Wiener Börse: Mayr-Melnhof zurück im ATX

Die Wiener Börse nimmt nach der halbjährlichen Überprüfung Änderungen an ihren österreichischen Indizes vor. Mit Wirkung vom 21. September kehrt Mayr-Melnhof Karton AG nach einem Jahr in den ATX zurück und ersetzt SBO AG. Im ATX five rückt Raiffeisen Bank International AG anstelle von voestalpine AG auf.

Anleihenrenditen auf 25-Jahres-Hoch

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen ist so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr. Keith Patton, Head of Global Rates and Unconstrained Fixed Income bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin jedoch weniger ein grundsätzliches Problem am Anleihemarkt als eine Neubewertung von Risiken. Neben anhaltenden Defiziten, Inflation und einem steigenden staatlichen Emissionsbedarf sorgt auch die wachsende Konkurrenz durch große Technologieunternehmen für Aufwärtsdruck bei den Renditen.

Klimapläne fehlen

Nur rund jedes fünfte Unternehmen weltweit verfügt über einen glaubwürdigen Transitionsplan zur Anpassung des Geschäftsmodells an die Pariser Klimaziele. Das zeigt eine Untersuchung von ODDO BHF Asset Management auf Basis von MSCI-Daten. Deutschland liegt mit 37 % auf Rang 11 von 44 untersuchten Ländern, die USA mit 12 % auf Rang 32.

Magnificent 7 und KI: Es ist kompliziert

„Nvidia, Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta, Apple und Tesla gehören zu den wichtigsten Unternehmen der Welt. Als gemeinsame Anlageidee funktionieren sie jedoch immer weniger. Ihre Geschäftsmodelle, ihr Kapitalbedarf und die Renditen auf ihre KI-Investitionen unterscheiden sich zu stark voneinander“, so Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix, in seinem Beitrag.

KI-Investitionen in China

Sorgen über hohe Investitionen in künstliche Intelligenz erreichen zunehmend auch China. Die jüngste Kapitalerhöhung von Alibaba löste deutliche Kursverluste bei chinesischen Technologiewerten aus. Philipp Mettler, Senior Portfoliomanager bei Swisscanto/ZKB, sieht dennoch Chancen – vor allem bei Zulieferern und KI-Anwendern, während er bei Modellanbietern und sehr kapitalintensiven Geschäftsmodellen vorsichtiger bleibt.

Inflation steigt

Die Inflationsrate im Euro-Raum ist im August von 2,9 auf 3,3 % gestiegen. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Energiepreise, während der binnenwirtschaftliche Preisdruck verhalten blieb. Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz, rechnet daher zwar mit einer weiteren Zinserhöhung der EZB im September, warnt aber davor, den Energiepreisschock mit einem breit angelegten Nachfrageboom zu verwechseln.

Federal Reserve Building

Fed bleibt restriktiv

Die US-Notenbank dürfte sich trotz einer abkühlenden Beschäftigungsdynamik weiter stark auf die Inflationsbekämpfung konzentrieren. Ronald Temple, Chief Market Strategist bei Lazard, verweist darauf, dass die Inflation weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel liegt, während der Arbeitsmarkt zwar weniger dynamisch, aber nicht zwangsläufig schwach ist.

Stromboom überfordert Netze

Reindustrialisierung, Elektrifizierung und der Ausbau von KI-Rechenzentren treiben den Stromverbrauch wieder deutlich nach oben. Christian Rom, Portfoliomanager bei DNB Asset Management, sieht darin einen strukturellen Trend – und zugleich wachsenden Investitionsbedarf bei Netzinfrastruktur, Stromerzeugung, Halbleitern und Speichern.

Anleihenmarkt: Sicherheit oder Rendite?

Viele Anleger sehen sich am Anleihemarkt mit einer scheinbar klaren Wahl konfrontiert: mehr Sicherheit durch Investment-Grade-Anleihen oder höhere Ertragschancen mit Hochzinsanleihen (High Yield Bonds). Während Erstere in der Regel stabiler sind, bieten Letztere zwar attraktivere Renditen, gehen jedoch mit höheren Kreditrisiken und größerer Volatilität einher. Ein Beitrag von Lewis Parkhouse, Investment Specialist bei Aberdeen Investments.

Chancen jenseits KI

Die aktuelle Berichtssaison zeigt nach Einschätzung von Ben Leyland, Senior Fondsmanager bei J O Hambro, dass sich das Gewinnwachstum deutlich breiter entwickelt, als es die starke Fokussierung auf künstliche Intelligenz vermuten lässt. Neben KI profitieren zahlreiche Unternehmen von langfristigen Anlagetrends, verbesserten Fundamentaldaten und teils attraktiveren Bewertungen.

US-Schulden steigen

Die wachsende US-Staatsverschuldung rückt angesichts steigender langfristiger Renditen und jüngster Maßnahmen des US-Finanzministeriums erneut in den Fokus. Robert Sockin, Chief US Economist bei PGIM, sieht vor allem strukturelle Ausgabenfaktoren und fehlenden politischen Willen als Gründe dafür, dass das Defizit weiter hoch bleiben dürfte.

Gold Nugget

Grünes Licht für den Goldpreis

Der Goldpreis hat 2026 eine starke Achterbahnfahrt erlebt. Nach dem Allzeithoch von 5.595 US-Dollar je Unze im Januar fiel der Preis bis Ende Juni auf 3.943 US-Dollar und damit um rund 30 Prozent. Inzwischen hat sich Gold wieder deutlich erholt. Alexander Posthoff, Senior Portfoliomanager bei Bantleon, sieht für die weitere Entwicklung vor allem drei Faktoren als entscheidend: die geopolitische Lage, die Goldkäufe der Zentralbanken sowie die US-Zins- und Schuldenpolitik.