GELD-Magazin, Nr. 2/2026

Stagflation droht. Rohstoffpreise sind ein guter Indikator für die Inflation. Historisch gesehen zeigte sich meist nach rund fünf Monaten die höchste Korrelation. Das heißt: Die negativen Auswirkungen des Irankriegs auf die US-Fundamentaldaten werden erst später in diesem Jahr so richtig sichtbar werden. Doch schon im März hat der Konflikt die US-Inflationsrate deutlich nach oben getrieben. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent. Dabei hat im Februar der Auftragseingang der US-Industrie stagniert, wie auch im Januar. Das ist kein gutes Omen für die nächsten Monate. Zudem steckt die US-Notenbank in einer Zwickmühle: Erhöht sie die Zinsen zur Bekämpfung der Inflation, droht sie die Konjunktur vollends abzuwürgen, ohne aber Einfluss auf die hohen Rohstoffpreise nehmen zu können. Bleibt sie untätig, könnten die Inflationserwartungen erst so richtig zulegen und die langfristigen Zinsen am Bondmarkt in die Höhe steigen, was ebenfalls das Wachstum schwächt. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im April stärker als erwartet eingetrübt und ist auf ein Rekordtief gefallen. Zwar ist dieser Index nicht sehr verlässlich, aber wenn der Konsum deutlich sinken sollte, ist eine Rezession kaum noch zu vermeiden, zumindest droht aber eine Stagflation – keine schöne Aussicht. Ob diesmal der TACO-Trade funktioniert, ist daher höchst unsicher. (wr) Ausblick bleibt wolkenverhangen. In China hat sich die Stimmung in den größeren Industriebetrieben trotz steigender Energiepreise infolge des Iran-Kriegs überraschend stark aufgehellt. Der staatlich ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) für das produzierende Gewerbe legte im März im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Punkte auf 50,4 Zähler zu. Zudem ist Chinas Wirtschaft nach einem schwachen vierten Quartal 2025 zu Jahresbeginn um 5,0 Prozent und damit stärker gewachsen als erwartet. Allerdings ist dies ein Blick in den Rückspiegel. Der Ausblick sieht weniger gut aus, denn Chinas Exportwachstum hat im März deutlich an Tempo verloren. Die Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 2,5 Prozent. Da die Exporte 2025 den größten Beitrag zum positiven Wachstumsergebnis lieferten, ist dies kein gutes Omen für 2026. Chinas Handelsüberschuss schrumpfte auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr. Die Exporte in die USA sanken um fast 27 Prozent, jene in den EU-Raum legten jedoch zu. Das Resultat dieser Entwicklung: Gerade bei exportorientierten Betrieben ist zuletzt die Stimmung bereits gesunken. Allerdings hat China gegenüber den USA eine Stärke: Das Wachstum bei Erneuerbaren Energien. Während die USA europäischen Energiekonzernen Milliarden dafür zahlen, damit sie geplante Offshore-Windparks nicht bauen, ist es in China umgekehrt. (wr) AKTIEN . Börsen international USA . Hält der TACO-Trade? CHINA . Die Industriestimmung zeigt sich resistent Neues Rekordhoch Der S&P 500 Index konnte nach dem Einbruch als Folge des US-Iran-Krieges eine kräftige Erholungsrally hinlegen und sogar die Hürde bei 7.000 Punkten überspringen. Der Anstieg war vom breiten Markt getragen, nicht nur von den Technologiewerten. Kursverluste fast ausgebügelt Der Shanghai A-Shares Index der chinesischen Festlandsbörsen musste, so auch andere Indizes in den Emerging Markets, den Ölpreisanstiegen stark Tribut zollen. Allerdings hielt die Marke von 4.000 Punkten und die Kurse erholten sich. S&P 500 SHANGHAI A-SHARES INDEX Credit: Who is Danny/stock.adobe.com 28 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026 2.800 3.600 3.400 3.800 4.200 4.000 3.200 3.000 4.400 Indexpunkte in CNY 2021 2023 2024 2022 2025 3.500 4.000 5.000 7.000 6.500 6.000 5.500 4.500 Indexpunkte in USD 2021 2022 2023 2024 2025 ´26 ´26

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