12. Oktober 2023

Versicherungen: Schwieriges Umfeld

Laut dem zwölften Global Insurance Report von BlackRock passen sich Versicherungen rund um den Globus an das gegenwärtig schwierige Makro-Umfeld an. Dazu setzen sie auf eine flexible strategische Vermögensallokation.

Mark Erickson, Global Head of Financial Institutions Group bei BlackRock
Mark Erickson, Global Head of Financial Institutions Group bei BlackRock

An der Umfrage haben sich weltweit 378 Führungskräfte aus Versicherungsunternehmen beteiligt, die insgesamt ein Vermögen von knapp 29 Billionen US-Dollar verwalten. Mark Erickson, Global Head of Financial Institutions Group bei BlackRock: „Zwei Jahre nach dem Ende der Corona-Pandemie fällt der diesjährige Bericht in eine Zeit, in der fünf strukturelle Megakräfte den Konjunkturausblick beeinflussen: die alternde Bevölkerung, der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, die globale Fragmentierung, die sich verändernde Rolle von Banken und anderer Finanzdienstleister sowie die digitale Disruption.“

Sorgenkind Inflation

Nach wie vor ist auch die Inflation für Versicherungen eines der wichtigsten Themen: 71 % der Befragten nennen sie das zweite Jahr in Folge als die überraschendste wirtschaftliche Entwicklung. Die Gefahr einer Rezession gibt 59 % besonderen Anlass zur Sorge. Mehr als die Hälfte der Versicherer (55 %) weltweit hält weitere finanzielle Einbrüche im Bankensektor für besonders wahrscheinlich. Dies lässt auf Sorgen hinsichtlich der Stabilität und Finanzlage der Kreditinstitute schließen, die nunmehr 77 % der Befragten in Nordamerika äußern.

Flexible Strategie

Als Reaktion auf das aktuelle Umfeld setzen Versicherungsgesellschaften auf eine strategische Vermögensallokation, die ihnen Flexibilität bietet. Während ihre Allokationen insgesamt verglichen mit den Vorjahren weitgehend gleichgeblieben sind, ist bei den Zuteilungen in festverzinsliche Wertpapiere und Privatmarktanlagen eine Tendenz zur Qualität zu beobachten. Trotz der inzwischen an den öffentlichen Märkten erzielten Renditen planen die meisten (89 %) der befragten Versicherungen, ihre Investitionen auf den Privatmärkten selektiv zu erhöhen. Fast zwei Drittel (60 %) der Befragten gehen von einem Aufstocken ihrer Allokation im Bereich Direct Lending aus. Über ein Drittel von ihnen wird jedoch voraussichtlich seine Engagements in Immobilienanleihen und -aktien sowie Private Equity verringern.

Olivier Van Eyseren, Head of EMEA Financial Institutions Group bei BlackRock: „Wenn sich Versicherer in der neuen Investmentlandschaft zurechtfinden wollen, stehen sie vor großen Herausforderungen. Die Antworten aus unserer Umfrage zeigen aber auch die Chancen, die sich ihnen dabei an den öffentlichen wie privaten Märkten bieten. Um diese zu nutzen, tendieren die Versicherer zu einer flexiblen Anlagestrategie und einem technologiegestützten robusten Risikomanagement.“

„Grüne Karte“

In den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft binden die meisten Versicherungen inzwischen auch Nachhaltigkeitsüberlegungen in ihre Investmentprozesse ein. Im Fokus stehen dabei Anlagemöglichkeiten, die sich durch den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ergeben. Zwei Drittel der weltweit Befragten (62 %) gehen davon aus, dass die besten Anlagechancen aus der Umstellung auf eine saubere Energieinfrastruktur resultieren.

BlackRock/HK

Zum Newsletter anmelden

Bestellen Sie kostenfrei und unverbindlich den GELD-Magazin Newsletter, als optimale Ergänzung zur Print-Ausgabe von GELD-Magazin!
Zwei Mal im Monat versenden wir den Newsletter mit Themen rund um den Finanzmarkt und Wirtschaft.

Sie haben sich erfolgreich eingetragen.