Volle Auftragsbücher. Nachdem der Vorstand des Industriekonzerns bereits nach dem Auftaktquartal die Jahresziele angehoben hatte, erreichte die Siemens-Aktie ein neues Rekordhoch; nur um danach hart abzustürzen. Doch die 200-Euro-Marke hat gehalten. Die Infrastruktursparte (Elektrifizierung, Optimierung und Ausbau von Energienetzen) und das Automatisierungs- und Digitalisierungsgeschäft wuchsen sogar leicht zweistellig. Der operative Gewinn stieg jeweils überproportional, in der Automatisierung sogar um 37 Prozent. Der Auftragseingang legte um 10,1 Prozent zu. Klimapolitik belastet. Trotz eines Rekordgewinns für 2025 fiel die Aktie des Baustoffherstellers und durchbrach den EinjahresAufwärtstrend. Belastend wirkte die Debatte um eine Aufweichung der EU-Klimaregeln. Investitionen in Produktionsverfahren unter Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid könnten sich nun nicht voll auszahlen. Dennoch hat die Beteiligungsgesellschaft der Eigentümerfamilie Merckle zugeschlagen und Aktien im Wert von 26 Millionen Euro gekauft. Historisch gab es nach solchen Zukäufen oft weitere Kursgewinne. Die Mehrzahl der Analysten ist zuversichtlich. Einstieg ins Raumfahrt-Business. Trotz dreier Großaufträge wird der Kurs der Aktie des Flugzeugbauers durch die schleppenden aktuellen Auslieferungen weiter belastet. Triebwerkshersteller Pratt & Whitney kann die benötigten Flugzeugmotoren nicht liefern. Damit erscheint das Produktionsziel für 2026 gefährdet. Doch Airbus hat auch Erfahrung im Weltraumgeschäft, etwa im Satellitenbau. Zusammen mit den Branchennachbarn OHB und Rheinmetall will der Flugzeugbauer gemeinsame Gebote für öffentliche Aufträge im Bereich des Satellitenbaus abgeben. Die Aktie bleibt attraktiv. SIEMENS . Jahresziele 2026 angehoben HEIDELBERG MATERIALS . Insider nützen Kurseinbruch AIRBUS . Großaufträge bremsen Sinkflug Euro anheben (Vj.: 9,0 Euro). Der Vorstand hat in seinem Ausblick für 2026 eine weitere Steigerung der Ertragskraft angekündigt. SAP mit Come-Back? Schon im Dotcom-Hype des Jahres 2000 wurden Softwaregrößen wie Microsoft oder SAP der Untergang prophezeit. Das Internet würde deren Produkte einfach wegfegen. Doch das Gegenteil trat ein – der CloudBoom. Nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Wieder bringt eine Mega-Spekulation auf das „Ende der Software“ die Branchen-Marktführer zum Absturz. Die SAP- Aktie hat sich seit ihrem Rekordhoch glatt halbiert. KI-Spekulanten sind besessen von der Idee, Sprachmodelle könnten Business Software einfach so ersetzen. Doch KI ohne eine Applikationsebene ist wie ein Formel-1- Bolide ohne Reifen. Den Large Language Models fehlt die Verankerung in das Geschäftsmodell, z.B. einer SAP – also die entscheidenden Daten zur unternehmerischen Planung, zu spezifischen Lieferketten, internen Compliance-Regeln, branchenspezifischen Besonderheiten der Unternehmensstrategien und noch vieles mehr. 2026 lautet die entscheidende Frage nicht, ob KI die Software ersetzt, sondern welche Software-Plattform die KI am besten monetarisiert. SAP hat gute Chancen, wie im Cloud-Boom, zu den Gewinnern zu gehören. Das Wechselrisiko für die Kunden ist einfach zu hoch. Commerzbank hat noch Potenzial Als Waffe im Übernahmekampf gegen die italienische Unicredit hat die Commerzbank ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Da Unicredit schon 29,9 Prozent der deutschen Bank kontrolliert, hätte sie Anteile verkaufen müssen, um nicht über die 30-Prozent-Hürde zu springen. Da sie dies nicht wollte, gab sie ein unattraktives Übernahmeangebot ab. Mit dem einzigen Ziel, ein höheres Pflichtangebot zu vermeiden. Nun kann Unicredit weitere Commerzbank-Aktien kaufen, ohne ein höheres Angebot abgeben zu müssen, selbst wenn sie über die 30-Prozent-Marke kommt. Die Commerzbank kann sich dagegen nur durch Steigerung der eigenen Profitabilität und des Börsenwertes wehren. ISIN DE0007236101 Kurs (17.04.2026) 247,65 € KGV 2026 e 22,8 Enterprise Value 224,0 Mrd.€ KGV 2027 e 20,1 Umsatz 2026 e 82,8 Mrd.€ KGV 2028 e 18,0 Buchw./Aktie 2026 e 85,23 € DIV. 2026 e 2,35 % ISIN DE0006047004 Kurs (17.04.2026) 196,00 € KGV 2026 e 14,8 Enterprise Value 38,77 Mrd.€ KGV 2027 e 13,1 Umsatz 2026 e 22,19 Mrd.€ KGV 2028 e 11,9 Buchw./Aktie 2026 e 111,30 € DIV. 2026 e 2,05 % ISIN NL0000235190 Kurs (17.04.2026) 179,50 € KGV 2026 e 23,6 Enterprise Value 121,0 Mrd.€ KGV 2027 e 19,6 Umsatz 2026 e 80,5 Mrd.€ KGV 2028 e 16,2 Buchw./Aktie 2026 e 37,06 € DIV. 2026 e 1,95 % EUR 80 100 120 160 180 200 140 90 220 2021 2022 2023 2024 2025 ´26 EUR 40 100 150 200 60 80 250 2021 2022 2023 2024 2025 ´26 EUR 90 100 140 180 200 220 240 160 120 260 2021 2022 2023 2024 2025 ´26 Ausgabe Nr. 2/2026 – GELD-MAGAZIN . 33
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