17. März 2026

Märkte unter Druck

Das Strategie-Team von DJE Kapital AG bewertet die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten anhand der hauseigenen FMM-Methode, die fundamentale, monetäre und markttechnische Faktoren kombiniert. Nach einem positiven Jahresstart setzte sich die Aufwärtsbewegung auch im Februar fort. Während der weltweite Aktienmarkt moderat zulegte, entwickelten sich der deutsche und der europäische Markt dynamischer, wobei Japan die stärkste Monatsentwicklung verzeichnete. Der breite US-Aktienmarkt blieb dagegen zurück, gebremst durch die schwächere Entwicklung vieler US-Technologiewerte.

Auf Sektorenebene waren im Februar weltweit vor allem Energie-, Rohstoff- und Versorgerwerte gefragt. Technologie, zyklischer Konsum und Finanzwerte entwickelten sich dagegen schwächer. In Europa lagen insbesondere Telekommunikationsaktien, defensive Konsumtitel sowie Öl- und Gaswerte vorn, während Medien-, Finanz- und Technologiewerte zurückblieben.

Zwischen Ölkrise und KI-Investitionen: Die Unsicherheit kehrt an die Märkte zurück

Unsicherheit nimmt zu

Mit Blick auf den April hat sich das Chance-Risiko-Profil an den Märkten eingetrübt. Die Kombination aus Irankrieg, Ölpreisanstieg, Zinssorgen und hohen Investitionen in KI-Halbleiter bestimmt derzeit das Marktgeschehen. Unklar bleibt, wie lange die Blockade der Straße von Hormus und die militärischen Auseinandersetzungen anhalten werden. Ein länger andauernder Konflikt ist derzeit an den Märkten nicht eingepreist.

Unabhängig vom geopolitischen Umfeld bleiben Investitionen in KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur ein wichtiger Treiber der Kapitalmärkte. Ausgewählte Technologie- und KI-Unternehmen erscheinen weiterhin aussichtsreich. Ebenso könnten Energieunternehmen profitieren, da steigende Rohstoffpreise positive Gewinnrevisionen erwarten lassen.

Chancen: KI und Energie

Investitionen in KI-, Halbleiter- und Rechenzentrumsinfrastruktur dürften weitgehend intakt bleiben. Große Technologiekonzerne bauen ihre Kapazitäten weiter aus, sodass Unternehmen entlang dieser Wertschöpfungskette weiterhin von der Nachfrage profitieren könnten.

Auch regional bleiben die USA relativ robust. Die Vereinigten Staaten verfügen über eine hohe Energieunabhängigkeit, produzieren einen Großteil ihres Öl- und Gasbedarfs selbst und besitzen eines der modernsten Raffinerienetzwerke weltweit. Der Anstieg der Energiepreise trifft die US-Wirtschaft daher weniger stark als Europa oder Asien.

Darüber hinaus könnten Energie- und Agrarwerte profitieren. Höhere Öl- und Gaspreise führen häufig zeitversetzt zu steigenden Agrarpreisen. Ölkonzerne dürften in den kommenden Wochen positive Gewinnrevisionen erleben, da der aktuelle Ölpreis noch nicht vollständig in den Bewertungen reflektiert ist.

Risiken: Geopolitik und Inflation

Ein zentrales Risiko bleibt eine weitere Eskalation der geopolitischen Lage. Sollte der Konflikt mit dem Iran länger andauern, könnten die Energiepreise dauerhaft hoch bleiben und insbesondere Europa und Asien wirtschaftlich belasten. Zudem könnten die Spannungen zwischen den USA und China zunehmen, da China stark von Energielieferungen aus dem Nahen Osten abhängig ist.

Steigende Ölpreise erhöhen zugleich den Inflationsdruck. In der Vergangenheit markierten starke Energiepreisanstiege häufig den Beginn neuer Inflationsphasen. Da es sich um einen externen Schock handelt, könnten Notenbanken nur begrenzt gegensteuern.

Hinzu kommt, dass einige Märkte und Sektoren bereits am oberen Ende ihrer historischen Bewertungsbandbreiten notieren. Die Risiken eines länger anhaltenden Nahostkonflikts, höherer Inflation und schwächerer Wachstumsdynamik sind in vielen Bewertungen bislang nur teilweise berücksichtigt.

Private Equity unter Druck

Auch der Private-Equity-Sektor bleibt in diesem Umfeld anfällig. Die Branche zeigt relative Schwäche und wird zusätzlich durch Risiken im Private-Credit-Segment belastet. Gleichzeitig wird es zunehmend schwieriger, erfolgreiche Exits umzusetzen, was die Attraktivität des Segments weiter einschränkt.

DJE/IJ

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