19. März 2026

Fed unter Druck

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen, die Entscheidung fiel jedoch nicht einstimmig: Stephen Miran sprach sich für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte aus. Darauf verweist Christian Scherrmann. In der Kommunikation wurde insbesondere die gestiegene Unsicherheit durch die Eskalation im Nahen Osten betont.

Die aktualisierten Projektionen zeigen, dass höhere Ölpreise vor allem die Gesamtinflation treiben, aber auch Auswirkungen auf die Kerninflation haben könnten. Gleichzeitig wird für 2026 ein robusteres Wachstum erwartet. Trotz dieser Kombination aus höherer Inflation und stärkerem Wachstum hält die Fed an der Perspektive von Zinssenkungen im Jahr 2026 fest.

Federal Reserve Building
Fed-Entscheidung – Unsicherheit trifft auf Selbstbewusstsein

Powell bleibt gelassen

In der Pressekonferenz blieb Fed-Chef Jerome Powell bei der klassischen Reaktion auf einen Energieschock. Er betonte, dass die Inflationserwartungen weiterhin gut verankert seien und signalisierte, dass höhere Energiepreise zunächst ignoriert werden könnten.

Der Fokus liegt laut Powell stärker auf zollbedingtem Preisdruck, insbesondere bei der Güterinflation. Zwar dürfte die Inflation kurzfristig steigen, mittelfristig wird jedoch ein Nachlassen der Effekte – insbesondere ab Mitte 2026 – erwartet. Dies bleibt eine zentrale Voraussetzung für mögliche Zinssenkungen.

Geldpolitik Risiko

Die Fed zeigt sich insgesamt zuversichtlich hinsichtlich der Stabilität der Inflationserwartungen. Gleichzeitig bleibt die Kombination aus zollgetriebener Inflation und steigenden Energiepreisen ein Risikofaktor.

Diese Haltung wirkt angesichts historischer Erfahrungen ambitioniert, da die Glaubwürdigkeit der Zentralbank entscheidend für die Verankerung der Erwartungen ist. Vor diesem Hintergrund bleibt die Einschätzung bestehen, dass Zinssenkungen möglich sind – jedoch mit Verzögerung und abhängig von der weiteren Inflationsentwicklung.

DWS/IJ

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