US-Schulden steigen

Die wachsende US-Staatsverschuldung rückt angesichts steigender langfristiger Renditen und jüngster Maßnahmen des US-Finanzministeriums erneut in den Fokus. Robert Sockin, Chief US Economist bei PGIM, sieht vor allem strukturelle Ausgabenfaktoren und fehlenden politischen Willen als Gründe dafür, dass das Defizit weiter hoch bleiben dürfte.

Gold Nugget

Grünes Licht für den Goldpreis

Der Goldpreis hat 2026 eine starke Achterbahnfahrt erlebt. Nach dem Allzeithoch von 5.595 US-Dollar je Unze im Januar fiel der Preis bis Ende Juni auf 3.943 US-Dollar und damit um rund 30 Prozent. Inzwischen hat sich Gold wieder deutlich erholt. Alexander Posthoff, Senior Portfoliomanager bei Bantleon, sieht für die weitere Entwicklung vor allem drei Faktoren als entscheidend: die geopolitische Lage, die Goldkäufe der Zentralbanken sowie die US-Zins- und Schuldenpolitik.

aktienmarkt

Märkte im Macau-Syndrom

Anfang 2026 kam es an den Aktienmärkten zu ungewöhnlichen Verwerfungen, bei denen statistische Zusammenhänge zeitweise nicht mehr wie gewohnt funktionierten. Yann Giordmaina, Leiter des Value-Bereichs und Fondsmanager bei LFDE, sieht darin ein zunehmend von Spekulation und kurzfristigem Verhalten geprägtes Marktumfeld – und zugleich Chancen für antizyklische Value-Investoren.

Wandelanleihen mit Risikopuffer

Wandelanleihen erleben nach Einschätzung von Arnaud Brillois, Leiter des Global Convertible-Teams bei Lazard Asset Management, ein Comeback. Seit Anfang 2025 habe die Anlageklasse deutlich an steigenden Aktienmärkten partizipiert, zugleich aber in volatilen Phasen geringere Rückschläge verzeichnet. Attraktive Renditeaufschläge, ein aktiver Primärmarkt und die Ausrichtung auf strukturelle Wachstumsthemen könnten das Umfeld zusätzlich stützen.

Bullenmarkt vor Bewährungsprobe

Die Märkte stehen diese Woche vor drei wichtigen Prüfungen: den Nvidia-Ergebnissen, Jackson Hole und den neuesten PCE-Inflationsdaten. Marcus Weyerer, CFA, Director ETF Investment Strategy bei Franklin Templeton, sieht die anstehenden Nvidia-Zahlen dabei nicht nur als Test für die Aktie selbst, sondern auch für den breiteren KI-Handel und den gesamten Aktienmarkt.

Goldminen

Goldminen im Fokus

Zu Jahresbeginn 2026 stieg der Goldpreis innerhalb weniger Wochen um rund 25 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 5.595 US-Dollar je Unze, bevor eine massive Korrektur folgte. In der Spitze verlor Gold knapp 30 Prozent und notiert aktuell bei rund 4.400 US-Dollar je Unze. Stefan Breintner, Leiter Research & Portfoliomanagement sowie Manager des DJE – Gold & Ressourcen, und Manuel Zeuch, Co-Fondsmanager und Analyst für den Rohstoffsektor bei der DJE Kapital AG, sehen darin jedoch keine strukturelle Schwäche.

Ausblick

Aberdeen Investments: Marktprognose

Sowohl für Aktien aus Industrieländern als auch aus Schwellenländern bleibt die Marktprognose verhalten positiv, ist jedoch hinsichtlich des US-Dollars als Absicherung gegen geopolitische Risiken konstruktiver geworden. Robustes Wachstum und anhaltende Begeisterung für künstliche Intelligenz stützen Risikoanlagen.

Ölschock hält die Inflation hoch

Die weltweiten Konjunkturdaten deuten auf eine leichte Wachstumsverbesserung hin, während die Inflation vielerorts über den Zielwerten bleibt. Jan Felix Gloeckner, Senior Investment Specialist bei Insight Investment, sieht vor allem den anhaltenden Ölschock als Belastungsfaktor. Die Auswirkungen dürften in Europa und Asien besonders stark zu spüren sein, wo große Energieimporteure stärkerem Kostendruck ausgesetzt sind.

aktienmarkt

Globale Anleihemärkte unter Druck

Die Renditen von Staatsanleihen sind im dritten Quartal bislang in allen G10-Märkten gestiegen, wobei sich der Ausverkauf auf das lange Ende der Staatsanleihekurven konzentriert. Scott Solomon, Portfoliomanager bei T. Rowe Price, sieht dahinter vor allem strukturelle Faktoren: anhaltende Inflation, fortgesetzte Unruhen im Nahen Osten sowie angebotsseitigen Druck durch Staatshaushalte und Unternehmen.

USA: Milliardenbedarf für Wasserinfrastruktur

Wasserknappheit entwickelt sich zunehmend von einem Umwelt- zu einem Wirtschafts- und Infrastrukturthema. Bertrand Lecourt, Senior Fondsmanager bei J O Hambro, verweist auf den steigenden Investitionsbedarf in Versorgung, Aufbereitung und Wassermanagement. Allein in den USA werden in den kommenden zwei Jahrzehnten mehr als 740 Milliarden US-Dollar für Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur benötigt.

In 20 Minuten um die Welt

Am 15. September 2026 steht die nächste Ausgabe des Kapitalmarktausblick-Webinars von Aberdeen Investments an. Das Webinar wird auf Deutsch von Josef Helmes, Investment Director, gehalten. Er verantwortet das Management sowie die Analyse europäischer Credit-Portfolios mit besonderem Fokus auf die Versorger- und Energiesektoren.

Raffinerieengpässe halten Inflationsdruck hoch

Trotz zuletzt gesunkener Rohölpreise bleiben die Kraftstoffmärkte angespannt. Laut einer Analyse der UniCredit Bank Austria hat sich der Engpass inzwischen von der Rohölversorgung auf die Raffineriekapazitäten verlagert. Dadurch geben Treibstoffpreise deutlich weniger stark nach als die Rohölnotierungen – mit Folgen für die Inflation und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.