Ölpreise steigen weiter

Die steigenden Ölpreise infolge des Iran-Konflikts setzen Märkte und Geldpolitik zunehmend unter Druck. Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments, erläutert, dass die Risikobereitschaft der Anleger sinkt, die Märkte leicht nachgeben und Zentralbanken zwischen steigender Inflation und begrenzten geldpolitischen Handlungsmöglichkeiten gefangen sind.

Gold

Gold enttäuscht

Seit Ausbruch des Konflikts im Iran konnte Gold seinen Status als „sicherer Hafen“ nicht aufrechterhalten. Stattdessen hat das Edelmetall seit Anfang März rund 15 % an Wert verloren. Darauf weist Roger Rüegg, Head of Multi-Asset bei Swisscanto, hin.

Märkte im Fokus

Die Eskalation im Nahen Osten hat die Börsen kurzfristig aus dem Takt gebracht, doch jenseits der Schlagzeilen bleiben fundamentale und strukturelle Trends entscheidend. Das betont Thorsten Fischer von Moventum Asset Management. Während US- und europäische Aktienmärkte auf Sicht der nächsten Monate insgesamt neutral einzuschätzen sind, rücken Marktverbreiterung, Stilrotation und langfristige Branchenthemen stärker in den Mittelpunkt.

Indiens IT-Ausverkauf

Die jüngsten Fortschritte im Bereich Künstliche Intelligenz haben die Anlegerstimmung gegenüber Dienstleistungssektoren getrübt und zu Abverkäufen von Software bis hin zur Finanzplanung geführt. Das erläutert James Syme, Senior Fund Manager bei J O Hambro. Gleichzeitig entstehen Bedenken, wie sich eine mögliche Abschwächung bei Software- und IT-Dienstleistungen auf die indische Wirtschaft auswirken könnte, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Ölpreise.

EZB: Leitzins unverändert

Auf ihrer Märzsitzung hat die EZB ihren Leitzins wie erwartet unverändert bei 2,0% gehalten. Mit Blick auf den Anstieg der Energiepreise seit Anfang März hat die EZB ihren Inflationsausblick für 2026 deutlich angehoben und den Wachstumsausblick gesenkt.

Autoindustrie Europa unter Druck

Nach dem „Annus Horribilis“ 2025 steht die europäische Automobilindustrie weiter unter Druck. Darauf weist Mark Heinrichs von DJE Kapital AG hin. Trumps Zollpolitik, die Transformation zur Elektromobilität sowie der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Hersteller – sowohl im Heimatmarkt als auch global – haben sich zu einem „perfekten Sturm“ entwickelt. Entsprechend blieb der europäische Automobilsektor deutlich hinter dem breiten Markt zurück.

Fed unter Druck

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen, die Entscheidung fiel jedoch nicht einstimmig: Stephen Miran sprach sich für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte aus. Darauf verweist Christian Scherrmann. In der Kommunikation wurde insbesondere die gestiegene Unsicherheit durch die Eskalation im Nahen Osten betont.

Elektrifizierung Boom

Die weltweite Elektrifizierung der Industrie gewinnt weiter an Tempo. Darauf weist Pierre Schang, Co-Leiter des Bereichs Impact und Umwelt sowie Fondsmanager bei La Financière de l’Echiquier, hin. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wächst der Energiebedarf mit der Elektrifizierung konstant um 3 bis 4 % pro Jahr. Zusätzlichen Druck erzeugen die massive Zunahme von Rechenzentren und der erwartete Boom humanoider Roboter, wodurch Energie in bestimmten Regionen mittelfristig knapp werden könnte.

Auf Marktkorrektur vorbereiten

Wie sich Anleger auf eine mögliche Marktkorrektur vorbereiten können, erläutert Arne Tölsner, Head of Client Group Dach bei Capital Group. Trotz grundsätzlich positiver Aussichten für 2026 – gestützt durch lockerere monetäre Bedingungen in den USA, fiskalische Impulse in Europa und Reformen in Asien – bleibt das Umfeld von Unsicherheiten geprägt.

Vier Energieszenarien

Der Konflikt im Iran hält an und sorgt weiterhin für Unsicherheit an den Energiemärkten. Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass der Iran möglicherweise versucht, die Straße von Hormus zu verminen – ein Schritt, der zu einem zwei- bis dreimonatigen Stillstand des Schiffsverkehrs führen könnte. Theodore Bunzel und Ron Temple skizzieren vier mögliche Entwicklungspfade des Konflikts und deren Auswirkungen auf die Energiepreise. Ron Temple sieht in den Marktverwerfungen zudem Chancen für Anleger, Kapital in Nicht-US-Märkte umzuschichten.

Flughafenboom Europa

Laut einer Studie von Fortune Business Insights wird sich die Entwicklung der internationalen Flughafen-Infrastruktur bis 2034 robust fortsetzen – insbesondere in Europa, das bereits heute rund 30 Prozent des globalen Marktanteils hält und damit die führende Region ist.