Ergebnisse der US-Zwischenwahlen

Nach den US-Zwischenwahlen haben die Demokraten Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat gewonnen. Damit stehen die USA vor einer Phase geteilter Machtverhältnisse, die größere gesetzgeberische Vorhaben in den kommenden zwei Jahren erschweren dürfte. Gil Fortgang, Blerina Uruçi und Tim Murray von T. Rowe Price erwarten zugleich, dass für Wirtschaft und Finanzmärkte andere Faktoren – insbesondere Energiepreise, Geldpolitik, Staatsfinanzen und KI-Investitionen – wichtiger bleiben als das Wahlergebnis selbst. Das Ergebnis einer demokratischen Mehrheit in beiden Kongresskammern wurde inzwischen auch von Reuters bestätigt.

Midterms bestätigen Szenario

Die US-Zwischenwahlen verändern die politischen Kräfteverhältnisse in Washington, für die Kapitalmärkte sind sie aus Sicht von Peter Reichel, Chief Investment Officer der ODDO BHF SE, jedoch keine grundlegende Überraschung. Die Demokraten dürften künftig beide Kammern des Kongresses kontrollieren. Nach einer zunächst deutlichen Marktreaktion setzte rasch eine Erholung ein. ODDO BHF sieht deshalb derzeit keinen Anlass für grundlegende Portfolioänderungen und bleibt mit Blick auf 2027 konstruktiv.

Folgen der US-Midterms

Nach dem klaren Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen rücken für die Finanzmärkte vor allem der Iran und die Schuldenobergrenze in den Fokus. Thomas Hempell, Head of Macro & Market Research, und Vincent Chaigneau, Head of Research bei Generali Investments, erwarten trotz der veränderten Mehrheitsverhältnisse vorerst keine grundlegenden politischen Kurswechsel. Die erste Marktreaktion fiel gemischt aus: Technologieaktien und der US-Dollar gaben nach, während sich der allgemeine Risikoappetit leicht verbesserte.

Inflation steigt weiter

Die Inflation in der Eurozone ist im Oktober 2026 auf 4,0 % gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit September 2023. Im September hatte sie noch bei 3,8 % gelegen. Ulrike Kastens, Senior Economist, sieht vor allem die Energiepreise als Treiber. Die unveränderte Kerninflation von 2,5 % spricht bislang jedoch gegen eine breitere Verstärkung des zugrunde liegenden Preisdrucks.

Wahlkampf im Warenkorb

Die US-Zwischenwahlen am 3. November rücken näher, während die hohen Lebenshaltungskosten für viele Haushalte ein zentrales Thema bleiben. Obwohl sich die Inflationsrate gegenüber den Höchstständen von 2022 und 2023 deutlich abgeschwächt hat, liegt das Preisniveau in vielen Bereichen weiterhin klar über dem Stand von vor zehn Jahren. Für Anleger zeigt zugleich der Blick auf frühere Midterm-Jahre: Vor den Wahlen waren die Märkte häufig unruhig, in den zwölf Monaten danach historisch jedoch meist deutlich freundlicher.

Ulrich Müller, Gründer der Ulrich Müller Wealth Academy

KI-Aktien unter Druck, Anleihen auf Höhenflug: Worauf Anleger jetzt achten sollten

Der KI-Boom ist noch lange nicht vorbei, doch steigende Anleiherenditen setzen den Aktienmärkten zunehmend zu. Börsenexperte Ulrich Müller, Gründer der Ulrich Müller Wealth Academy, erklärt, wo er die größten Risiken sieht, warum gezielte Investments in KI-Sicherheit interessant bleiben und weshalb Gold als Absicherung ins Depot gehört.

Webinar

In 20 Minuten um die Welt der Anleihen 

Am 17. November 2026 steht die nächste Ausgabe des Kapitalmarktausblick-Webinars von Aberdeen Investments an. Das Webinar wird auf Deutsch von Josef Helmes, Investment Director, gehalten. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung an den internationalen Kapitalmärkten. In seiner Rolle bringt er fundierte Expertise im Bereich Unternehmensanleihen und Sektoranalyse ein und unterstützt Kunden mit seinen Einschätzungen zu den europäischen Anleihemärkten.

Schwellenländer schlagen US-Aktien

Schwellenländeraktien liegen seit Jahresbeginn weiterhin vor US-Aktien und haben ihre Erholung trotz eines anspruchsvolleren Marktumfelds fortgesetzt. Dina Ting, Senior Vice President und Head of Index Investments bei Franklin Templeton, verweist jedoch auf deutliche Unterschiede zwischen Ländern, Sektoren und Unternehmen. Aus ihrer Sicht kann ein regelbasierter Multifaktor-Ansatz über Qualität, Value, Momentum und geringe Volatilität helfen, Chancen breiter zu nutzen und Risiken gezielter zu steuern.

zinsen

Zinserwartungen bleiben hoch

Die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen hat die Anleihemärkte im dritten Quartal belastet. Mohammed Kazmi, Chief Strategist der Global Multi-Sector Credit Group bei UBP, sieht die Markterwartungen inzwischen jedoch deutlich über dem, was die wirtschaftlichen Fundamentaldaten rechtfertigen. Das höhere Renditeniveau eröffnet aus Sicht der Bank wieder Einstiegsmöglichkeiten – vorausgesetzt, Anleger kombinieren Zins- und Kreditrisiken ausgewogen.

Österreich: Finanzvermögen über Billion

Das Finanzvermögen der österreichischen Haushalte hat erstmals die Marke von einer Billion Euro überschritten. Laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) belief es sich im zweiten Quartal 2026 auf 1.011 Mrd. Euro und lag damit 7 % über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig gewinnen Wertpapiere beim Vermögensaufbau an Bedeutung, während die Sparquote 2026 voraussichtlich auf 8,4 % sinkt. Eine aktuelle OeNB-Erhebung bescheinigt der Bevölkerung insgesamt eine hohe Finanzkompetenz, zeigt aber weiterhin Wissenslücken bei einzelnen Finanzthemen.

Tech unter Druck

Die zweite Woche der US-Berichtssaison rückt die großen Technologiekonzerne in den Mittelpunkt. Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix, sieht weiterhin starkes Umsatzwachstum, gleichzeitig aber deutlich steigende Investitionskosten. Für Anleger wird damit zunehmend entscheidend, ob hohe Bewertungen durch nachhaltig steigende Gewinne und freie Cashflows gerechtfertigt sind.