8. September 2026

Märkte im September

Der September gilt an den Börsen traditionell als volatiler Monat. In der aktuellen Ausgabe des „Monitor“ verweist das Marktteam auf mehrere Unsicherheitsfaktoren – von der Lage am Golf über Inflations- und Zinsrisiken bis zu politischen Ereignissen. Gleichzeitig bleibt der fundamentale Ausblick für Aktien vergleichsweise robust, während Gold saisonal Unterstützung erhält.

Aktueller Marktkommentar

Die Lage am Golf hat sich zuletzt erneut zugespitzt. Neue Kampfhandlungen und weiterhin ausbleibende Rohstofflieferungen ließen Öl- und Gaspreise steigen. Dezember-Futures für Brent handeln inzwischen wieder nahe ihren Höchstständen aus dem Frühsommer. Inflationssorgen, das höhere Zinsniveau und ein möglicher Fed-Zinsschritt dürften das Marktrisiko im September zusätzlich erhöhen. Auch die US-Midterms sowie der beginnende Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich sorgen für Unsicherheit.

Trotz der höheren Volatilität wird das Abwärtspotenzial für Aktien als begrenzt eingeschätzt. Unterstützung kommt vor allem von der US-Konjunktur: Das BIP-Modell der Atlanta Fed signalisiert für das dritte Quartal derzeit ein Realwachstum von 4,7 %. Zusammen mit starken Unternehmensdaten könnte die robuste US-Wirtschaft die Märkte fundamental stützen. Rücksetzer im September werden daher als Gelegenheit gesehen, das zuletzt leicht reduzierte Aktienübergewicht opportunistisch wieder auszubauen.

September-Saisonalität unterstützend für Gold und negativ für Aktien

Der September zählt zu den schwächeren Kalendermonaten für US Aktien – unter anderem, weil Investoren ihre Portfolios nach der „Sommerpause“ neu ausrichten und Risiko reduzieren. Die gewöhnliche September-Nervosität ist hingegen tendenziell positiv für Gold, das im September zumindest historisch solide performt hat. Quelle: Bloomberg, Zeitraum: 01.01.1975 – 04.09.2026

Kurzfristiger Ausblick

Nach dem weitgehenden Abschluss der starken Berichtssaison für das zweite Quartal dürfte der Fokus der Märkte wieder stärker auf makroökonomische Faktoren rücken. Entscheidend für den weiteren Zinspfad der US-Notenbank bleiben insbesondere die Inflationsentwicklung und der Arbeitsmarkt.

In dieser Woche stehen mehrere wichtige Termine an: Am Mittwoch werden die chinesischen Verbraucherpreise für August veröffentlicht. Am Donnerstag folgt der Zinsentscheid der EZB, bei dem mit einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte gerechnet wird. Zudem stehen die US-Erzeugerpreise und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an. Am Freitag dürften die US-Verbraucherpreise neue Hinweise auf die Inflationsentwicklung und den weiteren Kurs der Fed liefern.

Berenberg/IJ

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