Schwellenmärkte vorne
Ein Jahr nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump zum sogenannten „Liberation Day“ führen Schwellenmärkte die globalen Kursgewinne an. Darauf weist der Vermögensverwalter Aberdeen Investments in einer aktuellen Analyse hin. Demnach widerlegen die Ergebnisse die weit verbreitete Erwartung, dass die Zollpolitik die Entwicklung dieser Märkte deutlich belasten würde.
Die Untersuchung betrachtet die Entwicklung wichtiger Aktienindizes zwischen dem Börsenschluss am 2. April 2025 – dem Tag der Zollankündigung – und dem 27. März 2026. Trotz eines von Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und volatilen Märkten geprägten Jahres zeigen die Daten insgesamt eine positive Entwicklung der globalen Aktienmärkte.
Schwellenländer mit stärkster Performance

Besonders stark entwickelten sich laut der Analyse die Schwellenmärkte: Der MSCI Emerging Markets Index legte im betrachteten Zeitraum um 26 % zu und war damit der bestperformende Index. Auch andere wichtige Märkte verzeichneten Gewinne. Der FTSE 100 stieg um 16 %, während der FTSE World Index um 14,1 % zulegte. In den USA gewann der S&P 500 9,6 %. Der Dow Jones Industrial Average sowie der DAX verzeichneten moderatere Zuwächse von 4,4 % beziehungsweise 3,1 %. Insgesamt zeigt die Analyse, dass die meisten wichtigen globalen Indizes trotz der geopolitischen Unsicherheit im Plus liegen.
Schlagzeilen bestimmen nicht immer die Märkte
Für Ben Ritchie zeigt die Entwicklung, dass Schlagzeilen nicht zwangsläufig die Marktergebnisse bestimmen. Investoren hätten im vergangenen Jahr eine außergewöhnliche Menge an Nachrichten, Unsicherheit und geopolitischen Spannungen bewältigen müssen. Selbst in einer Phase, in der Märkte und Geopolitik stärker verflochten erscheinen als je zuvor, könnten die Zahlen eine andere Geschichte erzählen. Diversifikation über verschiedene Aktienmärkte hinweg sei daher weiterhin eine zentrale Empfehlung für Anleger. In diesem Umfeld sei es bemerkenswert, dass andere Märkte als die USA zeitweise die Führung übernommen hätten.
US-Wirtschaft zeigt Widerstandskraft

Auch die US-Wirtschaft erwies sich laut Jon Butcher als widerstandsfähig. Zwar ging die Zahl der Neueinstellungen nach der Zollankündigung deutlich zurück, da Unternehmen höhere Kosten und politische Unsicherheit erwarteten. Dennoch wuchs die Wirtschaft stärker als prognostiziert, gestützt durch weiterhin robuste Konsumausgaben der privaten Haushalte sowie steigende Unternehmensinvestitionen.
Die Zölle erhöhten zwar die Inflation, ihre Auswirkungen fielen jedoch langsamer und weniger stark aus als zunächst befürchtet. Gleichzeitig bleibt die politische Lage unsicher: Das Urteil des US Supreme Court zum „International Emergency Economic Powers Act“ hat die Zukunft des Zollsystems infrage gestellt. Versuche der Regierung, Teile der Regelungen über andere politische Instrumente wieder einzuführen, sorgen weiterhin für Unsicherheit bei Unternehmen.
Aus Sicht internationaler Investoren besteht damit ein anderes Risiko: Die USA könnten zunehmend als weniger verlässliches Ziel für Kapitalanlagen wahrgenommen werden. Politische Volatilität, Fragen zur Unabhängigkeit der Zentralbanken sowie fiskalische Belastungen rückten stärker in den Fokus. Auch wenn derzeit der Iran-Konflikt und die Energiepreise die Schlagzeilen dominieren, bleiben Zölle ein zentraler Faktor für die Wahrnehmung der USA an den globalen Kapitalmärkten.
abrdn/IJ
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