3. Mai 2021

Zero Hunger Challenge

Das UN World Food Programme (WFP) erarbeitete 2015 unter dem Leitmotiv „Zero Hunger“ fünf Schritte zur Verwirklichung seines obersten Ziels: eine Welt ohne Hunger. Nachhaltige Ernährungssicherheit und lebensmitteltechnische Innovationsführung sind mittlerweile erklärte Ziele vieler Unternehmen und Start-Ups.

Rahul Bhushan, Mitgründer von Rize ETF

Das globale Investitionsvolumen im sogenannten Agri-Food (Agrar- und Ernährungswissenschafts)-Bereich nimmt konstant zu. Sich an diesem Bestreben zu beteiligen, kann sich für Investoren als anspruchsvolle Aufgabe herausstellen, wie Rahul Bhushan, Mitgründer von Rize ETF, erläutert. Denn nachhaltige Ernährung ergebe sich aus vielen Faktoren, und müsse den Bedürfnissen von Menschen und Natur gleichermaßen gerecht werden. 

„Es steht noch ein langer Weg bevor, bis der Hunger aus der Welt geschafft sein wird“, erklärt Bhushan mit einem Verweis auf Daten des WFP, wonach jeden Abend fast 700 Millionen Menschen hungrig zu Bett gehen müssen.[2] „Das ambitionierte Vorhaben der Vereinten Nationen, dieses Ziel im Jahr 2030 verwirklicht zu haben, stützt sich notwendigerweise nicht nur auf eine solidarische Zusammenarbeit aller einflussreichen Akteure – Regierungen, Bürger, Organisationen und dem Privatsektor – sondern auch auf die vollumfängliche, nachhaltige Transformation aller Ernährungssysteme. Nachhaltige Ernährung ist krisenresistenter und sichert im Angesicht einer wachsenden Weltbevölkerung und des Klimawandels und seiner Auswirkungen für Land, Böden, Ozeane und Artenvielfalt langfristig die weltweite Ernährungssicherheit.“ Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit sei zudem essenzieller Bestandteil aller vom WFP aufgestellten Schritte, darunter ein faires Wirtschaftswachstum, die Schaffung nachhaltiger Ernährungsmärkte, die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, die Förderung vielfältiger Pflanzenkulturen und die Bereitstellung adäquater Ernährung für Kinder. „Eine globale Ernährungstransformation, befördert von Innovationstreibern aus der Privatwirtschaft, kommt all diesen Zielen gute“, so Bhushan.

Beyond Meat nur ein Beispiel für aufsteigenden Agri-Food-Markt

Möglichkeiten für Investoren, sich an dieser Transformation zu beteiligen, ergeben sich einerseits durch Börsengänge von Agri-Food-Unternehmen, von denen einige in der jüngeren Vergangenheit beachtliche Aufmerksamkeit erregten. „Beyond Meat hat sicherlich den prominentesten Börsengang der Branche hingelegt, doch auch die IPOs von Else Nutrition, einem Hersteller pflanzenbasierter Babynahrung, oder AppHarvest, einem Wegbereiter der vertikalen Landwirtschaft, sind Beispiele für die zahllosen Möglichkeiten, die Anleger durch den stetigen technischen Fortschritt im Bereich Nachhaltige Ernährung erwarten zu haben“, führt Rahul Bhushan an. Welches Unternehmen hier wirklich herausragt und welches nicht, hänge von einer Vielzahl komplexer Faktoren ab. Maßgebliche Aufklärung würden Erkenntnisse der Klima- und Emissionsforschung schaffen. „Die Forschung belegt, dass es entscheidend ist, was wir essen, und nicht woher unser Essen kommt“, erklärt Bhushan. „Eine deutliche Verringerung unseres Fleischkonsums hätte die größtmögliche Auswirkung auf die Reduzierung der mit Ernährung verbundenen Emissionen.“ Allein die globale Fleischproduktion ist für 14,5 Prozent der menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich, was mehr als die Hälfte der Gesamtemissionen für Lebensmittel ausmacht. Darüber hinaus ist die Viehzucht die Hauptursache für die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes, und 80 Prozent des weltweiten Soja-Anbaus findet Verwendung als Tierfutter.

Steigender Umsatz im nachhaltigen Ernährungsmarkt

Das Researchhaus Tematica bezieht neben einem Ausschlussfaktor „Fleisch aus Bodenhaltung“ eine Reihe weiterer Faktoren ein, mit denen Unternehmen im Sinne ihres Stellenwerts des „Ökosystems der nachhaltigen Ernährung“ überprüft werden. Dazu gehört die Vermeidung von GVO-Saatgut, das Verwenden von Mehrfachverpackung, die Nutzung von Biostimulatoren und Pflanzenschutzmitteln sowie der Ausschluss von ökologisch bedenklichen Produkten wie Palmöl, Soja und Holz. Von 126 zu Beginn von Tematica ausgewählten Unternehmen bleiben 45 übrig, die – im „Sustainable Future of Food UCITS ETF“ von Rize ETF abgebildet – von der Transformation zu nachhaltigeren Ernährungssystemen profitieren und durch ihre Arbeit zur nachhaltigen Ernährungssicherheit beitragen. „Diese Auswahl spiegelt zugleich die positive Marktentwicklung des Agri-Food-Bereichs wider“, wie Bhushan hinzufügt. „Das globale Investitionsvolumen stieg in diesem Bereich im Jahr 2020 auf über 26 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus belegen Daten, dass auch die Branchen Präzisionslandwirtschaft, vertikale Landwirtschaft und phytogene Futtermittelzusätze konstant gewachsen sind und weiterwachsen werden.“

[1] https://twitter.com/antonioguterres/status/1282783753287471107
[2] https://www.wfp.org/zero-hunger

Rize ETF/SJ

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