AKTIEN . Anlagetipps Damit steigen auch die mit dem Iran-Krieg verbundenen Risiken. Hier ist allerdings zu unterscheiden: Dass jegliche Zinsfantasie bis Jahresende so gut wie flöten gegangen ist, erscheint von den Märkten eingepreist, eine Rezession jedoch nicht. Und genau eine solche könnte bevorstehen, denn das wichtige US-Verbrauchervertrauen ist auf Niveaus gefallen, die während der Corona-Krise zu beobachten waren. Nur mit dem Unterschied, dass jetzt keine rasche Lösung in Sicht ist und der Ölpreis deutlich über dem Niveau von 2020 liegt. Noch halten die wichtigsten Konsumenten, rund zehn Prozent der reichsten Amerikaner, den Konsum einigermaßen stabil. Sollten jedoch auch die Aktienkurse weiter einbrechen, könnte es mit deren Zuversicht vorbei sein. Denn gerade diese Konsumentengruppe hält die meisten Aktien und lebt auch von Portfoliogewinnen. Viele USKonsumenten finanzieren Teile ihres Konsums zudem durch Hypothekenumschichtungen. Fallen die Zinsen, ist dies ein lohnendes Geschäft, denn dann erspart sich ein durchschnittlicher US-Haushalt rund 2.500 bis 4.000 Dollar an Zinszahlungen pro Jahr und kann diese verkonsumieren. Sinken die Iran-Poker vor Entscheidung Und wieder einmal hält US-Präsident Trump die Weltbörsen in Atem. Sein Irankrieg dauert schon um einiges länger als geplant, falls Trump überhaupt mit einer Strategie in diesen Konflikt gegangen ist. WOLFGANG REGNER Zinsen jedoch nicht mehr, kommt auch in diesem Bereich des US-Konsummotors Sand ins Getriebe. Nicht zu übersehen ist die auffällige Planlosigkeit der politischen und militärischen Führung der USA. Mit einer lange andauernden Sperre der Straße von Hormus und der Engstelle des Roten Meeres hat offenbar niemand gerechnet: ein sträflicher Leichtsinn. Trotz allem haben die Anleger bisher die Nerven behalten, was jedoch die Gefahr eines starken Kurseinbruchs erhöht, wenn es mit der Gelassenheit vorbei sein sollte. Die wichtigsten US-Aktiencharts jedenfalls zeigen klare Schwächezeichen. NORTHERN STAR RESOURCES . Goldminenaktie in starken Turbulenzen Der Aktienchart zeigt deutlich, dass es sich bei Northern Star um eine sehr spekulative Aktie handelt. Der Aufwärtstrend seit 2023 ist jedoch noch intakt. Kauf bei rund 11,60 Euro, Stopp Loss bei 8,90 Euro setzen. Vom Jäger zum Gejagten. Northern Star Resources ist ein durch einen aggressiven Übernahmekurs gewachsenes Bergbauunternehmen mit Schwerpunkt auf Goldminen in Australien. Freitag, den 13. März, dürften Aktionäre dieses Goldexplorers nicht in guter Erinnerung behalten: Der Aktienkurs stürzte in rasendem Tempo um gut 20 Prozent ab und fiel danach noch weiter. Der Auslöser: Statt 1,6 bis 1,7 Millionen Unzen Gold soll die Produktion per Ende des Geschäftsjahres 2025 nur bei 1,5 Millionen Unzen liegen. Klingt nicht dramatisch, allerdings ist dies bereits die zweite Prognosesenkung. Der Hauptgrund: Der KalgoorieSuper-Pit-Komplex performt nicht wie gewünscht. Zwar wird bereits eine neue, effizientere Aufbereitungsanlage mit weit höherem Durchsatz gebaut, doch auch beim „Crusher“, der Erzzerkleinerungsmaschine, traten Probleme auf. Immerhin: Der neue Super-Komplex soll 2026 in Betrieb genommen werden und schon 2027 die Vollauslastung mit fast einer Million Unzen erreichen. Northern Star muss also nur noch wenige Monate mit der alten Anlage überbrücken. Doch das Unternehmen wird nun vom Jäger zum Gejagten und hat gegen eine Übernahmeattacke – genannt wird dabei oft Agnico Eagle Mines – aktuell kaum etwas entgegenzusetzen. Dazu ist Agnico in Australien (noch) schwach aufgestellt. Credits: pixabay; kashd/stock.adobe.com; wikimedia ISIN AU000000NST8 Kurs (17.04.2026) 14,82 € KGV 25/26 e 20,0 Marktkap. 20,69 Mrd.€ KGV 26/27 e 11,7 Umsatz 25/26 e 4,69 Mrd.€ KGV 27/28 e 9,0 BW/Aktie 25/26 e 6,74 € Div. 25/26 e 2,10 % EUR (Tradegate) 4 20 16 18 12 14 6 5 7 8 9 10 2023 2024 2021 2022 2025 ´26 30 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026
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