29. April 2026

10 Jahre Pariser Abkommen

Das Pariser Abkommen bleibt eine der ambitioniertesten internationalen Verpflichtungen zur Bekämpfung des Klimawandels. Seine Ziele sind klar: die Erderwärmung auf 1,5 °C begrenzen, Anpassung und Resilienz stärken sowie Finanzströme in klimafreundliche Bahnen lenken. Hugo Bonnard, Fondsmanager bei DPAM, zieht dazu eine aktuelle Bilanz.

Positive Effekte, aber…

Hugo Bonnard, Fondsmanager bei DPAM
Hugo Bonnard, Fondsmanager bei DPAM

Das Abkommen ist laut Bonnard ein zentraler strategischer Anker für die Finanzwelt. Messbare Fortschritte wurden erzielt: Die meisten großen Finanzinstitute haben Netto-Null-Ziele verabschiedet, auch die öffentliche Hand hat nachgelegt – vom CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU bis hin zum Inflation Reduction Act in den USA.

Nachhaltige Taxonomien prägen zunehmend die Allokationsstandards. Fast 4 Billionen US-Dollar sind in die grüne Finanzierung geflossen. Dennoch bleibt das Gesamtbild gemischt: Die globalen Emissionen steigen weiter und das Zeitfenster zum 1,5-Grad-Ziel schließt sich. Das Umsetzungstempo reicht bislang nicht aus.

Anleger und Unternehmen gefordert

Institutionelle Investoren und Unternehmen sind nun gefordert. Ihre treuhänderische Verantwortung umfasst Klimarisiken ausdrücklich, da diese sich auf Finanzstabilität und langfristige Bewertungen auswirken.

Nachhaltigkeit zu integrieren ist laut Bonnard keine Frage von Prinzipien mehr, sondern ein Kernelement soliden Investmentmanagements. Besonders Impact Investing lenkt Kapital in Geschäftsmodelle, die messbare ökologische Wirkungen erzielen – vor allem durch Technologien zur Dekarbonisierung.

In der Industrie sorgen Automatisierung und Energieeffizienz bereits für spürbare Emissionsreduktionen. In der Solarenergie geht Innovation weit über die Herstellung von Photovoltaikmodulen hinaus: steigende Erträge und sinkende Kosten beschleunigen den Wandel im Energiemix. In der Wasserwirtschaft senken Technologien wie Leckage-Erkennung sowie optimierte Pumpen und Aufbereitungsanlagen den Energieverbrauch um bis zu 26 Prozent.

Blick nach vorn

Das kommende Jahrzehnt wird entscheidend. Kapital dürfte zunehmend dorthin fließen, wo Wertschöpfungsketten transformiert und konkrete Lösungen für die Transition umgesetzt werden. Für Bonnard steht fest: Die Finanzwelt ist im Kampf gegen den Klimawandel zu einer treibenden Kraft geworden.

DPAM/IJ

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