GELD-Magazin, Nr. 2/2026

Langfrist-Studie. Eine Analyse des Vermögensverwalters Aberdeen zeigt, dass ein breit gestreuter, gleichgewichteter Korb aus Private‑Markets‑Investments traditionelle Anlageklassen (Aktien, 60/40‑Portfolios und Anleihen) in den vergangenen 25 Jahren deutlich übertroffen hat. Diese Entwicklung ging jedoch mit einem höheren Risikoprofil einher, was die Bedeutung einer guten Risikostreuung unterstreicht. Zu den konkreten Zahlen: Ein gleichgewichteter Private‑Markets‑Korb erzielte über 25 Jahre eine Gesamtrendite von 845 Prozent, verglichen mit 359 Prozent für globale Aktien, 190 Prozent für globale Anleihen und 309 Prozent für ein klassisches 60/40‑Portfolio. Nalaka De Silva, Head of Private Markets Solutions bei Aberdeen, kommentiert: „Es ist offensichtlich, dass noch mehr Aufklärungsarbeit nötig ist, um die erheblichen Vorteile von Private‑Markets‑Investitionen stärker herauszustellen. Der langfristige Charakter dieser Investments bedeutet, dass Anleger über sehr lange Zeiträume höhere Renditen erwarten können.“ Private Markets: Outperformance Teure Smartphones. Noch vor wenigen Monaten gingen die meisten Prognosen davon aus, dass die Halbleiterindustrie bis 2030 die Umsatzmarke von einer Billion Dollar erreichen würde. Angesichts des derzeitigen Wachstums und hoher Speicherpreise dürfte die Branche diesem Ziel bereits im laufenden Jahr nahekommen. Eros Portillo Spetaliere, Aktienspezialist bei DPAM, erläutert: „Der Markt ist in eine Phase eingetreten, die man als Versorgungsengpass bezeichnen kann.“ Das bedeutendste Segment, das derzeit unter dieser Entwicklung leidet, ist der Speichermarkt. Bereits deutlich ziehen die Preise für „flüchtige Arbeitsspeicher“ (DRAM) an. Diese Dynamik dürfte so lange anhalten, bis irgendwo auf dem Markt die Nachfrageseite reagiert. Diese Anpassung sollte sich zuerst in der Unterhaltungselektronik zeigen, wo PC- und Smartphone-Hersteller die Preise anheben dürften. Halbleiter: Engpass Eros Portillo Spetaliere, Aktienanalyst, DPAM „Erschrocken“. Donald Trump hat mit seinen Iran-Attacken der Konjunktur einen wahren Bärendienst erwiesen, das globale Wachstum wird gebremst bleiben. Immerhin, trotz der Widrigkeiten dürfte die Weltwirtschaft laut der DekaBank in diesem und im kommenden Jahr um rund drei Prozent zulegen. Für Euroland wird das BIP im heurigen Jahr voraussichtlich um 0,9 Prozent steigen. Wobei die europäischen Stimmungsindikatoren zum Ende des ersten Quartals 2026 vom Krieg im Nahen Osten geprägt waren. Die Unternehmen und die privaten Haushalte reagierten erschrocken auf die Eskalation. Die Energiepreisanstiege und die erhöhte Unsicherheit durch den Iran-Konflikt bremsen die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum. Immerhin ist der europäische Arbeitsmarkt in guter Verfassung. Die Arbeitslosenquote lag im Februar mit 6,2 Prozent nur geringfügig über ihrem Rekordtief von 6,1 Prozent im Januar 2026. In den jüngsten Arbeitsmarktdaten ist der Ölpreisschock aber noch nicht enthalten. Beruhigend ist hingegen: Mit einem deutlichen und nachhaltigen Anstieg der Arbeitslosenquote im Euroraum ist angesichts der demografischen Entwicklung nicht zu rechnen. Für die Vereinigten Staaten wird wiederum im heurigen Jahr ein BIPPlus von 2,2 Prozent erwartet. Euroraum: Plus 0,9 Prozent Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 15 Mosaik. Afrika steht im Zentrum neuer geopolitischer Handelskonflikte. Zwischen den mächtigen Wirtschaftsblöcken läuft die Konkurrenz um Afrikas Ressourcen – eigentlich eine gute Ausgangsposition für den Kontinent. „Doch trotz enormer Rohstoff- und Marktmacht ist der Kontinent zum Spielball globaler Akteure geworden“, so Thorsten Fischer, Managing Director bei Moventum AM. Besonders deutlich wird die strukturelle Asymmetrie im Verhältnis zu China. Seit 2009 ist die Volksrepublik Afrikas größter Handelspartner, das bilaterale Handelsvolumen liegt bei über 280 Milliarden Dollar. Für Anleger bedeutet dies eine doppelte Realität: Einerseits entstehen durch internationales und hier insbesondere chinesisches Kapital reale Infrastruktur- und Wachstumsimpulse. Andererseits erhöht die starke Konzentration externer Einflussnahme die politische und strategische Komplexität erheblich. Afrika besitzt das Potenzial, als geschlossener Block geopolitisch auf Augenhöhe zu agieren – faktisch jedoch handelt es als Mosaik einzelner Staaten, die jeweils eigene Prioritäten verfolgen. Afrika: Ungenutzte Macht

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