24. August 2022

Dividenden: Neuer Rekord

Laut Janus Henderson stiegen die weltweiten Dividenden im zweiten Quartal 2022 um 11,3 % auf ein neues Rekord-Hoch von 544,8 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte Wachstum war mit 19,1 % sogar noch höher, berücksichtigt man die Dollarstärke und andere Faktoren. 

94 % der Unternehmen erhöhten im zweiten Quartal ihre Ausschüttungen oder hielten sie konstant. Trotz der erheblichen wirtschaftlichen Beeinträchtigung durch die Pandemie haben die weltweiten Dividenden das Vor-Pandemie-Niveau übertroffen. Die guten Zahlen für das zweite Quartal ergeben sich aus einem profitablen Jahr 2021, in dem die Unternehmen aufgrund der nach Corona wieder anziehenden Nachfrage steigende Umsätze und wachsende Gewinnmargen verzeichneten.

Prognose angehoben

Janus Henderson hebt seine Jahresprognose leicht an und erwartet nun für 2022 Dividenden in Höhe von 1,56 Billionen US-Dollar – gegenüber 1,54 Billionen US-Dollar im letzten Quartal. Dies entspricht einem Gesamtwachstum von 5,8 % gegenüber dem Vorjahr, was einen Anstieg von 8,5 % auf bereinigter Basis bedeutet.
Die wichtigsten regionalen Treiber der Dividendenentwicklung im zweiten Quartal waren Europa und Großbritannien, die sich von den Auswirkungen der Pandemie in ihrer Hauptdividendensaison im zweiten Quartal deutlich erholt haben. Beide Regionen verzeichneten einen Anstieg um fast ein Drittel auf bereinigter Basis. Das Dividendenwachstum in den USA blieb mit 8,3 % hinter dem weltweiten Wachstum zurück, dennoch führte der Anstieg zu einem neuen US-Dividendenrekord.

Ausblick: Weniger Wachstum

Ben Lofthouse, Head of Global Equity Income, Janus Henderson Investors
Ben Lofthouse, Head of Global Equity Income, Janus Henderson Investors

Ben Lofthouse, Head of Global Equity Income bei Janus Henderson, kommentiert: „Das zweite Quartal lag etwas über unseren Erwartungen, aber für das restliche Jahr ist kein so starkes Wachstum mehr zu erwarten. Viele der einfach zu erreichenden Gewinne sind nun realisiert, da die Aufholjagd nach Corona fast komplett vollzogen ist. Wir sind auch mit einer deutlich schwächeren Weltwirtschaft und dem Gegenwind durch den starken US-Dollar konfrontiert.

Auf dem Weg ins Jahr 2023 wird es keine Impulse mehr von den coronabedingten Nachholzahlungen geben. Darüber hinaus werden ein langsameres globales Wirtschaftswachstum und die Wahrscheinlichkeit, dass die Bergbaudividenden ihren Höchststand fast erreicht haben, für weiteren Gegenwind sorgen. In Anbetracht der in den letzten Monaten zu beobachtenden Währungseffekte dürften die Wechselkurse das Gesamtwachstum im nächsten Jahr allerdings nicht wesentlich beeinträchtigen. Insgesamt sollte das Dividendenwachstum angesichts der aktuellen Wirtschaftsaussichten im nächsten Jahr geringer ausfallen.“

Dividenden auf gutem Weg

Der Experte abschließend: „Es ist wichtig, sich von kurzfristigen Unsicherheiten nicht die langfristige Sicht vernebeln zu lassen. Nichts deutet darauf hin, dass die weltweiten Dividenden langfristig nicht die gewohnte jährliche Wachstumsrate von 5-6 % halten können. Der Konjunkturzyklus steigt und fällt, Wechselkursschwankungen verschwinden langfristig fast vollständig, und selbst die Auswirkungen von Corona auf die weltweiten Ausschüttungen wurden bereits überwunden.“

Janus Henderson/HK

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