GELD-Magazin, Nr. 2/2026

GOLD . (Un-)Sicherer Hafen? Sorgen, dass die Geldpolitik nicht so locker ausfallen wird, wie ursprünglich erwartet, haben Gold belastet. Außerdem wurden auch Positionen verkauft, um Verluste an anderer Stelle abzufedern. URAN . Strahlende Performance Der Uran-Future, der an der CME gehandelt wird, hat in Jahresfrist rund 50 Prozent zugelegt. Der seit Jahresbeginn 2025 gültige Aufwärtstrend ist intakt und sollte sich aufgrund der hohen Nachfrage nach Uran fortsetzen. Wild umstritten. Die einen lehnen Atomkraft definitiv ab – wofür es gute Argumente gibt: Die Gefahr eines GAUs kann nie restlos ausgeschlossen werden und die Frage der Endlagerung ist noch immer nicht geklärt. Die Befürworter hingegen argumentieren mit geringem CO2-Ausstoß und einer Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Wenn wir diesen Richtungsstreit beiseitelassen, bleibt eine Tatsache übrig: Der World Uranium Index hat sich sehr erfolgreich entwickelt und auf Sicht von zwölf Monaten um rund 150 Prozent (!) zugelegt. (Der Index bildet die weltweit führenden Unternehmen im Uranbergbau, der Exploration und verwandten Bereichen der Kernenergiebranche ab.) „Uran ist der Brennstoff, der die Renaissance der Kernenergie befeuert“, so Mobeen Tahir, Direktor im Bereich Makro-Research bei WisdomTree. Tatsächlich haben sich 31 Länder dazu verpflichtet, die globale Kernkraftkapazität bis 2050 zu verdreifachen, während die USA sogar eine Vervierfachung anstrebten. Treiber dieser Entwicklung sind neben den genannten Themen Energiesicherheit und Dekarbonisierung zunehmend auch große Technologieunternehmen. Konzerne wie Microsoft, Google, Amazon und Meta sicherten sich langfristig Kernenergie, um den steigenden Strombedarf ihrer Rechenzentren zu decken. (mf) Im Schatten des Krieges. Gold hat heuer eine große Schwankungsbreite an den Tag gelegt und ist seinem Image als sicherer Hafen nicht immer gerecht geworden. Direkt nach Ausbruch des Iran-Krieges hatte das Edelmetall zwar in Richtung Allzeithoch zugelegt, geriet aber im Verlauf des März spürbar unter Druck. Ausschlaggebend waren laut DekaBank dafür besonders die steigenden Renditen für US-Staatsanleihen infolge des Einpreisens von energiepreisbedingt höheren Inflationsrisiken. Die Perspektiven für die erwarteten geldpolitischen Lockerungen trübten sich somit spürbar ein. Die daraus resultierenden höheren Realzinsen belasteten die Nachfrage und spiegelten sich in deutlichen Nettomittelabflüssen bei physisch gedeckten Gold-ETFs wider. Nicht zu vergessen ist, dass das Edelmetall nach einem sehr steilen Anstieg heuer ein All-Time-High verzeichnet hat – da wird schon einmal Kassa gemacht. In der Analyse der DekaBank heißt es: „Alles in allem ergibt sich für den Prognosezeitraum ein konstruktives Bild für die Goldnotierung, wenngleich temporäre Korrekturen jederzeit möglich sind. Langfristig dürfte die Entwicklung der Goldnotierung mindestens die globale Inflation ausgleichen.“ Die Experten sehen die Notierung in sechs Monaten bei 4.280 und in zwölf Monaten bei 4.360 Dollar pro Feinunze. (mf) in USD/Unze 1.600 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000 5.500 2022 2023 2024 2025 in USD/lb 40 60 50 70 80 90 100 110 2022 2023 2024 2025 ´26 ´26 Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 25

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