Schwellenländer attraktiv
Aktien aus Schwellenländern haben sich seit Beginn des Iran-Konflikts vollständig erholt. Laut Vladimir Oleinikov, Senior Quantitative Analyst bei Generali Investments, stiegen Schwellenländeraktien auf Basis der Total-Return-Rendite um 5,3 %. Trotz geopolitischer Spannungen verbesserten sich die Gewinnrevisionen, was auf makroökonomische Widerstandsfähigkeit und KI-getriebene Ergebnisse zurückgeführt wird.
Neben Künstlicher Intelligenz profitieren Schwellenländer zunehmend von strukturellen Themen wie erneuerbaren Energien, Energiesicherheit und Verteidigung. Besonders Asien, das rund 82 % des MSCI Emerging Markets Index ausmacht, dürfte von steigenden industriellen Investitionen profitieren. Diese könnten über Beschäftigungs- und Lohnwachstum auch den Konsum stützen.

Die Bewertungen bleiben laut Generali Investments attraktiv. Schwellenländer handeln weiterhin mit einem Abschlag gegenüber Europa und den USA. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt im Vergleich zum MSCI World deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt seit 2001. Auch bereinigt um erwartetes Gewinnwachstum und Kapitalrenditen bleiben Schwellenländer günstiger bewertet als die USA oder der Euroraum. Beim bereinigten PEG-Verhältnis kommen Schwellenländer auf 0,9, verglichen mit 1,3 in den USA und 1,6 im Euroraum.
Kurzfristig könnte eine weitere geopolitische Eskalation sowohl Schwellenländer als auch Europa belasten. In einem günstigeren Szenario dürften Schwellenländer jedoch von stärkerem Gewinnwachstum, attraktiven Bewertungen und einem schwächeren US-Dollar profitieren.
Innerhalb der Schwellenländer bevorzugt Generali Investments derzeit ausgewählte Märkte, in denen Faktoren wie Bewertung, KI-Engagement oder politische Unterstützung besonders stark wirken. Dazu zählen Brasilien, das zusätzlich vom Ölpreis profitiert, China beziehungsweise chinesische IT-Unternehmen, Korea und Polen.
Generali Investments/IJ