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20. März 2024

Small Caps: Gute Chancen

In den letzten Jahren konnten sich Small Caps nicht so kräftig entwickeln wie Large Caps. Sollte die US-Notenbank jedoch wie erwartet 2024 die Zinsen senken, könnten sich ihre Chancen verbessern.Das meint Christophe Braun, Equity Investment Director bei Capital Group.

Christophe Braun, Equity Investment Director bei Capital Group

Der Experte identifiziert sieben spannende Branchen für Small Caps, darunter die globale Infrastruktur: Die Bereitschaft der US-Regierung, die zum Teil marode Infrastruktur in den USA zu modernisieren, sowie der Wunsch vieler Unternehmen, ihre Lieferketten stärker abzusichern, hätten dem Industriesektor neues Leben eingehaucht. Erhebliche Investitionen von Regierungsseite sowie von multinationalen Unternehmen dürften in den kommenden Jahren für eine anhaltende Nachfrage sorgen. Interessant seien beispielsweise Unternehmen, die Installationsdienste für Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen anbieten.

Europäische Industrie

„Akquisitionsstarke Industriekonzerne, die mehrere Unternehmen unter einem Dach vereinen, können echte Wertschöpfer sein. Wir sehen das vor allem in Nordeuropa“, sagt Braun. Diese Unternehmen könnten profitabel skalieren und durch eine Kombination aus Dividenden, organischem Wachstum und erworbenen Gewinnen aus Fusionen und Übernahmen über längere Zeiträume überzeugende Gesamtrenditen erzielen.

KI öffnet Chancen

Chancen böten sich auch in Branchen, die von KI profitierten. So treibe KI nicht nur das Wachstum in der globalen Halbleiterindustrie voran, weil Hochleistungs-Computerchips benötigt würden, um KI-Anwendungen zu betreiben. Auch die Hersteller von Spezialchemikalien, Gasen und Klebstoffen, die in der Halbleiterproduktion und -verpackung verwendet werden, würden profitieren. Auch IT-Dienstleistungsunternehmen würden einen Anstieg der Aufträge verzeichnen, weil große Unternehmen ihre bestehende Technologie mit KI aufrüsten wollten. 

Indien: Guter Boden für Small Caps

Indiens boomende Wirtschaft, der wachsende Wohnungsmarkt und die digitale Infrastruktur machen das Land aus Sicht des Experten zu einem attraktiven Jagdrevier auf der Suche nach schnell wachsenden Unternehmen. Die Bandbreite sei groß: von Getränkeherstellern über Chemielieferanten bis hin zu privaten Krankenhausbetreibern. Auch im Finanzsektor gebe es mehr Anlagemöglichkeiten. Allerdings notiere der indische Aktienmarkt derzeit auf einem Rekordhoch. „Wir gehen deshalb selektiv vor“, so Braun.

Griechische Banken

Chancen sieht Braun auch auf dem griechischen Geschäftsbankenmarkt. Dieser habe sich in den letzten Jahren stark verändert: Von etwa 25 Banken habe nur eine Handvoll überlebt. Die verbleibenden Banken seien überkapitalisiert, und es gebe weniger Wettbewerb um Kredite, was im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zu einer kostengünstigen Einlagenbasis geführt habe. „Insgesamt werden die griechischen Banken auf relativer Basis zu attraktiven Bewertungen gehandelt.“

Biotechnologie vor Erholung

Im Biotechnologiesektor könnten die Bewertungen ihren Tiefpunkt erreicht haben: „Die Aktienkurse im Biotech-Bereich neigen dazu, sich mit den Finanzzyklen zu bewegen. Sobald die Zinssätze sinken, könnte sich dies entsprechend positiv auswirken.“ Die Zunahme der Fusions- und Übernahmetätigkeit in den letzten Monaten wertet er als erstes positives Signal. „Wir sind auf der Suche nach Unternehmen, deren Bewertungen durch den Zinsanstieg in den Keller gegangen sind.“ Ein weiterer potenzieller Wachstumsbereich seien Unternehmen, die spezialisierte Werkzeuge und Materialien liefern, welche von globalen Pharmariesen benötigt werden.

Wiederbelebter IPO-Markt

Börsengänge könnten Anlegern 2024 ebenfalls Gelegenheiten bieten, zu vernünftigen Bewertungen in vielversprechende Small Caps zu investieren. „Angesichts der Erwartung, dass sich die großen globalen Zentralbanken dem Ende des Zinserhöhungszyklus nähern, besteht die Hoffnung, dass sich die IPO-Aktivität nach ein paar ruhigen Jahren wieder erholen wird“, so Braun. Dies eröffne Chancen.

Capital Group/HK

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