ROHSTOFFE . Aktuelle Trends SILBER . Nachfrage übersteigt Angebot Silber erwies sich im bisherigen Jahresverlauf als sehr volatil. Ende März wurde allerdings die Bodenbildung vollzogen, seither befindet sich das Edelmetall - unterstützt von einem Angebotsdefizit - im Aufwärtstrend. Gute Karten. Die unerfreuliche Nachricht für „Silber-Bullen“ lautet: Die Industrienachfrage nach dem Edelmetall sinkt 2026 um drei Prozent auf 640 Millionen Unzen. Aber die Good News überwiegen: Die Nachfrage nach Münzen und Barren steigt voraussichtlich um 18 Prozent auf 258 Millionen Unzen. Der Silbermarkt steuert somit auf das sechste Jahr in Folge mit einem strukturellen Defizit zu. Seit 2021 wurden 762 Millionen Feinunzen aus den Lagerbeständen entnommen. „Das erhöht das Risiko einer erneuten Liquiditätskrise“, so das Silver Institute und das Beratungsunternehmen Metals Focus. Ned Naylor-Leyland, Fondsmanager bei Jupiter, kommentiert: „Aufgrund des gestiegenen industriellen Silberbedarfs für Produkte wie Batterien, Elektronikgeräte und andere technische, medizinische und militärische Anwendungen ist das Angebot in den letzten Jahren sehr knapp geworden. Und im November haben die USA Silber auf ihre Liste kritischer Mineralien gesetzt. Diese umfasst Rohstoffe, die für die Wirtschaft und die nationale Sicherheit besonders wichtig sind, und bei denen ein erhöhtes Risiko von Lieferengpässen besteht.“ Somit könnte Silber wieder gute Karten in der Hand haben. Der OnlineBroker Libertex kommt in einer Analyse von Kursprognosen auf einen Jahresendwert von 122,91 Dollar. (mf) Credits: pixabay; Destina & RHJ/stock.adobe.com ERDÖL . Schockwirkung Auch bei einer nachhaltigen Lösung des IranKonflikts bleiben Ölförderung, Aufarbeitung und Transport schwierig. Es wird jedenfalls mit Störungen bis in die zweite Jahreshälfte 2026 gerechnet. Teures Tanken. Autofahrern fährt der Schreck in die Glieder, wenn sie die Rechnung nach dem Verlassen der Zapfsäule sehen. Und natürlich schlagen sich die hohen Erdölpreise auch auf andere Produkte des täglichen Lebens nieder, die Inflation lässt grüßen. Der Anstieg ist kein Wunder: Im Vergleich zur Situation vor dem Angriff auf den Iran besteht auf dem Weltmarkt eine Unterversorgung von rund zehn Millionen Barrel pro Tag. Problematisch für die künftige Prognose: Lösungen, die im Iran-Konflikt getroffen werden, können im Handumdrehen wieder vom Tisch sein. Abhängig vom politischen Hinundher findet man Preisprognosen in einer Spanne zwischen 80 und 160 Dollar pro Fass. Das letztere Extremszenario würde wohl zu einer globalen Rezession führen. So weit wird es hoffentlich nicht kommen, aber zu bedenken ist auch: Selbst, wenn sich die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wirklich nachhaltig normalisiert, ist zu befürchten, dass die Produktion in der Region wegen längerer Anlaufzeiten in der Ölförderung und Schäden an den Förderanlagen erst zögerlich wieder aufgenommen werden kann. Für höhere Ölpreise als vor dem Krieg spricht auch der Umstand, dass die Lagerbestände deutlich niedriger sein werden. Die Commerzbank rechnet daher mit einem Brent-Ölpreis von 80 Dollar am Jahresende. (mf) Sorte Brent, USD/Barrell 55 100 110 80 90 70 60 120 130 140 2022 2023 2024 2025 in USD/Unze 15 20 30 40 50 60 80 100 120 2022 2023 2024 2025 ´26 ´26 24 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026
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