Allokation in US-Aktien auf dem Prüfstand

Hohe Bewertungen, geopolitische Spannungen und erste Anzeichen einer Abschwächung der US-Konjunktur sorgen bei vielen Anlegern für Zweifel an ihrer US-Aktienallokation. Für Laurent Denize, CIO von ODDO BHF Asset Management, überwiegen jedoch weiterhin die Chancen. Die Dynamik der Investitionen in Technologie und künstliche Intelligenz gleiche Belastungsfaktoren wie hohe Treibstoffpreise, nachlassenden Konsum oder die angespannte Lage im Private-Credit-Markt mehr als aus.

Arbeitskraft absichern

Kryptowährungen, ETFs und Social-Media-Finanztipps prägen zunehmend die Diskussion rund um Geldanlage und Vermögensaufbau. Renditechancen und Börsentrends stehen dabei häufig im Mittelpunkt. Nach Ansicht des Österreichischen Verbands Financial Planners (AFP) wird jedoch ein wesentliches Risiko oft unterschätzt: der Verlust der eigenen Erwerbsfähigkeit. Denn langfristiger Vermögensaufbau basiert in erster Linie auf einem regelmäßigen Einkommen. Deshalb zählt die Absicherung der Arbeitskraft zu den wichtigsten Bausteinen einer nachhaltigen Finanzplanung.

Das Ende der US-Goldlöckchen-Phase?

Nach neun Wochen steigender Kurse ist die lange Rally an den US-Börsen ins Stocken geraten. Auslöser war ein Ausverkauf im Technologiesektor, der laut Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments, weniger auf eine Eintrübung der Konjunktur als auf eine Neubewertung der Erwartungen zurückzuführen ist. Anleger müssten sich nun auf ein Umfeld einstellen, das von soliden Wirtschaftsdaten, höheren Zinserwartungen und anhaltenden geopolitischen Risiken geprägt ist.

Europäische Anleihen: Selektion wird wichtiger

Der jüngste Energiepreisschock im Zuge der Nahost-Krise hat die europäischen Anleihemärkte vor neue Herausforderungen gestellt. Nach Einschätzung von Massimo Spadotto, Head of Fixed Income bei

EZB

EZB vor Zinsschritt

Vor der aktuellen EZB-Sitzung richtet sich der Blick der Märkte weniger auf die erwartete Zinserhöhung selbst als auf die Frage, welche Signale die Europäische Zentralbank für die kommenden Monate sendet. Felix Feather, Economist bei Aberdeen, rechnet damit, dass die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent anheben wird. Entscheidend dürfte jedoch sein, wie die Notenbank diese Entscheidung einordnet und welche Hinweise sie für den weiteren geldpolitischen Kurs liefert.

Ausblick

KI verändert Private Equity

Künstliche Intelligenz verändert zunehmend die Art und Weise, wie Private-Equity-Manager Investmententscheidungen treffen. Laut Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital, liegt der größte Mehrwert jedoch nicht in einer höheren Effizienz, sondern in der Möglichkeit, die Renditeverteilung innerhalb von Private-Equity-Portfolios zu verbessern. Denn gerade bei Buyout-Fonds entscheiden oft wenige außergewöhnlich erfolgreiche Investments über den Gesamterfolg eines Fonds.

Multi-Asset-Ausblick

Die Aktienmärkte haben in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt und senden laut Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei Swisscanto/ZKB, mittlerweile erste Überhitzungssignale. Während starke Unternehmensgewinne und eine robuste US-Konjunktur weiterhin für Aktien sprechen, erscheinen insbesondere Technologiewerte nach ihrer starken Rally zunehmend überkauft. Gleichzeitig sorgen höhere Inflationszahlen und steigende Anleiherenditen für neue Herausforderungen. Wie sich das Multi-Asset-Team positioniert und welche Chancen es derzeit an den Kapitalmärkten sieht.

ESG-Trends bleiben intakt

Geopolitische Spannungen, Energiekrisen und wechselnde politische Rahmenbedingungen sorgen derzeit für Unsicherheit an den Märkten. Für Ophelie Mortier, Chief Sustainable Investment Officer bei DPAM, bleiben jedoch die langfristigen Trends entscheidend: Dekarbonisierung, Energiewende, Digitalisierung und Klimaanpassung. Unternehmen investieren weiterhin in mehr Energie- und Ressourceneffizienz, den Umgang mit dem demografischen Wandel und widerstandsfähigere Geschäftsmodelle.

Globale Kryptoabflüsse weiten sich aus

Digitale Anlageprodukte stehen weiter unter Druck. In der dritten Woche in Folge verzeichnete der Markt deutliche Kapitalabflüsse. Laut CoinShares summierten sich die Mittelabzüge zuletzt auf 1,67 Milliarden US-Dollar – der zweithöchste Wochenwert des Jahres 2026. Verantwortlich dafür ist vor allem die anhaltende Risk-off-Stimmung infolge des Iran-Konflikts, die positive Impulse durch regulatorische Fortschritte in den USA derzeit überlagert.

Bundesanleihen unter Druck

Auch mit „Iran-Deal“ dürften sich Bundesanleihen schwertun. Die Entspannung im Nahen Osten sorgt zwar für Hoffnung auf eine Normalisierung der Energieversorgung, die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs werden die Eurozone aber noch länger begleiten. Fabian Birli, Multi-Asset Stratege bei Berenberg, sieht weiterhin erhöhte Stagflationsrisiken und begrenztes Potenzial für sinkende Renditen bei Bundesanleihen.

In 20 Minuten um die Welt

Am 23. Juni 2026 steht die nächste Ausgabe des Kapitalmarktausblick-Webinars von Aberdeen Investments an. Das Webinar wird auf Deutsch von Andrea Wehner, Investment Director bei Aberdeen Investments, gehalten.

bank99 Studie: Kredite

ketagent im Auftrag der bank99 unter 1.500 Personen zwischen 14 und 75 Jahren. Demnach versuchen 88 Prozent, Kredite möglichst zu vermeiden. Gleichzeitig hat jedoch fast jede zweite Person (42 Prozent) bereits mehrmals einen Kredit aufgenommen.