Anleihen in geopolitisch unruhigen Zeiten

Der Ölpreissprung und geopolitische Risiken haben die gewohnten Muster an den Anleihemärkten aufgebrochen und Investoren zu einer Neubewertung von Inflation und Risiko gedrängt. Wie sich diese Verschiebung erklären lässt, ordnet Luke Hickmore, Investment Director bei Aberdeen Investments, im folgenden Kommentar ein.

Volatilitätskluft USA vs. Asien

Die aktuellen Auswirkungen des Nahostkonflikts kommentiert Christopher Lees, Senior Fund Manager bei JO Hambro. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat erwartungsgemäß eine Welle risikoscheuer Stimmung an den globalen Märkten ausgelöst. Märkte reagieren häufig schnell auf geopolitische Schlagzeilen, doch die wirtschaftlichen und marktbezogenen Folgen fallen oft weniger nachhaltig aus als zunächst befürchtet.

Großbritannien vor Rezession

Den am 19. März bevorstehenden Zinsentscheid der Bank of England kommentiert Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt für Europa bei T. Rowe Price. Das britische BIP-Wachstum stagnierte im Januar und blieb weit hinter den Markterwartungen zurück, die von einem Anstieg auf 0,2 % gegenüber dem Vormonat ausgegangen waren.

Europas Verteidigung

Angesichts sich ausbreitender Konflikte rückt die Verteidigung in den Mittelpunkt der europäischen Agenda. Darauf weist Johan Van Geeteruyen, Head of Institutional Portfolio Management bei DPAM, hin.

ETF-Boom Rekord

Der europäische ETF-Markt hat seinen Wachstumskurs im Februar fortgesetzt und einen neuen Rekord erreicht. Laut Marktbericht von David Hau, Head of Index Equity und ETF Product Specialism bei Vanguard Europe, flossen im Februar insgesamt 56,3 Milliarden US-Dollar in europäische ETFs – mehr als im bisherigen Rekordmonat Januar.

KI global verteilt

Die Entwicklung künstlicher Intelligenz wird häufig als US-dominierte Erfolgsgeschichte betrachtet. Laut Dina Ting, Head of Global Index Portfolio Management bei Franklin Templeton, dürfte der nächste Wertschöpfungsschub jedoch zunehmend auch aus anderen Regionen kommen.

Duration verliert Schutz

Die fiskalische Expansion setzt die Anleiherenditen weiter unter Druck. Laut Amanda Stitt, Portfolio Specialist bei T. Rowe Price, bleiben die Renditen im historischen Vergleich hoch – bedingt durch anhaltende Inflation, steigende Haushaltsdefizite und eine strukturell höhere Laufzeitprämie. In diesem Umfeld verliert Duration zunehmend ihren Charakter als sicherer Hafen und wird selbst zur Quelle von Volatilität.

KI treibt EM

Schwellenländer-Aktien haben im vergangenen Jahr stark performt. Laut Sammy Suzuki, Head – Emerging Markets Equities bei AllianceBernstein, könnten sie auch 2026 weiter von der Dynamik im KI-Sektor profitieren. Während US-Hyperscaler erhebliche Investitionen in KI tätigen, profitieren viele Unternehmen aus den Emerging Markets von dieser Nachfrage – ohne selbst die hohen Investitionen tragen zu müssen.

Medtech: attraktive Bewertung

Der Medtech- & Services-Sektor ist mit robusten Fundamentaldaten in das Jahr 2026 gestartet. Nach erhöhter Volatilität im Jahr 2025 notiert das Segment heute auf einem im historischen Vergleich attraktiven Bewertungsniveau – bei stabilen Gewinnperspektiven. Warum Bellevue Asset Management in der aktuellen Marktphase besonderes Potenzial sieht, lesen Sie im aktuellen Marktkommentar.

Asien unter Druck

Warum asiatische Aktienmärkte stärker auf den Nahostkonflikt reagiert haben als US-Märkte, erklärt Tim Murray, Kapitalmarktstratege Multi-Asset bei T. Rowe Price.

Inflation steigt wieder

Der Krieg im Iran und die De-facto-Blockade der Straße von Hormus treiben die Energiepreise nach oben und lassen die Inflation in Österreich wieder steigen. Darauf weisen Ökonomen der UniCredit Bank Austria hin. Der deutliche Anstieg der Gas- und Rohölpreise wirkt sich vor allem über höhere Treibstoffpreise unmittelbar auf die Inflation aus.

USA: Handelsvolumen Rekord

An den US-Aktienmärkten hat das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen Anfang 2026 erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar überschritten. Darauf weist die DJE Kapital AG in ihrem „Chart des Monats“ hin. Auffällig ist dabei, dass die implizite Volatilität auf Indexebene seit dem „Liberation Day“ vergleichsweise niedrig bleibt.