30. September 2026

Wiener Städtische: Gesundheitsstudie 2026

Künstliche Intelligenz (KI) ist bei Gesundheitsfragen längst in der breiten Bevölkerung angekommen. Das zeigt die Gesundheitsstudie 2026 der Wiener Städtischen Versicherung: Bereits 6 von 10 Österreichern haben KI im Zusammenhang mit gesundheitlichen Themen genutzt, 4 von 10 empfinden sie dabei als hilfreich.

Manuel Schalk, Vorstandsdirektor der Wiener Städtischen, c_Ludwig_Schedl
Manuel Schalk, Vorstandsdirektor der Wiener Städtischen, c_Ludwig_Schedl

Gleichzeitig bleibt das Vertrauen in ärztliche Informationen deutlich höher – allerdings stufen 13 Prozent der Personen Auskünfte einer KI bereits als vertrauenswürdiger ein. Die Nutzung löst bei den Befragten insgesamt häufiger positive als negative Emotionen aus. Am meisten werden Beruhigung, Erleichterung und ein Gefühl von Kontrolle genannt. „KI wird für viele Menschen zunehmend zur ersten Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen. Umso wichtiger ist es, Informationen richtig einordnen zu können und KI als Ergänzung, nicht als Ersatz für medizinische Beratung zu verstehen“, sagt Manuel Schalk, Vorstandsdirektor der Wiener Städtischen. Für die Gesundheitsstudie wurden im Auftrag der Wiener Städtischen 1.000 Menschen in Österreich im Alter von 16 bis 70 Jahren vom Gallup Institut im Rahmen einer repräsentativen Online-Umfrage befragt.

Zunehmende Kritik an der Gesundheitsversorgung

Während neue Technologien zusätzliche Möglichkeiten bei Gesundheitsfragen schaffen, ist die Haltung der Bevölkerung zum öffentlichen Gesundheitssystem durchwachsen: 47 Prozent zeigen sich mit dem System (sehr) zufrieden, jeder Fünfte hingegen unzufrieden. Allerdings nahm die Zufriedenheit in den vergangenen Jahren immer mehr ab. Kritik wird vor allem in Bezug auf die medizinische Versorgung laut: 44 Prozent sind der Ansicht, dass sich diese in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert hat, nur rund jeder Zehnte nimmt eine Verbesserung wahr. Die Kritik betrifft vor allem organisatorische Aspekte: Sowohl in der Allgemeinmedizin als auch bei Fachrichtungen ist die Mehrheit der Bevölkerung der Ansicht, dass es nicht genügend Kassenärzte gibt. Hinzu kommen lange Wartezeiten. Während Termine bei Kassenärzten für Allgemeinmedizin mehrheitlich innerhalb weniger Tage verfügbar sind, wartet etwa ein Drittel länger als zwei Monate auf einen Termin bei Fachärzten mit Kassenvertrag.

Ambulanzgebühr für viele vorstellbar

Vor dem Hintergrund der Kritik am Gesundheitssystem wurde in der Studie auch die Einstellung zu einer Ambulanzgebühr für nicht dringende Besuche im Krankenhaus erhoben. 58 Prozent der Österreicher können sich grundsätzlich eine Gebühr vorstellen. Bei der möglichen Höhe zeigen sich klare Präferenzen: Ein Drittel der Befürworter spricht sich für einen Betrag von maximal 10 Euro aus, rund 4 von 10 würden eine Gebühr zwischen 11 und 20 Euro begrüßen. Nur jeder Zehnte ist für einen Betrag von über 30 Euro. „Die Ergebnisse zeigen, dass ein Teil der Bevölkerung offen für neue Ansätze zur Steuerung von Patientenströmen ist“, so Schalk.

Gesundheitszustand überwiegend positiv

Was den eigenen Gesundheitszustand betrifft, zeichnet die Studie insgesamt ein positives Bild: Die Mehrheit der Österreicher beschreibt sowohl ihre körperliche als auch ihre mentale Gesundheit aktuell als (sehr) gut. Gleichzeitig berichtet mehr als ein Viertel von einer Verschlechterung der körperlichen Gesundheit innerhalb der vergangenen 12 Monate, Frauen häufiger als Männer. Bei der mentalen Gesundheit halten sich positive und negative Entwicklungen die Waage: Je knapp ein Fünftel der Befragten nimmt im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung bzw. Verschlechterung wahr. Besonders bei den Jüngeren zeigt sich eine positive Entwicklung: 29 Prozent der 16- bis 35-Jährigen geben an, dass sich ihre mentale Gesundheit im vergangenen Jahr verbessert hat, bei den 56- bis 70-Jährigen sind es lediglich 7 Prozent.

Gesundheit wird zunehmend individueller

Dass Gesundheit zunehmend individuell betrachtet wird, zeigt sich auch bei geschlechtsspezifischen Unterschieden: 87 Prozent der Bevölkerung nehmen Unterschiede bei Krankheitsbildern von Frauen und Männern wahr – am häufigsten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen, gefolgt von psychischen Erkrankungen wie Depressionen. „Frauen und Männer können bei bestimmten Erkrankungen unterschiedliche Symptome zeigen und damit auch andere Behandlungsmethoden benötigen. Dass diese Unterschiede stärker ins Bewusstsein rücken, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Gesundheitsversorgung, die individuelle Bedürfnisse stärker berücksichtigt“, so Schalk. Der Wunsch nach maßgeschneiderten Lösungen spiegelt sich auch beim Thema Vorsorge wider: Bei 33 Prozent ist das Interesse an privater Gesundheitsvorsorge innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung bei den 16- bis 35-Jährigen. Gleichzeitig zeigt sich in dieser Altersgruppe ein hohes Bewusstsein für deren Notwendigkeit: 6 von 10 sehen private Gesundheitsvorsorge als notwendig an. „Gerade bei Jüngeren sehen wir, dass Vorsorge und Prävention zunehmend früher mitgedacht werden. Private Gesundheitsvorsorge kann dabei zusätzliche Wahlmöglichkeiten schaffen und die öffentliche Versorgung sinnvoll ergänzen“, so Schalk. 

WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG/SJ

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