Hormus bestimmt Märkte

Die Blockade der Straße von Hormus entwickelt sich zu einem geopolitischen Flaschenhals für die Weltwirtschaft. Darauf verweist die Schoellerbank in ihrer Presseinformation zum Kapitalmarktausblick für das 2. Quartal 2026. Die Sperrung der Meerenge gefährdet globale Warenströme weit über den Energiesektor hinaus. Neben Öl und Gas betrifft dies auch industrielle Vorprodukte wie Nitrat, Schwefel oder Helium. Gleichzeitig bleibt die konjunkturelle Verfassung der Weltwirtschaft laut Analyse robust, während die Notenbanken Inflationsstabilität priorisieren und selektive Einstiegschancen an den Märkten entstehen.

Asiens Batterie-Dominanz

Der globale Batteriemarkt wächst rasant: 2025 legte er um rund 40 % zu. Doch hinter diesem Wachstum steht ein stark konzentrierter Markt, der von wenigen asiatischen Akteuren dominiert wird. Darauf weist Stian Ueland von DNB Asset Management hin. Für westliche Investoren entstehen dadurch strategische Fragen, insbesondere mit Blick auf Wettbewerbsfähigkeit und Lieferketten.

Energieschock: Europa

Der Ausbruch der Kampfhandlungen zwischen den USA, Israel und dem Iran seit dem 28. Februar rückte den Persischen Golf erneut in den Fokus der Märkte. Darauf verweist der Investmentausblick „The Globe“ von Eurizon. Die militärische Eskalation führte zu einem Angebotsschock infolge der Blockade der Straße von Hormus – jenes Seewegs, über den etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasangebots transportiert wird.

Schwellenmärkte vorne

Ein Jahr nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump zum sogenannten „Liberation Day“ führen Schwellenmärkte die globalen Kursgewinne an. Darauf weist der Vermögensverwalter Aberdeen Investments in einer aktuellen Analyse hin. Demnach widerlegen die Ergebnisse die weit verbreitete Erwartung, dass die Zollpolitik die Entwicklung dieser Märkte deutlich belasten würde.

TACO-Trade scheitert

Das Konzept des „TACO-Trades“ („Trump Always Chickens Out“) prägte 2025 die Marktpsychologie: Anleger gingen davon aus, dass marktbelastende Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump früher oder später relativiert würden und sich risikoreiche Anlagen entsprechend erholen. Diese Logik funktionierte über weite Strecken des Jahres und bestärkte besonders Privatanleger darin, Kursrückgänge zum Einstieg zu nutzen. Darauf verweist Enguerrand Artaz, Investmentstratege bei LFDE.

Ölpreise steigen weiter

Die steigenden Ölpreise infolge des Iran-Konflikts setzen Märkte und Geldpolitik zunehmend unter Druck. Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments, erläutert, dass die Risikobereitschaft der Anleger sinkt, die Märkte leicht nachgeben und Zentralbanken zwischen steigender Inflation und begrenzten geldpolitischen Handlungsmöglichkeiten gefangen sind.

Gold

Gold enttäuscht

Seit Ausbruch des Konflikts im Iran konnte Gold seinen Status als „sicherer Hafen“ nicht aufrechterhalten. Stattdessen hat das Edelmetall seit Anfang März rund 15 % an Wert verloren. Darauf weist Roger Rüegg, Head of Multi-Asset bei Swisscanto, hin.

Märkte im Fokus

Die Eskalation im Nahen Osten hat die Börsen kurzfristig aus dem Takt gebracht, doch jenseits der Schlagzeilen bleiben fundamentale und strukturelle Trends entscheidend. Das betont Thorsten Fischer von Moventum Asset Management. Während US- und europäische Aktienmärkte auf Sicht der nächsten Monate insgesamt neutral einzuschätzen sind, rücken Marktverbreiterung, Stilrotation und langfristige Branchenthemen stärker in den Mittelpunkt.

Indiens IT-Ausverkauf

Die jüngsten Fortschritte im Bereich Künstliche Intelligenz haben die Anlegerstimmung gegenüber Dienstleistungssektoren getrübt und zu Abverkäufen von Software bis hin zur Finanzplanung geführt. Das erläutert James Syme, Senior Fund Manager bei J O Hambro. Gleichzeitig entstehen Bedenken, wie sich eine mögliche Abschwächung bei Software- und IT-Dienstleistungen auf die indische Wirtschaft auswirken könnte, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Ölpreise.

EZB: Leitzins unverändert

Auf ihrer Märzsitzung hat die EZB ihren Leitzins wie erwartet unverändert bei 2,0% gehalten. Mit Blick auf den Anstieg der Energiepreise seit Anfang März hat die EZB ihren Inflationsausblick für 2026 deutlich angehoben und den Wachstumsausblick gesenkt.

Autoindustrie Europa unter Druck

Nach dem „Annus Horribilis“ 2025 steht die europäische Automobilindustrie weiter unter Druck. Darauf weist Mark Heinrichs von DJE Kapital AG hin. Trumps Zollpolitik, die Transformation zur Elektromobilität sowie der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Hersteller – sowohl im Heimatmarkt als auch global – haben sich zu einem „perfekten Sturm“ entwickelt. Entsprechend blieb der europäische Automobilsektor deutlich hinter dem breiten Markt zurück.

Fed unter Druck

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen, die Entscheidung fiel jedoch nicht einstimmig: Stephen Miran sprach sich für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte aus. Darauf verweist Christian Scherrmann. In der Kommunikation wurde insbesondere die gestiegene Unsicherheit durch die Eskalation im Nahen Osten betont.