Starke Finanzmärkte und steigende Beitragszuflüsse haben das verwaltete Vermögen der österreichischen Pensionskassen zum Jahresende 2025 auf 30,64 Milliarden Euro anwachsen lassen (2024: 28,7 Mrd. Euro). Das ist ein Plus von fast fünf Prozent gegenüber 2024. Seit Ende 1997 liegt die durchschnittliche Performance der Pensionskassen bei 3,73 Prozent. Im Schnitt erhielten die rund 160.000 Leistungsberechtigten 2025 eine monatliche Zusatzpension von 419 Euro (14-mal/Jahr). Value for Money Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen in Österreich, war mit 2025 zwar zufrieden; der Verband drängt aber auf weitere Verbesserungen und den Ausbau der 2. Säule. Das gilt auch für die Verbesserung der Veranlagungsperformance. Der „Costs und Past Performance Report 2025“ der Europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA zeigt zwar Österreichs Pensionskassen als kosteneffizientes Land, aber niedrige Kosten stellen laut der Aufsicht noch kein Qualitätskriterium dar. Entscheidend für das „Value for Money“ ist, was nach den Kosten und der Inflation tatsächlich an realer Rendite bleibt. Da zeigt sich, dass Österreich nicht unter den TopNationen liegt. Das Ziel sei, die betriebliche Altersvorsorge für alle Menschen in Österreich verfügbar zu machen und die Performance weiter zu steigern, so Zakostelsky. Dafür brauche es aber politische Änderungen. Ein Ministerratsvortrag vom Dezember 2025 bringt jedenfalls Bewegung in die betriebliche Altersvorsorge: So sollen sogenannte Lebenszyklusmodelle die Veranlagung stärker an das Alter anpassen – mit höherem Aktienanteil in jungen Jahren und einer schrittweisen Reduktion des Risikos vor dem Pensionsantritt. Kern der Reform Kern der geplanten Reform ist jedoch ein neuer Generalpensionskassenvertrag, der den Zugang zur zweiten Säule deutlich verVERSICHERUNG . Vorsorge Alle ins Boot Um mehr Dynamik in die Veranlagungsperformance zu bringen und die betriebliche Pension breiter verfügbar zu machen, setzen die Pensionskassen auf starke politische Unterstützung. CHRISTIAN SEC breitern soll. Und zwar mit der Einführung eines gesetzlichen Anspruchs, Guthaben aus der Mitarbeitervorsorgekasse regelmäßig und kostenfrei in eine Pensionskasse zu übertragen. Ab 2027 sollen Beschäftigte ihre gesetzliche Abfertigung („Abfertigung NEU“) in eine Pensionskasse übertragen und später in eine lebenslange Zusatzpension umwandeln können. Bislang bleibt diese Möglichkeit vielen verwehrt – insbesondere jenen ohne bestehende Pensionskassenzusage. Gleichzeitig sind auch Entnahmemöglichkeiten beim Übergang in den Ruhestand vorgesehen. Für Andreas Zakostelsky geht der Reformansatz grundsätzlich in die richtige Richtung. Dennoch sieht er in einzelnen Punkten Nachbesserungsbedarf – insbesondere bei den geplanten Entnahmemöglichkeiten. Diese könnten, so die Kritik, den langfristigen Vermögensaufbau schwächen und damit dem Ziel einer möglichst leistungsstarken Zusatzpension entgegenlaufen. Offen bleibt, wie stark die neuen Modelle tatsächlich in der Breite ankommen. Zakostelsky ist jedenfalls mit der Entwicklung zufrieden. Derzeit haben rund 25 Prozent aller Arbeitnehmer neben ihrem gesetzlichen Abfertigungsanspruch eine Pensionskassenzusage. Das sind immerhin rund 25 Prozent der österreichischen Beschäftigten – das entspricht einem Zuwachs von fast drei Prozent im Jahresvergleich. Abfertigung NEU Die heimischen Vorsorgekassen (Abfertigung NEU) erzielten im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Performance von 3,64 Prozent. Aktuell verwalten sieben österreichische Vorsorgekassen ein Vermögen von 23,7 Milliarden Euro für rund vier Millionen Berechtigte hierzulande. ‘25 4,8 Erfreulich: Im sehr langen Betrachtungszeitraum seit dem Jahr 1991 liegt die Wertentwicklung der heimischen Pensionskassen bei über fünf Prozent per annum. Österreichische Pensionskassen: Solide Performance Quelle: OeKB, 1991-1997: Erhebungen des FV -5% -10% +10% +5% ‘91 10,0 ‘92 10,2 ‘93 13,4 ‘95 10,8 ‘96 10,8 ‘97 10,6 ‘98 9,2 ‘99 13,4 ‘03 7,6 ‘04 7,3 ‘05 11,4 ‘06 5,6 -3,0 ‘09 9,0 ‘10 6,5 ‘12 8,4 ‘14 7,8 ‘13 5,1 ‘17 6,1 ‘19 11,6 ‘21 7,6 ‘23 6,4 ‘24 7,8 ‘94 0,2 ‘00 1,9 -1,6 -6,3 ‘07 2,0 -12,9 ‘15 2,3 ‘16 4,2 -5,1 ‘20 2,5 -9,7 0% +15% +5,03 % Durchschnitt 1991-2025 52 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 2/2026
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