Infrastrukturaktien im Fokus
Europäische Versorger zählen derzeit zu den stärksten Segmenten im Infrastruktursektor. Darauf weist Frederik Bröker in einem Themendienst hin. Gemessen am MSCI Europe Utilities Index legten sie im ersten Quartal um 13,84 % zu und übertrafen damit deutlich den breiten europäischen Aktienmarkt (MSCI Europe Index), der im selben Zeitraum leicht im Minus lag.

Ein zentraler Treiber ist der massive Ausbau der Stromnetze in Europa. Neben dem steigenden Strombedarf durch Rechenzentren und KI-Anwendungen wirkt vor allem die Elektrifizierung von Industrie, Mobilität und Wärmeversorgung als struktureller Nachfrageimpuls. Bis 2030 werden europaweit Investitionen von rund 600 bis 700 Milliarden Euro in Stromnetze erwartet.
Für börsennotierte Netzgesellschaften bedeutet das ein Wachstum der sogenannten Regulated Asset Base (RAB) – also des Kapitalstocks, auf den Netzbetreiber eine regulatorisch festgelegte Rendite erzielen dürfen. Höhere Investitionen führen damit zu langfristig planbarem Gewinnwachstum. Gleichzeitig erscheint der Sektor weiterhin attraktiv bewertet: Gemessen am EV/EBITDA handeln europäische Versorger aktuell mit einem Abschlag von rund 12 % gegenüber dem breiten europäischen Aktienmarkt.
Bewertungsabschlag europäischer Versorger gegenüber MSCI Europe gemessen am EV/EBITDA

Auch das Zins- und Energiepreisumfeld spielt eine Rolle. Steigende Zinsen erhöhen zwar grundsätzlich die Finanzierungskosten kapitalintensiver Versorger. Viele Unternehmen verfügen jedoch über langfristig fixierte Finanzierungsstrukturen. Zudem können höhere Kapitalkosten insbesondere in regulierten Bereichen zeitverzögert über Netzentgelte an Kunden weitergegeben werden.
Parallel dazu wirken steigende Gaspreise über einen weiteren Kanal: Da Gaskraftwerke im europäischen Strommarkt häufig den Grenzpreis bestimmen, führen höhere Gaspreise oft auch zu steigenden Strompreisen. Davon profitieren insbesondere Stromerzeuger mit niedrigen Produktionskosten, etwa Anbieter erneuerbarer Energien.
Der Ausbau von Stromnetzen und erneuerbaren Energien verstärkt sich dabei gegenseitig. Neue Wind- und Solaranlagen benötigen zusätzliche Netzanschlüsse, während größere Netzkapazitäten wiederum die Integration erneuerbarer Energiequellen ermöglichen. Für Investoren entsteht so ein langfristiger Wachstumstreiber entlang der gesamten Energieinfrastruktur.
Infrastruktur als Stabilitätsanker im Portfolio
Die jüngste geopolitische Eskalation im Nahen Osten hat zudem gezeigt, dass Infrastrukturaktien in volatilen Marktphasen stabilisierende Eigenschaften besitzen können. Unternehmen mit regulierten Geschäftsmodellen, planbaren Cashflows und langfristigen Investitionsprogrammen reagieren häufig weniger stark auf kurzfristige makroökonomische oder geopolitische Schocks.
Hinzu kommt, dass viele Infrastrukturunternehmen stärker von der Binnenwirtschaft ihrer Märkte abhängig sind und weniger von der globalen Konjunktur als exportorientierte Unternehmen. Inflationsgeschützte Erlösmodelle, regulierte Renditen und langfristige Verträge stabilisieren die Erträge zusätzlich. Eine Beimischung von Infrastrukturaktien kann daher zur Stabilität eines breit diversifizierten Aktienportfolios beitragen.
Infrastrukturaktien bei BANTLEON
Der Infrastrukturaktienfonds BANTLEON SELECT INFRASTRUCTURE erzielte seit Jahresbeginn eine Rendite von 12,02 % (Anteilsklasse LU1989515793, Stand 31. März 2026). Der Fonds investiert vor allem in europäische Basisinfrastrukturunternehmen aus den Bereichen Versorger, Telekommunikation und Transportinfrastruktur.
Auch der nachhaltige Multi-Asset-Fonds BANTLEON CHANGING WORLD hält strategische Infrastruktur-Aktienpositionen. Infrastruktur zählt laut Bantleon zu den wenigen Anlageklassen, die sowohl Wachstumschancen als auch Schutz vor makroökonomischen Risiken bieten können.
Bantleon/IJ
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