28. August 2026

US-Schulden steigen

Die wachsende US-Staatsverschuldung rückt angesichts steigender langfristiger Renditen und jüngster Maßnahmen des US-Finanzministeriums erneut in den Fokus. Robert Sockin, Chief US Economist bei PGIM, sieht vor allem strukturelle Ausgabenfaktoren und fehlenden politischen Willen als Gründe dafür, dass das Defizit weiter hoch bleiben dürfte.

Steigende US-Verschuldung: Der politische Wille scheint zu fehlen

Robert Sockin, Chief US Economist bei PGIM

Die Bundesausgaben werden vor allem von Zinskosten und zwingenden Ausgabenprogrammen bestimmt. Um die Ausgaben nachhaltig zu drosseln, müsste der Kongress bei den verpflichtenden Programmen ansetzen. In den vergangenen Jahren fehlte laut Sockin jedoch bei beiden Parteien deutlich die politische Bereitschaft, das Defizit zu reduzieren.

Zusätzlichen Druck erzeugen befristete finanzpolitische Maßnahmen, die dauerhaft werden, höhere Zinskosten, steigende Verteidigungsausgaben sowie wachsende Ausgaben für Industriepolitik und Infrastruktur.

Langfristzinsen unter Druck

Auch makroökonomische Faktoren tragen zur jüngsten Marktreaktion bei. Das US-Haushaltsdefizit liegt inzwischen bei 6 % des BIP oder höher, nachdem es zwischen 2015 und 2019 bei 3,5 % gelegen hatte. Gleichzeitig verdrängen KI-bezogene Unternehmensanleihen zunehmend Staatsanleihen, während Inflationssorgen und Zweifel am Commitment der Fed zum 2-%-Ziel zusätzlichen Druck erzeugen.

Hinzu kommt eine veränderte Käuferstruktur am US-Staatsanleihemarkt. Preisunempfindlichere Käufer wie Zentralbanken spielen eine weniger dominante Rolle, während die verbleibenden Investoren stärker auf Renditeniveaus reagieren.

Rückkaufplan mit Signalwirkung

Der jüngste Rückkaufplan des US-Finanzministeriums ist laut PGIM relativ begrenzt und dürfte daher vor allem Signalwirkung haben. Ein nachhaltiger Effekt sei angesichts der begrenzten Möglichkeiten der Regierung zur Kontrolle von Defizit und Renditen eher unwahrscheinlich.

Zugleich könnte der Rückkaufplan den Emissionsdruck am kurzen Ende der Zinskurve erhöhen. Das könnte auch den erneuten politischen Druck auf die Fed erklären, die Zinsen zu senken.

PGIM/IJ

Zum Newsletter anmelden

Bestellen Sie kostenfrei und unverbindlich den GELD-Magazin Newsletter, als optimale Ergänzung zur Print-Ausgabe von GELD-Magazin!
Zwei Mal im Monat versenden wir den Newsletter mit Themen rund um den Finanzmarkt und Wirtschaft.

Sie haben sich erfolgreich eingetragen.