25. März 2022

Gold und Öl: Beruhigung in Sicht?

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Mag. Harald Kolerus GELD-Magazin / Redakteur

Die Invasion in der Ukraine wirbelt die Rohstoffmärkte endgültig durcheinander. Gold- aber vor allem die Erdölpreise stießen vehement nach oben. Es könnte aber relativ bald eine gewisse Beruhigung eintreten.

Vom 24. Februar bis zum 9. März machte der Ölpreis (Brent) einen Satz von 102 auf 130 Dollar pro Fass. Danach gab es eine kurze Korrektur nach unten mit gleich anschließendem Sprung erneut nach oben. Wie geht es jetzt weiter?

Öl: Angebotsschock

Erdöl

Die Volatilität wird entsprechend der schnell wechselnden Nachrichtenlage vom Kriegsgeschehen noch längere Zeit anhalten. Für den noch weiteren Ausblick ist eine Analyse von Union Investment aufschlussreich, sie führt zu folgenden Kernergebnissen: Aus historischer Erfahrung unterscheidet sich die Wirkung von Ölpreisschocks nach Herkunft der Störung. Angebotsschocks dauern kürzer als Nachfrageschocks. „Der Ukraine-Krieg zeigt alle Anzeichen eines Angebotsschocks. Damit stehen die Vorzeichen für ein baldiges Sinken des Ölpreises gut. Daher liegt unsere 12-Monats-Prognose für den Ölpreis bei 75 Dollar je Barrel Brent“, so die Experten. 

Was außerdem preis-reduzierend wirken sollte: Durch US-amerikanisches Schieferöl kommt zusätzliches Angebot auf den Markt. Darüber hinaus sehen wir gerade in den Schwellenländern bereits eine preis-induzierte Nachfragezurückhaltung.

Gold: Enttäuschte Bullen?

Gold

Der Goldpreis ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, nachdem er sich in den 18 Monaten zuvor in einem Konsolidierungsmuster befand. Der massive Ukraine-Schock katapultierte den Goldpreis nun im Handumdrehen über die psychologische Marke von 2000 Dollar. Allerdings nur kurzzeitig. Das Edelmetall fiel schnell wieder auf das „Vorkriegsniveau“ zurück, die Bewegung erinnert an eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation, was nach den Regeln der Charttechnik für weitere Kursverluste spricht.

Fundamental gesehen ist hingegen ein Absturz angesichts des Ukraine-Konflikts unwahrscheinlich. Das Problem bei der Bewertung ist laut einer Analyse von Lynx folgendes:  Gold hat keinen „fairen Wert“, man kann das Edelmetall nicht als teuer oder billig einstufen wie eine Aktie, bei der man Messgrößen wie Umsatz, Gewinn oder Marge des entsprechenden Unternehmens heranziehen könnte. Die Goldeinstufung sei somit reine Kopfsache. Wobei folgendes Ergebnis des LBMA Precious Metals Forecast Survey interessant ist: Die Teilnehmer der Befragung gehen für das heurige Jahr im Mittel von einem Goldpreis von 1973 Dollar pro Feinunze aus. Das würde ungefähr dem aktuellen Niveau entsprechen und „Gold-Bullen“ sicher enttäuschen.

Fotocredit: peterschreiber.media/stock adobe (Öl)

Harald Kolerus 2-e1666618640728
Mag. Harald Kolerus GELD-Magazin / Redakteur

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