8. Oktober 2021

COVID-Welle schwächt Wachstum

Die Wertschöpfung in Österreich wuchs im zweiten Quartal 2021 insbesondere in den krisengeschüttelten Branchen deutlich. Mit der Zunahme des COVID-Infektionsgeschehens seit August 2021 schwächt sich das Wachstum aber wieder ab.

GabrielFelbermayr_Credit_Alexander
„Für 2021 wird die Wachstumsrate auf +4,4% angehoben“, so WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr.

„Die neuerliche COVID-19-Welle wird den Aufholprozess in bestimmten Dienstleistungsbranchen im vierten Quartal abermals dämpfen. Der Konjunkturaufschwung verläuft demnach sektoral heterogen, ist jedoch insgesamt äußerst kräftig“, so das WIFO.

Leere Kinos

Auch der Arbeitsmarkt erholt sich zügig, wird durch die vierte COVID-19-Welle aber vorübergehend einen Rückschlag erleiden. Zugleich wird sich der Preisauftrieb weiter beschleunigen, während die Geldpolitik – der neuen Strategie der EZB entsprechend – expansiv bleibt. „Der Konjunkturaufschwung ist zwar äußerst kräftig, es zeigen sich jedoch deutliche sektorale Unterschiede. Während er im produzierenden Bereich zu Materialengpässen führt, sind viele Kinosäle und Hotels noch fast leer. Die vierte COVID-19-Welle verschärft diese Spreizung zusätzlich“, so der Autor der aktuellen WIFO-Prognose Stefan Schiman.

Gastronomie getroffen

Wie schon nach der ersten Welle im Frühjahr 2020 kam es in Österreich auch im Mai 2021 zu einem kräftigen Rebound der Wirtschaftsleistung, als die Lockdown-Maßnahmen aufgehoben waren. Dieser Rebound, der von den krisengeschüttelten Branchen getragen wurde, dürfte gemäß vorläufigen Daten etwas kräftiger ausgefallen sein als erwartet. Zugleich war die heimische Wirtschaft zu Jahresbeginn 2021 weniger stark eingebrochen als befürchtet. Das WIFO revidiert daher seine Prognose für 2021 nach oben. Allerdings schwächt sich das Wirtschaftswachstum mit der erneuten Zunahme des Infektionsgeschehens seit Mitte August 2021 wieder ab, vor allem in der Gastronomie und Hotellerie.

Gedämpftes Wachstum

Aufgrund des schleppenden Impffortschritts wird die Pandemie auch im kommenden Winterhalbjahr die Konjunktur dämpfen. Ab dem Frühjahr 2022 dürfte sich das Wachstum dann wieder beschleunigen, weshalb die BIP-Prognose für 2022 nur leicht auf +4,8% gesenkt wird. „Für 2021 wird die Wachstumsrate auf +4,4% angehoben“, so WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr.

Der Arbeitsmarkt erholt sich seit Jahresbeginn 2021 zügig. Der Abwärtstrend der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit dürfte in den kommenden Monaten zwar kurzfristig unterbrochen werden; im Vorjahresvergleich wird die Arbeitslosigkeit jedoch in beiden Prognosejahren zurückgehen.

WIFO/HK

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