „EineBillion-Dollar-Raum“. Interessant ist auch, dass der Weltraum „privatisiert“ wird, wie es in einem Kommentar von BNP Paribas zum Thema heißt. Einer, der das vorantreibt, ist Elon Musk. Der Tesla-Chef hat mit SpaceX ein Raumfahrtunternehmen gegründet, das schon heute maßgeblich die Weltraum-Ambitionen der USA vorantreibt. Mit fast 330 Raketenstarts hat SpaceX 2025 über die Hälfte aller weltweit registrierten Flüge ins All unternommen. In Europa ist man noch nicht so weit. Das führt dazu, dass sich die Kosten etwa für den Start einer Ariane-Trägerrakete, des „Raketen-Flaggschiffs“ der ESA, auf rund 100 Millionen Dollar belaufen, für eine Falcon 9 von SpaceX hingegen nur auf knapp 70 Millionen Dollar. Unendliche Weiten: Der Weltraum boomt

Langfrist-Studie. Eine Analyse des Vermögensverwalters Aberdeen zeigt, dass ein breit gestreuter, gleichgewichteter Korb aus Private‑Markets‑Investments traditionelle Anlageklassen (Aktien, 60/40‑Portfolios und Anleihen) in den vergangenen 25 Jahren deutlich übertroffen hat. Diese Entwicklung ging jedoch mit einem höheren Risikoprofil einher, was die Bedeutung einer guten Risikostreuung unterstreicht. Zu den konkreten Zahlen: Ein gleichgewichteter Private‑Markets‑Korb erzielte über 25 Jahre eine Gesamtrendite von 845 Prozent, verglichen mit 359 Prozent für globale Aktien, 190 Prozent für globale Anleihen und 309 Prozent für ein klassisches 60/40‑Portfolio. Nalaka De Silva, Head of Private Markets Solutions bei Aberdeen, kommentiert: „Es ist offensichtlich, dass noch mehr Aufklärungsarbeit nötig ist, um die erheblichen Vorteile von Private‑Markets‑Investitionen stärker herauszustellen. Der langfristige Charakter dieser Investments bedeutet, dass Anleger über sehr lange Zeiträume höhere Renditen erwarten können.“ Private Markets: Outperformance Teure Smartphones. Noch vor wenigen Monaten gingen die meisten Prognosen davon aus, dass die Halbleiterindustrie bis 2030 die Umsatzmarke von einer Billion Dollar erreichen würde. Angesichts des derzeitigen Wachstums und hoher Speicherpreise dürfte die Branche diesem Ziel bereits im laufenden Jahr nahekommen. Eros Portillo Spetaliere, Aktienspezialist bei DPAM, erläutert: „Der Markt ist in eine Phase eingetreten, die man als Versorgungsengpass bezeichnen kann.“ Das bedeutendste Segment, das derzeit unter dieser Entwicklung leidet, ist der Speichermarkt. Bereits deutlich ziehen die Preise für „flüchtige Arbeitsspeicher“ (DRAM) an. Diese Dynamik dürfte so lange anhalten, bis irgendwo auf dem Markt die Nachfrageseite reagiert. Diese Anpassung sollte sich zuerst in der Unterhaltungselektronik zeigen, wo PC- und Smartphone-Hersteller die Preise anheben dürften. Halbleiter: Engpass Eros Portillo Spetaliere, Aktienanalyst, DPAM „Erschrocken“. Donald Trump hat mit seinen Iran-Attacken der Konjunktur einen wahren Bärendienst erwiesen, das globale Wachstum wird gebremst bleiben. Immerhin, trotz der Widrigkeiten dürfte die Weltwirtschaft laut der DekaBank in diesem und im kommenden Jahr um rund drei Prozent zulegen. Für Euroland wird das BIP im heurigen Jahr voraussichtlich um 0,9 Prozent steigen. Wobei die europäischen Stimmungsindikatoren zum Ende des ersten Quartals 2026 vom Krieg im Nahen Osten geprägt waren. Die Unternehmen und die privaten Haushalte reagierten erschrocken auf die Eskalation. Die Energiepreisanstiege und die erhöhte Unsicherheit durch den Iran-Konflikt bremsen die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum. Immerhin ist der europäische Arbeitsmarkt in guter Verfassung. Die Arbeitslosenquote lag im Februar mit 6,2 Prozent nur geringfügig über ihrem Rekordtief von 6,1 Prozent im Januar 2026. In den jüngsten Arbeitsmarktdaten ist der Ölpreisschock aber noch nicht enthalten. Beruhigend ist hingegen: Mit einem deutlichen und nachhaltigen Anstieg der Arbeitslosenquote im Euroraum ist angesichts der demografischen Entwicklung nicht zu rechnen. Für die Vereinigten Staaten wird wiederum im heurigen Jahr ein BIPPlus von 2,2 Prozent erwartet. Euroraum: Plus 0,9 Prozent Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 15 Mosaik. Afrika steht im Zentrum neuer geopolitischer Handelskonflikte. Zwischen den mächtigen Wirtschaftsblöcken läuft die Konkurrenz um Afrikas Ressourcen – eigentlich eine gute Ausgangsposition für den Kontinent. „Doch trotz enormer Rohstoff- und Marktmacht ist der Kontinent zum Spielball globaler Akteure geworden“, so Thorsten Fischer, Managing Director bei Moventum AM. Besonders deutlich wird die strukturelle Asymmetrie im Verhältnis zu China. Seit 2009 ist die Volksrepublik Afrikas größter Handelspartner, das bilaterale Handelsvolumen liegt bei über 280 Milliarden Dollar. Für Anleger bedeutet dies eine doppelte Realität: Einerseits entstehen durch internationales und hier insbesondere chinesisches Kapital reale Infrastruktur- und Wachstumsimpulse. Andererseits erhöht die starke Konzentration externer Einflussnahme die politische und strategische Komplexität erheblich. Afrika besitzt das Potenzial, als geschlossener Block geopolitisch auf Augenhöhe zu agieren – faktisch jedoch handelt es als Mosaik einzelner Staaten, die jeweils eigene Prioritäten verfolgen. Afrika: Ungenutzte Macht

MÄRKTE & FONDS . Asien 16 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026 Peking: Ein Macht- und Finanzzentrum Asiens

Rund 4,85 Milliarden Einwohner werden in Asien gezählt, das sind annähernd 60 Prozent der gesamten Weltbevölkerung. Der weitgefächerte Kontinent ist somit das demografische Zentrum auf unserem Planeten – sowohl heute als auch in den kommenden Jahrzehnten. Wobei die Mittelschicht in Asien wächst und mit steigender Kaufkraft den Konsum weiter stärken sollte. Dem nicht genug, in einer Analyse des Internationalen Währungsfonds aus dem Jahr 2025 heißt es: „Die Region trägt über 60 Prozent zum globalen Wachstum bei und beherbergt einige der größten und innovativsten Unternehmen der Welt.“ Das sind für Investoren fundamental sehr interessante Ausgangspositionen, wobei Asien nicht statisch gesehen werden darf, vieles ist in Bewegung. Siehe zum Beispiel: China. China: Kurs angepasst So wurde im vergangenen März der 15. Fünfjahresplan Pekings offiziell beschlossen. Er fällt in eine Phase, in der die chinesische Wirtschaft mit vielen Herausforderungen konfrontiert ist (anhaltende Immobilienkrise, verhaltene Binnennachfrage, Überkapazitäten in Teilen der Industrie, herausforderndes geopolitisches Umfeld). In einer Analyse der WKO heißt es dazu: „Vor diesem Hintergrund präsentiert sich der neue Plan als Kurskorrektur, die das chinesische Wachstumsmodell neu ausrichten soll. Er setzt deutlich stärker auf qualitatives Wachstum als auf die bloße Ausweitung von Kapazitäten. ,Hochwertige Entwicklung‘ ist der Leitbegriff des nächsten Fünfjahresplans und umfasst sowohl eine innovationsgetriebene Modernisierung der Industrie als auch die Stärkung des Binnenmarktes.“ Technologie solle nicht mehr lediglich ein unterstützender Faktor sein, sondern die Grundlage des künftigen Wachstums darstellen. Im Unterschied zum 14. Fünfjahresplan lassen sich laut WKO deutliche Veränderungen feststellen: „Themen wie E-Mobilität und Erneuerbare Energien waren im vorigen Plan zentrale Schwerpunkte, sind nun aber nur noch am Rande präsent. Die ehrgeizigen Ziele in diesen Bereichen wurden weitgehend bereits erreicht.“ Statt Skalierung steht technischer Fortschritt in Zukunftstechnologien im Vordergrund. Halbleiter, Künstliche Intelligenz, Quanteninformatik, Robotik, Raumfahrt und Fusionsforschung gehören zu den Bereichen, in denen China technologische Eigenständigkeit anstrebt. Dina Ting, Portfolio-Expertin bei Franklin Templeton, sieht die Sache so: „Mit einem moderaten Wachstumsziel von 4,5 bis fünf Prozent schafft China Raum für strukturelle Reformen und verlagert seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt zunehmend hin zu Hightech, grünen Industrien und Binnenkonsum. In China treffen niedrige Bewertungen auf strukturelle Stärke und politische Unterstützung und schaffen damit ein potenziell attraktives Risiko-ErtragsProfil trotz bestehender Unsicherheiten.“ Grüne Energie und mehr Wobei das Reich der Mitte gezielt Risikofaktoren minimiert. Dina Tina: „Ein oft unterschätztes Thema, das die Entwicklung Chinas in diesem Jahr prägen könnte, ist die Energiesicherheit angesichts steigender geo-politischer Risiken. Während Konflikte rund um den Iran und die Straße von Hormus die Ölmärkte erschüttern, rückt Pekings vielschichtige Strategie zur Energiesicherheit in den Fokus. Sie könnte AnfälDas Herz der Weltwirtschaft Asien ist für den größten Teil des globalen Wachstums verantwortlich, auch leben auf dem Kontinent unzählige aufstrebende Konsumenten. Anleger sollten diese Investmentmöglichkeit nicht links liegen lassen. HARALD KOLERUS Credits: ABCDstock/stock.adobe.com; wikimedia „Wagt zu träumen und arbeitet hart, damit der Traum wahr wird!“ Xi Jinping, Staatspräsident der Volksrepublik China Asien mit Nachholbedarf Der MSCI Asia hinkt dem MSCI World noch deutlich hinterher. Erst 2025 konnte er wieder etwas Boden gutmachen. -20% 0% 60% 80% 100% 20% 40% ´26 2021 2022 2023 2024 2025 MSCI Asia TR EUR MSCI World TREUR Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 17

Credits: wikimedia TOP-FONDS: ASIEN EX JAPAN ISIN FONDSNAME VOLUMEN PERF. 1 J. 3 JAHRE 5 JAHRE TER IE00BYXW4535 CIM Dividend Income Fund 819 Mio.€ 21,4 % 70,2 % 77,6 % 1,49 % LU1670618187 M&G (Lux) Asian Fund 640 Mio.€ 33,5 % 64,7 % 66,3 % 1,76 % IE00BFWXDV39 Franklin FTSE Asia ex China ex Japan UCITS ETF 568 Mio.€ 46,1 % 62,0 % 58,9 % 0,14 % IE00B9F5YL18 Vanguard FTSE Dev. Asia Pacific ex J. UCITS ETF 2.358 Mio.€ 57,2 % 62,1 % 54,0 % 0,15 % IE00B88WFS66 Federated Hermes Asia ex-Japan Equity Fund 5.452 Mio.€ 29,6 % 55,6 % 46,2 % 1,58 % Quelle: Morningstar, alle Angaben auf Euro-Basis, Auswahl der Fonds nach Sharpe Ratio, TER=Total Expense Ratio (p.a.), Stichzeitpunkt: 10. April 2026 „KI erschwinglich, sicher und inklusiv machen.“ Narendra Modi, Premierminister Indiens 18 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026 ligkeiten durch Vorratshaltung, Diversifizierung und strategische Infrastruktur abfedern.“ So baut China seit mehr als zwei Jahrzehnten seine strategischen Erdölreserven aus und erweitert seine Lagerkapazitäten, um sich gegen Versorgungsengpässe abzusichern. Noch wichtiger: China ist weltweit führend beim Ausbau von Solar- und Windenergie und dominiert wichtige Segmente der Lieferkette für Elektrofahrzeuge. Bis November letzten Jahres beliefen sich die chinesischen Auslandsinvestitionen in grüne Energie – die die Bereiche Erneuerbare Energieerzeugung, Netzinfrastruktur und Herstellung sauberer Technologien umfassen – auf rund 80 Milliarden Dollar, nachdem in den beiden vorangegangenen Jahren zusammen etwa 100 Milliarden Dollar investiert worden waren. Günstig bewertet Das Reich der Mitte spielt zudem eine führende Rolle bei der Verarbeitung kritischer Mineralien, darunter Lithium, Seltene Erden und andere Batterierohstoffe. Die Templeton-Expertin führt weiter aus: „Diese industrielle Stärke steht im Kontrast zu den Aktienbewertungen, die weiterhin niedrig sind. Der ,FTSE China RIC Capped Index‘ notiert nahe dem 12-Fachen der erwarteten Gewinne (Schätzung für 2026), unter seinem langfristigen Durchschnitt und mit einem Abschlag gegenüber den Vergleichswerten der Industrieländer.“ Knapp zusammengefasst: Ein gewisser China-Anteil sollte in einem breit gestreuten Asien-Portfolio nicht fehlen. Indien: Schwache Börse Die zweitgrößte asiatische Volkswirtschaft ist Indien, global auf Platz fünf gelistet. Allgemein spricht für Indien die demokratische Ausrichtung (obwohl autoritäre Tendenzen nicht zu übersehen sind), ein westlich geprägtes Rechtssystem und die Tatsache, dass Indien heute das bevölkerungsreichste Land der Welt ist: mit unglaublichen 1,47 Milliarden Einwohnern. Das entspricht knapp 18 Prozent der Weltbevölkerung. Ein Konsumpotenzial, das von der Politik noch zusätzlich angefeuert wird. Im Jahr 2025 führte die indische Regierung eine Reihe von finanzpolitischen Maßnahmen ein, um die Nachfrage anzukurbeln und das Wachstum zu stimulieren. Dazu gehören vor allem die im Februar angekündigten Einkommensteuervergünstigungen, die sich hauptsächlich an die Mittelschicht richten, und eine im September eingeführte Überarbeitung der Waren- und Dienstleistungssteuerklassen, die die Steuersätze für eine Vielzahl von Produkten effektiv senkt. Experten sind im überwiegenden Glauben, dass die indische Wirtschaft weiter brummen wird, das BIP-Wachstum wird für 2026 auf ca. 6,2 bis 7,6 Prozent geschätzt, was das Land zu einem der kräftigsten Wachstumsmotoren weltweit macht. Im Gegensatz dazu hapert es an der Börse: Auf Sicht von zwölf Monaten ist der MSCI India im Vergleich zum MSCI World ziemlich „abgeschmiert“. Die Underperformance hat einige handfeste Ursachen: Nach Jahren starker Entwicklung war die indische Börse im Vergleich zu anderen Emerging Markets aber auch dem MSCI World teuer. Außerdem fiel das Gewinnwachstum der indischen Unternehmen über mehrere Quartale hinweg schwächer als erwartet aus. Last but not least: Der MSCI World wurde maßgeblich von den „Magnificent Seven“ und dem MÄRKTE & FONDS . Asien TOP-FONDS: CHINA ISIN FONDSNAME VOLUMEN PERF. 1 J. 3 JAHRE 5 JAHRE TER IE00BKFB6K94 UBS MSCI China A SF UCITS ETF 127 Mio.€ 25,3 % 22,9 % 19,4 % 0,24 % LU0779800910 Xtrackers CSI300 Swap UCITS ETF 1.473 Mio.€ 22,9 % 21,7 % 12,4 % 0,50 % LU1238072513 AB China A Shares Equity Portfolio 264 Mio.€ 20,9 % 20,0 % 11,6 % 1,99 % LU2200695679 Ninety One GSF China A Shares 107 Mio.€ 19,6 % 26,8 % 5,8 % 1,81 % LU2038982588 HSBC GIF China A-Shares Equity 29 Mio.€ 31,3 % 33,2 % 5,3 % 1,90 % Quelle: Morningstar, alle Angaben auf Euro-Basis, Auswahl der Fonds nach Sharpe Ratio, TER=Total Expense Ratio (p.a.), Stichzeitpunkt: 10. April 2026

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