23. Oktober 2026

KI-Aktien unter Druck, Anleihen auf Höhenflug: Worauf Anleger jetzt achten sollten

Der KI-Boom ist noch lange nicht vorbei, doch steigende Anleiherenditen setzen den Aktienmärkten zunehmend zu. Börsenexperte Ulrich Müller, Gründer der Ulrich Müller Wealth Academy, erklärt, wo er die größten Risiken sieht, warum gezielte Investments in KI-Sicherheit interessant bleiben und weshalb Gold als Absicherung ins Depot gehört.

KI-Aktien unter Druck: Korrektur statt Zeitenwende

Ulrich Müller, Gründer der Ulrich Müller Wealth Academy
Ulrich Müller, Gründer der Ulrich Müller Wealth Academy

Nach Monaten der Rekorde sind Chipwerte weltweit eingebrochen: Der US-Halbleiterindex verlor binnen sechs Handelstagen rund 12 Prozent, ausgelöst durch unerwartet hohe US-Inflationsdaten und verschärft durch die Nachricht über einen günstigen Speicherchip aus China. Für Ulrich Müller ist das nicht das Ende des KI-Booms. „Grundsätzlich endet jeder Hype mit einem scheinbar unvorhersehbaren Kursverfall. Auch dieser Hype wird so oder ähnlich enden, aber noch nicht jetzt oder in absehbarer Zeit. Dagegen sprechen die weiterhin enormen Investitionen in KI“, erklärt der Börsen-Profi. Statt pauschal auf Chipwerte zu schauen, plädiert er für einen genaueren Blick auf die Branche: „Wer vom KI-Boom profitieren will, sollte gezielt jene Anbieter analysieren, die für Sicherheit sorgen.“

Anleihen über fünf Prozent: der eigentliche Gegenwind für Aktien

Vor den Zinsentscheiden von Fed und EZB am 28. und 29. Oktober rückt eine Zahl in den Mittelpunkt: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt über fünf Prozent. Für Ulrich Müller ist das die entscheidende Größe. „Das größte Risiko für den Bullenmarkt liegt nicht bei den Unternehmensgewinnen, sondern bei der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen“, betont Müller. Bereits im Sommer hatte er gewarnt, dass die Anleihe ab 4,70 Prozent zur ernsthaften Konkurrenz für Aktien wird. Diese Schwelle ist inzwischen deutlich überschritten, Aktien müssen sich an einer Verzinsung ohne Unternehmerrisiko messen lassen. Eine klare Richtung erwartet der Marktkenner bis auf Weiteres nicht: „Solange die Notenbanken auf Sicht fahren, werden die Märkte keine klare Richtung einschlagen. Für Anleger gilt es, handlungsfähig zu bleiben.“

Gold: Versicherung statt Spekulation

Gold und Silber haben einen großen Lauf hinter sich, zuletzt gaben die Preise nach. Für Ulrich Müller ist Gold kein Renditebringer, sondern ein Gegenpol im Depot. „Gold und Silber hatten einen großen Lauf. Wir waren schon sehr viel höher, und jetzt korrigieren wir gerade“, sagte Müller bereits im Sommer. Solche Rücksetzer hält er für interessanter als ein Allzeithoch. Rückenwind sieht der Börsen-Profi bei den Notenbanken: Länder wie China, die Türkei und Brasilien kaufen in großem Stil Gold, weil sie US-Staatspapiere nicht mehr als sichere Reserve betrachten. Bei liquiden Vermögen ab 500.000 Euro hält Müller einen Goldanteil von rund zehn Prozent für vernünftig, als Versicherung, nicht als Spekulation. Er selbst kauft dabei nicht klassisch, sondern steigt über verkaufte Optionen ein und wird für das Warten mit einer Prämie bezahlt.

Ulrich Müller (48) hat über 30 Jahre Börsenerfahrung und ist Gründer der bekannten Ulrich Müller Wealth Academy GmbH in Halstenbek bei Hamburg. Mit Gruppenseminaren und individuellen Coachings werden Teilnehmende dazu ausgebildet, ihr Geld erfolgreich an der Börse zu investieren. Vor der Gründung der Wealth Academy war der studierte Finanzwirt 17 Jahre als Investmentberater tätig, dabei wurden seine Anlageentscheidungen von mehr als 10.000 Investmentberatern übernommen. Über viele Jahre entwickelte er seine eigenen Analyse- und Bewertungssysteme im Bereich Aktien und Optionen, die er nun in seiner Akademie an private Anleger weitergibt.

www.ulrichmueller.de

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