28. August 2026

Grünes Licht für den Goldpreis

Der Goldpreis hat 2026 eine starke Achterbahnfahrt erlebt. Nach dem Allzeithoch von 5.595 US-Dollar je Unze im Januar fiel der Preis bis Ende Juni auf 3.943 US-Dollar und damit um rund 30 Prozent. Inzwischen hat sich Gold wieder deutlich erholt. Alexander Posthoff, Senior Portfoliomanager bei Bantleon, sieht für die weitere Entwicklung vor allem drei Faktoren als entscheidend: die geopolitische Lage, die Goldkäufe der Zentralbanken sowie die US-Zins- und Schuldenpolitik.

Goldpreis wird von drei wichtigen Faktoren beeinflusst

Alexander Posthoff, Senior Portfolio Manager bei Bantleon
Alexander Posthoff, Senior Portfolio Manager bei Bantleon

Nach der Stabilisierung im Bereich von rund 4.000 US-Dollar je Unze ist der Goldpreis wieder auf etwa 4.600 US-Dollar gestiegen. Für die weitere Entwicklung sind laut Posthoff vor allem Geopolitik, Käufe und Verkäufe der Zentralbanken sowie Zinsen, Schuldenlast, Dollar und Konjunktur in den USA maßgeblich.

Ein aktuelles Beispiel liefert die Ankündigung des US-Finanzministeriums, länger laufende US-Staatsanleihen zurückzukaufen und gleichzeitig kurz laufende Papiere auszugeben. Darauf reagierte der US-Dollar mit Kursverlusten, während der Goldpreis deutlich stieg. Eine langfristige Schwächung des US-Dollars könnte die US-Schuldenlast entlasten, erhöht aber zugleich die Unsicherheit über die künftige Zinspolitik.

Zusätzliche Unterstützung kommt von den Zentralbanken. Im zweiten Quartal 2026 kauften diese laut World Gold Council weltweit rund 289 Tonnen Gold. Zu den Käufern gehörten insbesondere China, Polen, Kasachstan und Usbekistan. Vor allem Schwellenländer hätten im Vergleich zu Industriestaaten noch Aufholbedarf, da ihr Goldanteil an den Währungsreserven im Durchschnitt deutlich niedriger liegt. Auch die weitere Entwicklung der US-Konjunktur bleibt wichtig. Schwächere Beschäftigungsdaten und Einzelhandelsumsätze haben zuletzt die Hoffnung auf sinkende Zinsen verstärkt. Niedrigere Zinsen erhöhen tendenziell die Attraktivität von Gold, da die Opportunitätskosten gegenüber verzinsten Staatsanleihen sinken. Eine Entspannung im US-Iran-Konflikt könnte zugleich den Ölpreis und damit den Inflationsdruck senken.

Schuldenlast der USA als entscheidender Faktor

Für Posthoff bleibt letztlich die US-Schuldenlast beziehungsweise deren Tragfähigkeit der entscheidende Faktor für den Goldpreis. Eine tatsächliche Reduktion der Verschuldung würde das Edelmetall belasten. Bleibt es hingegen bei Maßnahmen, die vor allem die Symptome der hohen Schulden bekämpfen, könnte Gold weiter profitieren.

Charttechnisch sieht Bantleon für das laufende Jahr ein konservatives Kursziel von 4.800 bis 5.000 US-Dollar je Unze. Unterstützend wirken die Aufhellung des mittelfristigen Wochenchartbilds und ein Kaufsignal beim MACD-Indikator. Gleichzeitig erscheint das unmittelbare Kurspotenzial begrenzt, da sich im Bereich um 4.900 US-Dollar mehrere technische Widerstände befinden.

BANTLEON/IJ

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