9. Juli 2026

WM ohne Wirtschaftseffekt

Großereignisse wie Olympische Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften werden häufig mit hohen Erwartungen an zusätzliche Touristen, steigende Umsätze und positive Konjunkturimpulse verbunden. Für die USA fällt der wirtschaftliche Effekt jedoch kaum ins Gewicht. Grund dafür ist die Größe der Volkswirtschaft, wodurch selbst ein Ereignis wie die Fußball-WM 2026 gesamtwirtschaftlich nur einen geringen Einfluss haben dürfte.

Geringer Beitrag zur Wirtschaftsleistung

Die erwarteten wirtschaftlichen Effekte der WM 2026 belaufen sich auf rund 17 Mrd. US-Dollar. Das entspricht jedoch weniger als 0,1 % des US-Bruttoinlandsprodukts von rund 32 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Der Einzelhandel setzt jährlich mehr als 9 Billionen US-Dollar um, die privaten Dienstleistungen rund 24 Billionen US-Dollar. Selbst kleinere Teilbereiche wie der Sportartikelhandel erreichen ein Vielfaches des erwarteten WM-Effekts.

Die WM ist da – die US-Wirtschaft wird es kaum bemerken

Zusätzliche Wertschöpfung bleibt begrenzt

Ein Großteil der Ausgaben stellt keine zusätzliche Wertschöpfung dar, sondern verlagert Konsum lediglich zeitlich oder regional. Wer während der WM ein Hotelzimmer in Dallas oder Miami bucht, reist möglicherweise zu einem anderen Zeitpunkt nicht mehr an. Deshalb kommen viele Studien zu Sportgroßveranstaltungen zu dem Ergebnis, dass die tatsächlichen gesamtwirtschaftlichen Effekte häufig deutlich geringer ausfallen als ursprünglich prognostiziert.

Schwellenländer profitieren stärker

In Schwellenländern können Großereignisse deutlich größere wirtschaftliche Auswirkungen haben. Dort gehen sie häufig mit umfangreichen Investitionen in Verkehrswege, Flughäfen, Telekommunikation oder öffentliche Infrastruktur einher, die langfristige Produktivitätsgewinne ermöglichen. In den USA war der Großteil der benötigten Infrastruktur bereits vorhanden.

Chancen für einzelne Branchen

Für einzelne Unternehmen und Branchen kann sich die WM dennoch auszahlen. Hotelbetreiber, Reiseanbieter, Ticketplattformen, Gastronomieunternehmen oder Sportartikelhersteller könnten von einer temporär höheren Nachfrage profitieren. Entscheidend ist daher weniger das gesamtwirtschaftliche Umfeld als die Frage, welche Unternehmen tatsächlich zusätzliche Umsätze und Gewinne erzielen können.

Fazit

Die Fußball-WM 2026 dürfte vor allem ein globales Medienereignis werden. Für die US-Wirtschaft insgesamt bleibt ihr Einfluss jedoch gering – volkswirtschaftlich ist sie eher ein Rundungsfehler als ein Konjunkturprogramm.

DJE/IJ

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