Weltfondstag 2026: Zwischen ETF-Boom und aktivem Management
„Der Weltfondstag zeigt eindrucksvoll, wie sich die Geldanlage verändert hat: Von der Sparbüchse über das klassische Sparbuch bis hin zu breit diversifizierten Investmentlösungen. Gerade in Zeiten von Inflation und volatilen Märkten ist professionelle Finanzplanung wichtiger denn je“, erklärt Guido Küsters, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands Financial Planners (AFP).

Anlässlich des Weltfondstags unterstreichen aktuelle Zahlen die wachsende Bedeutung von Investmentfonds für den langfristigen Vermögensaufbau in Österreich. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) berichtet in ihrem aktuellen Quartalsbericht Asset Management 2026[1], dass das Vermögen österreichischer Investmentfonds zum Jahresende 2025 mit 246,4 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreicht hat. Damit lag das Fondsvolumen um 6,8 % bzw. 15,7 Milliarden Euro über dem Vorjahr. Insgesamt flossen den Fonds im Jahr 2025 netto rund 6,05 Milliarden Euro an neuen Mitteln zu, insbesondere wurden starke Zuflüsse in Aktien- und Rentenfonds verzeichnet. Gleichzeitig entwickelten sich nachhaltige Fonds überdurchschnittlich und machen mit 123,6 Milliarden Euro bereits rund die Hälfte des gesamten verwalteten Vermögens aus.
Insgesamt besteht beim Investieren jedoch weiterhin Luft nach oben. Das Gesamtfinanzvermögen der österreichischen Privathaushalte betrug laut Österreichischer Nationalbank zum Halbjahr 2025 rund 936,7 Milliarden Euro, womit noch immer am meisten Vermögen (36 Prozent) auf Einlagen, also beispielsweise Girokonten, Sparbücher oder Bausparverträge, entfällt. Diese sind aufgrund der Inflation nur eingeschränkt sinnvoll. Die zuletzt aufstrebenden Wertpapiere machen rund 21 Prozent des gesamten Privatvermögens aus.[2]
Kosten, Kontrolle, Chancen: ETFs und aktive Fonds im Fokus
Exchange Traded Funds (ETFs) haben sich in den vergangenen Jahren als kostengünstige und transparente Anlageinstrumente etabliert, da sie Indizes passiv nachbilden und dadurch Managementkosten reduzieren. Gleichzeitig sind sie jedoch vollständig von der Marktentwicklung abhängig und verfügen über kein aktives Risikomanagement. Im Gegensatz dazu bieten aktiv gemanagte Fonds den Vorteil, dass erfahrene Fondsmanager Anlageentscheidungen gezielt treffen und flexibel auf Marktveränderungen reagieren können. Dadurch lassen sich Risiken aktiv steuern und Chancen gezielt nutzen, wenngleich dies in der Regel mit höheren Kosten verbunden ist und stark von der Qualität des Managements abhängt. „Bei aktiv gemanagten Fonds steht ein verantwortlicher Experte oder ein Team dahinter. Gerade in unsicheren Zeiten kann das ein entscheidender Stabilitätsfaktor sein“, erklärt Küsters.
Breite Streuung oder gezielte Spezialisierung: Zwei Fondsansätze im Vergleich
Breit aufgestellte Fonds zeichnen sich durch eine hohe Diversifikation aus, da sie ihr Kapital auf verschiedene Märkte, Branchen und Anlageklassen verteilen. Dadurch verlaufen ihre Wertentwicklungen in der Regel stabiler, was sie insbesondere für Einsteiger und langfristig orientierte Anleger attraktiv macht. Demgegenüber stehen spezialisierte, oftmals kleinere Fonds, die gezielt in bestimmte Regionen, Branchen oder Themen investieren. Diese können zwar höhere Renditechancen bieten, sind jedoch in der Regel auch mit stärkeren Schwankungen verbunden und erfordern ein höheres Maß an Marktkenntnis sowie eine aktivere Steuerung durch den Anleger.
Weltfondstag: Die richtige Mischung macht den Anlageerfolg
Seit zehn Jahren wird der Weltfondstag in Österreich gefeiert. Fonds haben sich selbst im traditionell konservativen Österreich von einem erklärungsbedürftigen Produkt zu einem zentralen Baustein des Vermögensaufbaus entwickelt. „Für Privatanleger sind Fonds grundsätzlich eine sinnvolle Anlageform. Aktiv gemanagte Fonds bieten den Vorteil, dass Fondsmanager flexibel auf veränderte Marktphasen reagieren können. ETFs hingegen punkten vor allem durch ihre geringen Kosten und können je nach Branche, Markt oder Situation ebenfalls Vorteile bieten. Eine Universallösung sind sie jedoch nicht. Entscheidend ist vielmehr eine durchdachte Kombination verschiedener Fonds, idealerweise im Rahmen einer professionellen Beratung, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen“, so Küsters abschließend.
[1] https://www.fma.gv.at/fma-bericht-vermoegen-oesterreichischer-investmentfonds-steigt-zum-jahresende-auf-neuen-rekord-von-e2464-mrd
[2] https://www.oenb.at/dam/jcr:5534bc41-b6fd-4b4d-af8b-d7fdab0ae178/statistiken-h2-25-finanzinvestitionen-haushalte-first-view.pdf#:~:text=Mit%20Juni%202025%20betr%C3%A4gt%20das%20Finanzverm%C3%B6gen%20der,wuchs%20das%20Geldverm%C3%B6gen%20um%205,4%20%25%20bzw.
Verband Financial Planners/SJ