Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 7 Champagner-Index Kein lautes Korkenknallen Schaumgebremst. Die wirtschaftliche Stimmung in Österreich zeigt erste vorsichtige Zeichen der Erholung, allerdings auf gedämpftem Niveau. Das zeigt die vierte Auflage des Champagner-Index, des Research Instituts Marketagent. Dieser Konjunkturbarometer misst Einstellungen durch implizite und metaphorische Fragestellungen, zum Beispiel: „Wenn die Wirtschaftslage ein Champagnerglas wäre, wie voll wäre es aktuell?“ Zu den Ergebnissen: Die Stimmung unter österreichischen Unternehmen verbessert sich leicht, der Champagner-Index steigt 2026 auf 46,7 Prozent, nach 41,5 Prozent im Vorjahr. Dennoch bleibt die Einschätzung signifikant unter den Werten früherer Jahre. Die Bevölkerung bewertet die wirtschaftliche Lage mit 35,6 Prozent Füllstand im Glas deutlich pessimistischer. Verdreifachung. Während generative Künstliche Intelligenz zuletzt im Fokus stand, rückt zunehmend die nächste Entwicklungsstufe in den Blick: Physical AI, also Robotik. Besonders in Emerging Asia entstehen derzeit zentrale Wachstumszentren für diese Technologie, das beobachtet James Donald, Portfoliomanager bei Lazard Asset Management. Trotz der zuletzt gestiegenen geopolitischen Unsicherheit und kurzfristiger Belastungen für globale Lieferketten bleiben die strukturellen Wachstumstreiber laut dem Experten intakt: „Der globale Robotikmarkt dürfte im kommenden Jahrzehnt stark wachsen, angetrieben durch Fortschritte in der KI und ihre zunehmende Integration in humanoide Roboter.“ Nach Angaben des Instituts „Market Research Future“ dürfte sich der Robotikmarkt bis 2034 verdreifachen. Eine zentrale Rolle spiele dabei China. In einem Land mit mehr als sechs Millionen Fabriken, die jährlich eine Wirtschaftsleistung von rund vier Billionen Dollar generieren, was etwa 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht, unterstützt die Regierung den Sektor gezielt. Robotik: Asien als globales Zentrum Traurig. Der OECD-Ausschuss für Entwicklungshilfe (DAC) warnt, dass 26 seiner 34 Mitgliedsstaaten ihre öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (Official Development Assistance, ODA) im Jahr 2025 kürzten und die ODA das stärkste Minus ihrer Geschichte verzeichnet. Die ODA-Quote aller DAC-Mitglieder sank voraussichtlich auf durchschnittlich 0,26 Prozent des Bruttonationaleinkommens, die der europäischen Mitglieder auf 0,40 Prozent. „Dieser Rückschritt auf das ODA-Niveau von 2015 raubt Menschen, deren Alltag von Ungleichheiten und Not geprägt ist, die Zukunftschancen“, so Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung. Mit dem Doppelbudget für 2025 und 2026 hat auch Österreich den Rückzug aus dem internationalen Engagement angetreten. Die heimische Quote ist auf 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens gesunken. DIE ZAHL DES MONATS 0,33 Prozent Wirtschaft als Gewinner. Einer Studie der Boston Consulting Group zufolge könnte die Fußball-WM 2026 kurzfristige wirtschaftliche Auswirkungen in Höhe von fünf Milliarden Dollar mit sich bringen, dies beträfe 40.000 Jobs und eine Milliarde Dollar an zusätzlichem Verdienst für Arbeitnehmer. Allein für die Westküstenmetropole Los Angeles rechnen Experten des Research-Hauses Micronomics mit 594 Millionen Dollar an ökonomischem Effekt und 35 Millionen Dollar Steuereinnahmen für die Region um L.A. BNP Paribas fügt hinzu: „Die erwartete Zahl der Stadionbesucher liegt deutlich höher als während vorangegangener Turniere – weil die Verfügbarkeit von Tickets etwa doppelt so hoch ist als bei den Weltmeisterschaften der vergangenen Jahrzehnte.“ Fußball-WM: Rekorde erwartet
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