23. Jänner 2026

Euro-Konjunktur: Stabilisierung

Die Unternehmensstimmung im Euro-Raum hat sich im Januar nach dem Rücksetzer im Vormonat stabilisiert. Der Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft verharrte bei 51,5 Punkten. Darauf verweist eine Einschätzung von Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb&Wallwitz
Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz

Mit einem unveränderten Stand von 51,5 Punkten signalisiert der Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft im Euro-Raum eine moderate Dynamik der Konjunktur. Die Zweifel an der erwarteten Belebung der Konjunktur in Europa bleiben bestehen, haben sich jedoch nicht verstärkt – trotz geopolitischer Schlagzeilen und insbesondere der Zolldrohungen der Trump-Administration im Zusammenhang mit der Grönlandkrise.

Die Stimmung bei den Dienstleistern hat sich dagegen weiter eingetrübt. Der Index sank um 0,5 Punkte auf 51,9 Punkte. Gleichzeitig hat sich der Preis- und Kostendruck verstärkt.

Unterschiede zwischen den Ländern

Unter den großen Ländern haben sich die Aussichten der Unternehmen in Frankreich deutlich eingetrübt. Hier dürfte die unsichere Haushaltslage eine Rolle gespielt haben. In Deutschland hat sich die Stimmung in beiden Wirtschaftsbereichen etwas verbessert. Die Aussichten in der Industrie liegen jedoch weiterhin auf skeptischem Niveau.

Aussichten für Anleger

Insgesamt signalisieren die Einkaufsmanagerindizes für Januar, dass die Konjunktur im Euro-Raum holprig ins neue Jahr gestartet ist. Die hohe geo- und handelspolitische Unsicherheit belastet die Stimmung. Vor allem haben sich die Ankündigungen von Reformen und Fiskalimpulsen in Deutschland noch nicht in eine Verbesserung der Aussichten der Unternehmen übersetzt. Zudem steckt die Industrie weiterhin im notwendigen Transformationsprozess. Der Anstieg des Preis- und Kostendrucks dämpft die Hoffnungen auf rasche weitere Zinssenkungen und monetären Rückenwind durch die Europäische Zentralbank.

Zusammen mit den Ereignissen der letzten Tage zeigen die Daten aber auch: Ohne mutige Reformschritte auf nationaler Ebene wie auch auf EU-Ebene bleibt Europa politisch und außenwirtschaftlich zu abhängig und der Binnenkonjunktur fehlt die Kraft für eine dynamische Belebung, erklärt Dr. Johannes Mayr.

Eyb & Wallwitz/IJ

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