26. März 2026

Gold enttäuscht

Seit Ausbruch des Konflikts im Iran konnte Gold seinen Status als „sicherer Hafen“ nicht aufrechterhalten. Stattdessen hat das Edelmetall seit Anfang März rund 15 % an Wert verloren. Darauf weist Roger Rüegg, Head of Multi-Asset bei Swisscanto, hin.

Ursachen des Rückgangs

Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei Swisscanto/ZKB

Aus Sicht von Rüegg lassen sich die Hauptursachen für den Preisrückgang auf drei wesentliche Faktoren zurückführen:

*1) Starker US-Dollar: Der anhaltende Anstieg des US-Dollars belastet den Goldpreis erheblich. Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, wird es für Investoren außerhalb der USA teurer, was die Nachfrage entsprechend dämpft.

*2) Inflationssorgen und Zinsentwicklung: Die gestiegenen Rohölpreise und die Zerstörung der Förderinfrastruktur im Nahen Osten haben Inflationsängste verstärkt. Erwartungen an Zinssenkungen der Notenbanken wurden wieder zurückgenommen, während die Renditen am langen Ende der Zinskurve gestiegen sind. Da Gold keine Zinsen oder Ausschüttungen bietet, verliert es im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen an Attraktivität.

*3) Gewinnmitnahmen: Nach zwei außergewöhnlich starken Jahren für Gold spielen auch Gewinnmitnahmen eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der aktuellen Kursentwicklung.

Kurzfristig könnten diese Gewinnmitnahmen den Goldpreis weiter belasten, bis ein stabiler Boden gefunden ist. Mittel- und langfristig bleibt Rüegg jedoch optimistisch. Der anhaltende Trend zur De-Dollarisierung, steigende Staatsschulden sowie fortgesetzte Goldkäufe durch Zentralbanken sprechen weiterhin für eine positive Entwicklung des Edelmetalls.

Swisscanto/IJ

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