19. März 2026

Elektrifizierung Boom

Die weltweite Elektrifizierung der Industrie gewinnt weiter an Tempo. Darauf weist Pierre Schang, Co-Leiter des Bereichs Impact und Umwelt sowie Fondsmanager bei La Financière de l’Echiquier, hin. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wächst der Energiebedarf mit der Elektrifizierung konstant um 3 bis 4 % pro Jahr. Zusätzlichen Druck erzeugen die massive Zunahme von Rechenzentren und der erwartete Boom humanoider Roboter, wodurch Energie in bestimmten Regionen mittelfristig knapp werden könnte.

Erneuerbare Energien: schnell einsetzbar

Pierre Schang, Co-Leiter des Bereichs Impact und Umwelt und Fondsmanager bei LFDE

Die steigende Nachfrage durch Rechenzentren treibt insbesondere in den USA Strombedarf und Preise nach oben. Der Ausbau neuer Kapazitäten wird notwendig, wovon Anbieter erneuerbarer Energien profitieren. Wind- und Solarparks können in weniger als zwei Jahren ans Netz gehen und erzeugen Strom zu Preisen zwischen 40 und 80 US-Dollar.

Demgegenüber stehen längere Bauzeiten und höhere Kosten bei konventionellen Technologien: Atomkraftwerke benötigen zehn bis zwanzig Jahre bei Preisen von 80 bis 140 US-Dollar, Gaskraftwerke mehr als sechs Jahre bei 50 bis 110 US-Dollar. In Europa spielt zusätzlich die Energiesouveränität eine zentrale Rolle. Der REPowerEU-Plan zielt darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 42,5 % zu erhöhen.

Stromnetze stehen vor historischer Investitionswelle

Der Wandel hin zu mehr Elektrizität belastet die bestehenden Stromnetze erheblich. Kapazität, Zuverlässigkeit und Größe halten mit der Entwicklung nicht Schritt, was unter anderem der Blackout auf der iberischen Halbinsel im April 2025 verdeutlichte.

Die Modernisierung und Erweiterung der Netze erfordert eine beispiellose Investitionswelle. Gleichzeitig steigt der Bedarf an grenzüberschreitender Vernetzung, da sich die Energiestrukturen der Länder unterscheiden. Dafür werden unter anderem Hightech-Kupferkabel benötigt.

KI und Robotik beschleunigen die Elektrifizierung

Die Elektrifizierung der Industrie wird durch den Einsatz von KI in Produktionsprozessen und den Ausbau globaler Rechenzentrumsinfrastruktur zusätzlich beschleunigt. Davon profitieren spezialisierte Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.

Ein weiterer Schub wird durch humanoide Roboter erwartet. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2050 rund eine Milliarde dieser Systeme im Einsatz sein könnten. Sie benötigen elektronische Komponenten und leistungsfähige Batterien, wodurch die Nachfrage weiter steigt. Kurzfristig zählt KI zu den wichtigsten Wachstumstreibern, während ab 2035 Industrie 5.0 und humanoide Robotik zusätzliche Impulse liefern dürften.

LFDE/IJ

Zum Newsletter anmelden

Bestellen Sie kostenfrei und unverbindlich den GELD-Magazin Newsletter, als optimale Ergänzung zur Print-Ausgabe von GELD-Magazin!
Zwei Mal im Monat versenden wir den Newsletter mit Themen rund um den Finanzmarkt und Wirtschaft.

Sie haben sich erfolgreich eingetragen.