Börsendebüt von SpaceX

Der bevorstehende Börsengang von SpaceX könnte zu einem Stresstest für die Risikobereitschaft der Anleger werden. Mit einer angestrebten Bewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar wäre das Unternehmen nicht nur der größte Börsengang aller Zeiten, sondern auch eines der höchstbewerteten jemals gelisteten Unternehmen. Für Ben Ritchie, Head of Developed Market Equities bei Aberdeen Investments, stellt sich deshalb vor allem eine Frage: Handelt es sich um eine einmalige Chance, in die Infrastruktur der Zukunft zu investieren – oder um eine Wette auf eine Vision, deren wirtschaftlicher Erfolg noch nicht bewiesen ist?

EZB-Zinserhöhung: Riskante Vorsicht

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Einlagensatz auf ihrer Juni-Sitzung wie erwartet um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Sie reagiert damit auf den Energiepreisanstieg infolge des Nahostkriegs – obwohl ihre neuen Projektionen gleichzeitig auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum hindeuten. Für Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz, ist diese Vorsicht nachvollziehbar, birgt aber Risiken: Die EZB müsse Inflationserwartungen stabilisieren, ohne den Angebotsschock für die Konjunktur geldpolitisch zusätzlich zu verschärfen.

Fed-Chef bringt Volatilität zurück

Die erste geldpolitische Sitzung der US-Notenbank unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh steht im Schatten der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der anhaltenden KI-Euphorie an den Märkten. Für Arif Husain, Head of Global Fixed Income und CIO bei T. Rowe Price, könnte der Führungswechsel an der Spitze der Federal Reserve jedoch weitreichendere Folgen haben, als derzeit eingepreist werden. Seine Einschätzung: Die Märkte müssen sich auf eine Rückkehr höherer Volatilität einstellen.

Allokation in US-Aktien auf dem Prüfstand

Hohe Bewertungen, geopolitische Spannungen und erste Anzeichen einer Abschwächung der US-Konjunktur sorgen bei vielen Anlegern für Zweifel an ihrer US-Aktienallokation. Für Laurent Denize, CIO von ODDO BHF Asset Management, überwiegen jedoch weiterhin die Chancen. Die Dynamik der Investitionen in Technologie und künstliche Intelligenz gleiche Belastungsfaktoren wie hohe Treibstoffpreise, nachlassenden Konsum oder die angespannte Lage im Private-Credit-Markt mehr als aus.

Arbeitskraft absichern

Kryptowährungen, ETFs und Social-Media-Finanztipps prägen zunehmend die Diskussion rund um Geldanlage und Vermögensaufbau. Renditechancen und Börsentrends stehen dabei häufig im Mittelpunkt. Nach Ansicht des Österreichischen Verbands Financial Planners (AFP) wird jedoch ein wesentliches Risiko oft unterschätzt: der Verlust der eigenen Erwerbsfähigkeit. Denn langfristiger Vermögensaufbau basiert in erster Linie auf einem regelmäßigen Einkommen. Deshalb zählt die Absicherung der Arbeitskraft zu den wichtigsten Bausteinen einer nachhaltigen Finanzplanung.

Das Ende der US-Goldlöckchen-Phase?

Nach neun Wochen steigender Kurse ist die lange Rally an den US-Börsen ins Stocken geraten. Auslöser war ein Ausverkauf im Technologiesektor, der laut Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments, weniger auf eine Eintrübung der Konjunktur als auf eine Neubewertung der Erwartungen zurückzuführen ist. Anleger müssten sich nun auf ein Umfeld einstellen, das von soliden Wirtschaftsdaten, höheren Zinserwartungen und anhaltenden geopolitischen Risiken geprägt ist.

Europäische Anleihen: Selektion wird wichtiger

Der jüngste Energiepreisschock im Zuge der Nahost-Krise hat die europäischen Anleihemärkte vor neue Herausforderungen gestellt. Nach Einschätzung von Massimo Spadotto, Head of Fixed Income bei

EZB

EZB vor Zinsschritt

Vor der aktuellen EZB-Sitzung richtet sich der Blick der Märkte weniger auf die erwartete Zinserhöhung selbst als auf die Frage, welche Signale die Europäische Zentralbank für die kommenden Monate sendet. Felix Feather, Economist bei Aberdeen, rechnet damit, dass die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent anheben wird. Entscheidend dürfte jedoch sein, wie die Notenbank diese Entscheidung einordnet und welche Hinweise sie für den weiteren geldpolitischen Kurs liefert.

Ausblick

KI verändert Private Equity

Künstliche Intelligenz verändert zunehmend die Art und Weise, wie Private-Equity-Manager Investmententscheidungen treffen. Laut Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital, liegt der größte Mehrwert jedoch nicht in einer höheren Effizienz, sondern in der Möglichkeit, die Renditeverteilung innerhalb von Private-Equity-Portfolios zu verbessern. Denn gerade bei Buyout-Fonds entscheiden oft wenige außergewöhnlich erfolgreiche Investments über den Gesamterfolg eines Fonds.

Multi-Asset-Ausblick

Die Aktienmärkte haben in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt und senden laut Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei Swisscanto/ZKB, mittlerweile erste Überhitzungssignale. Während starke Unternehmensgewinne und eine robuste US-Konjunktur weiterhin für Aktien sprechen, erscheinen insbesondere Technologiewerte nach ihrer starken Rally zunehmend überkauft. Gleichzeitig sorgen höhere Inflationszahlen und steigende Anleiherenditen für neue Herausforderungen. Wie sich das Multi-Asset-Team positioniert und welche Chancen es derzeit an den Kapitalmärkten sieht.

ESG-Trends bleiben intakt

Geopolitische Spannungen, Energiekrisen und wechselnde politische Rahmenbedingungen sorgen derzeit für Unsicherheit an den Märkten. Für Ophelie Mortier, Chief Sustainable Investment Officer bei DPAM, bleiben jedoch die langfristigen Trends entscheidend: Dekarbonisierung, Energiewende, Digitalisierung und Klimaanpassung. Unternehmen investieren weiterhin in mehr Energie- und Ressourceneffizienz, den Umgang mit dem demografischen Wandel und widerstandsfähigere Geschäftsmodelle.

Globale Kryptoabflüsse weiten sich aus

Digitale Anlageprodukte stehen weiter unter Druck. In der dritten Woche in Folge verzeichnete der Markt deutliche Kapitalabflüsse. Laut CoinShares summierten sich die Mittelabzüge zuletzt auf 1,67 Milliarden US-Dollar – der zweithöchste Wochenwert des Jahres 2026. Verantwortlich dafür ist vor allem die anhaltende Risk-off-Stimmung infolge des Iran-Konflikts, die positive Impulse durch regulatorische Fortschritte in den USA derzeit überlagert.