KI treibt EM
Schwellenländer-Aktien haben im vergangenen Jahr stark performt. Laut Sammy Suzuki, Head – Emerging Markets Equities bei AllianceBernstein, könnten sie auch 2026 weiter von der Dynamik im KI-Sektor profitieren. Während US-Hyperscaler erhebliche Investitionen in KI tätigen, profitieren viele Unternehmen aus den Emerging Markets von dieser Nachfrage – ohne selbst die hohen Investitionen tragen zu müssen.
Die Schwellenländer-Aktienmärkte starten mit einer soliden Grundlage in das Jahr 2026. Ein schwächerer US-Dollar, nachlassende Inflation und günstigere lokale geldpolitische Bedingungen schaffen ein positives makroökonomisches Umfeld. Gleichzeitig haben sich die Bilanzen vieler Unternehmen verbessert, während die Bewertungen im Vergleich zu Industrieländern attraktiv bleiben.
KI: Emerging Markets profitieren statt finanzieren

Im globalen KI-Investitionszyklus nehmen die Investitionsausgaben der US-Hyperscaler stark zu. Der Ausbau von Rechenzentren, Strominfrastruktur, Speicher, Komponenten und Materialien erfordert hohe Kapitalinvestitionen. Während diese Ausgaben den freien Cashflow vieler US-Unternehmen kurzfristig belasten können, profitieren zahlreiche Unternehmen aus Schwellenländern von der steigenden Nachfrage entlang der Wertschöpfungskette.
Besonders in Bereichen wie fortschrittlicher Fertigung, Halbleitern, Energieausrüstung und Schlüsselmaterialien ergeben sich Chancen. Viele dieser Unternehmen verfügen über vergleichsweise kapitalarme Geschäftsmodelle, sodass zusätzliche Einnahmen aus KI-bezogenen Investitionen direkt in Gewinn- und Free-Cashflow-Wachstum übergehen können. Gleichzeitig liegen ihre Bewertungen häufig deutlich unter denen vergleichbarer Unternehmen in entwickelten Märkten.
Schwellenländer-Aktien – Wenig Spielraum für Fehler
Trotz des konstruktiveren Umfelds bleiben Risiken bestehen. Eine erneute Aufwertung des US-Dollars oder zunehmende geopolitische Spannungen könnten die Finanzierungsbedingungen verschärfen und die Stimmung in den Schwellenländern belasten. Auch eine Abschwächung des globalen Wachstums, insbesondere in den USA oder Europa, würde exportorientierte Volkswirtschaften unter Druck setzen.
Regional zeigt sich zudem die Bedeutung selektiver Investitionen. Indien bleibt ein attraktiver Markt mit langfristigem Wachstumspotenzial. Allerdings sind die Bewertungen in Teilen des Marktes im historischen Vergleich deutlich gestiegen. Renditen hängen daher zunehmend von nachhaltig steigenden Gewinnen ab, wodurch bei einer Verknappung globaler Liquidität weniger Spielraum für Enttäuschungen bleibt.
Selektivität entscheidend
In diesem Umfeld gewinnt eine sorgfältige Titelauswahl an Bedeutung. Investoren sollten sich auf Unternehmen mit soliden Bilanzen konzentrieren und Bereiche mit asymmetrischen Abwärtsrisiken meiden. Eine selektive Strategie ermöglicht es, weiterhin von den langfristigen Wachstumschancen der Schwellenländer zu profitieren und gleichzeitig die potenziellen Risiken im Jahr 2026 besser zu steuern.
AllianceBernstein/IJ