15. Juli 2022

Systematisch zum Erfolg

Mit einem rein quantitativen Ansatz sucht ARTS Asset Management nach Outperformance und will Verluste in schwierigen Börsenphasen minimieren. Experte Leo Willert erklärt, wie das funktioniert.

Leo Willert, Gründer und Head of Trading bei ARTS Asset Management
Leo Willert, Geschäftsführer
& Head of Trading, ARTS Asset Management

Wie kann man sich als „normaler“ Investor Ihr streng mathematisches Konzept vorstellen?

 Der wichtigste Kernpunkt lautet: Wir verfolgen einen rein quantitativen Ansatz. Was bedeutet, dass alle Anlageentscheidungen von unserem Computersystem getroffen werden. Dabei wird eine enorm große Datenbank durchforstet, die rund 10.000 aktive Investmentfonds und circa 3.000 ETFs umfasst. Dabei werden auch in etwa 90 Sektoren und 60 Länder abgedeckt. Diskretionär, also von Menschenhand, wird nicht eingegriffen. Emotionen werden in dieser Strategie somit ausgeschaltet.

Wie erfolgt nun die Auswahl der Titel?

Grob gesagt: Unser System beobachtet das Momentum und kauft Branchen, Länder, Fonds, die im Vergleich zu anderen Assets den stabilsten Aufwärtstrend zeigen. Denn jahrzehntelange empirische Erfahrung hat gezeigt, dass somit eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Outperformance genutzt werden kann. Es besteht aber auch die Möglichkeit von Underperformance, weshalb wir eine strenge Stop-Loss-Automatik verfolgen.

Wie funktioniert Ihr Ansatz, wenn sogenannte „Schwarze Schwäne“, also unerwartete Ereignisse, auftauchen? So wie etwa die Corona-Pandemie oder jetzt der Ukraine-Krieg?

Unser zentrales Ziel lautet, Verluste aktiv zu reduzieren, was in der gegenwärtigen Stressphase wieder gelungen ist. Interessant ist dabei, dass unser System bereits Mitte Jänner damit begonnen hat, verstärkt Rohstoffe aufzustocken, womit wir von der Hausse profitieren. Ebenfalls spannend ist ein Blick auf unsere Produkte mit dynamischer Aktienquote, die von null auf 100 gefahren werden kann. Hier sind wir bereits seit mehreren Wochen vollkommen aus Aktien draußen. Und in Osteuropa sind wir schon seit vielen Monaten nicht mehr investiert, also zu einem Zeitpunkt, als vom Ukraine-Krieg noch keine Rede war. Auch Russland-Positionen wurden bereits im Vorfeld alle abgestoßen.

Wie ist das zu erklären, denn auch ein „Computerhirn“ verfügt ja über keine Kristallkugel, die in die Zukunft blicken kann?

Tatsächlich schien sich bereits im Vorfeld abzuzeichnen, wo Stress an den Märkten entsteht. Gewisse Auswirkungen waren bereits spürbar, manche Assets zählten nicht mehr zu den BestPerformern und einige Investoren wurden in verschiedenen Branchen defensiver. Das Momentum-System hat das erkannt, was zu entsprechenden Käufen und Verkäufen führte. Ein gutes Beispiel bietet unser reiner Aktiendachfonds C-Quadrat ARTS Best Momentum. Das rechtzeitige Hochfahren der Quote von weltweiten Rohstoffen auf 40 Prozent Portfolioanteil hat die Verluste stark begrenzt. Damit sind wir weit besser gefahren als Investoren mit einer „Buy and Hold-Strategie“.

Jetzt könnte man aber einwenden: Auf Rohstoffe zu setzen, ist in der derzeitigen Situation keine große Kunst …

So einfach ist das allerdings in der Praxis nicht. Die Empirie hat bewiesen, dass reines Buy and Hold auch bei Rohstoffen wenig gebracht hat. Ein Blick auf den Bloomberg Commodity Index TR zeigt, dass in den letzten 15 Jahren eine Buy&Hold-Strategie, trotz des enormen Anstiegs in den letzten 1,5 Jahren, eine negative Rendite erzielt hätte. Wir haben hingegen, wie erwähnt, damit angefangen, Rohstoff-Positionen aufzubauen und Aktien signifikant zurückzufahren – bevor der Krieg losbrach. Hinzufügen möchte ich, dass wir uns in einer für unsere Strategie vergleichsweise günstigen Phase befinden. So wie im Zeitraum zwischen 2000 und 2003 stemmen sich einzelne Länder und Sektoren gegen den Bärenmarkt, diese guten Trends kann unser quantitatives System herausfinden.

Dennoch bleibt ein reines Aktienprodukt wie der C-Quadrat ARTS Best Momentum doch in seinem Anlageuniversum gefangen?

Ja, allerdings können wir in dieser Klasse manövrieren, was auch zu „exotischen“ Investments führt: Zum Beispiel sind wir hier im MSCI Kuwait oder im MSCI Katar positioniert. Was sich wiederum dadurch erklärt, dass diese Aktienmärkte an den hohen Ölpreisen partizipieren. Der Computer hat keine Scheu vor ungewöhnlichen Investments.

www.arts.co.at

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