1. September 2026

Inflation steigt

Die Inflationsrate im Euro-Raum ist im August von 2,9 auf 3,3 % gestiegen. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Energiepreise, während der binnenwirtschaftliche Preisdruck verhalten blieb. Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz, rechnet daher zwar mit einer weiteren Zinserhöhung der EZB im September, warnt aber davor, den Energiepreisschock mit einem breit angelegten Nachfrageboom zu verwechseln.

Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb&Wallwitz
Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz

Die Verbraucherpreise stiegen im August gegenüber dem Vormonat um 0,4 %. Vor dem Hintergrund der erneuten Eskalation im Iran-Krieg und der Hitzebelastungen im europäischen Stromsystem verteuerte sich Energie um 2,9 % und erklärte damit den größten Teil des Anstiegs. Ohne Energie und Nahrungsmittel erhöhte sich das Preisniveau lediglich um 0,2 %. Die Kerninflation sank leicht auf 2,4 %, die Teuerung bei Dienstleistungen von 3,3 auf 3,0 %. Von einem breit angelegten Nachfragedruck auf die Preise kann im Euro-Raum damit weiterhin keine Rede sein.

Aussichten für Anleger

Mit dem deutlichen Anstieg der Inflationsrate im August ist eine erneute Zinserhöhung der EZB im September laut Mayr nahezu sicher. Der Spielraum für weitere Schritte danach sei jedoch begrenzt. Zum einen dürfte sich die Inflation schrittweise zurückbilden, sofern die Ölpreise nicht nochmals stark steigen. Zum anderen können höhere Zinsen weder Energie verbilligen noch Lieferengpässe beseitigen, sondern vor allem Zweitrundeneffekte und steigende Inflationserwartungen begrenzen.

Für Anleger bedeutet das kurzfristig Belastungen durch die Unsicherheit bei den Energiepreisen und die erwartete Zinsreaktion der EZB. Mittelfristig dürften jedoch die schwache Nachfrage und die hohen konjunkturellen Kosten weiterer Straffungen den Aufwärtsdruck auf die europäischen Kapitalmarktzinsen begrenzen. Mayr spricht sich daher weiterhin für Vorsicht bei der Duration aus und verweist zugleich auf die Folgen der global expansiven Fiskalpolitik.

Eyb & Wallwitz/IJ

Zum Newsletter anmelden

Bestellen Sie kostenfrei und unverbindlich den GELD-Magazin Newsletter, als optimale Ergänzung zur Print-Ausgabe von GELD-Magazin!
Zwei Mal im Monat versenden wir den Newsletter mit Themen rund um den Finanzmarkt und Wirtschaft.

Sie haben sich erfolgreich eingetragen.