18. Februar 2021

Corona-Krise: Vertrauen der Unternehmen kehrt zurück

EY Capital Confidence Barometer 2021: Jeder zweite Konzern weltweit erwartet bereits 2021 Erholung von der Pandemie und plant Übernahmen.

Eva-Maria Berchtold, Partner und Leiter der Strategie- und Transaktionsberatung bei EY Österreich
Eva-Maria Berchtold, Partner und Leiter der Strategie- und Transaktionsberatung bei EY Österreich

Großunternehmen rund um den Globus erwarten mehrheitlich, dass sie sich schnell wieder von der Corona-Krise erholen: Fast die Hälfte (46 %) rechnet noch im laufenden Jahr damit, dass die Umsätze das Niveau vor Ausbruch der Pandemie erreichen. Immerhin ein Drittel (33 %) geht davon aus, dass die Erholung spätestens 2022 eintritt.

Rückkehr zur Normalität

Die Profitabilität wird nach Ansicht der Unternehmen etwas langsamer zurückkehren: Für das laufende Jahr erwarten 23 Prozent eine Rückkehr zum Zustand vor Ausbruch der Pandemie. 44 Prozent gehen davon aus, dass dieses Niveau spätestens 2022 erreicht wird. Jedes 20. Unternehmen rechnet nicht vor 2024 mit einer Profitabilität auf Vorkrisenniveau.

Der Übernahmeappetit der Unternehmen sinkt coronabedingt leicht auf 49 Prozent – nach jeweils 56 Prozent in den beiden Vorjahren. Allerdings liegt die Zahl der investitionswilligen Konzerne bereits wieder auf dem Niveau von 2018. Das sind wichtige Ergebnisse des aktuellen „Capital Confidence Barometer“ der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Basis der Studie ist eine Umfrage unter mehr als 2.400 Managern in Großunternehmen weltweit.

„Kurzes Intermezzo“

Eva-Maria Berchtold, Partner und Leiter der Strategie- und Transaktionsberatung bei EY Österreich: „Die wirtschaftlichen Rückschläge bedingt durch die Corona-Pandemie sind aus Sicht von Großkonzernen weltweit nur ein kurzes Intermezzo. Viele öffnen bereits wieder ihre Kasse, um gezielte Übernahmen insbesondere zur Stärkung ihrer Lieferkette und zum Erwerb neuer Technologien und Talente zu tätigen. Angesichts teilweise sinkender Bewertungen von Übernahmekandidaten, vor allem in den von der Pandemie stark getroffenen Sektoren, dürfte es daher zu einem deutlichen Anstieg der M&A-Aktivitäten in den nächsten Monaten kommen.“ Berchtold betont allerdings: „Alle Investitionsplanungen stehen derzeit unter Vorbehalt. Niemand weiß, ob die aktuellen Impfkampagnen so erfolgreich verlaufen, wie wir uns das wünschen und ob die Infektions- und Opferzahlen tatsächlich im Frühjahr sinken. Und nur dann ist eine Rückkehr zu einer Art Normalität möglich.“

Starker Fokus auf Digitalisierung

Weiteres Ergebnis der Studie: Die Erfahrungen mit der Corona-Pandemie haben den Fokus vieler Investitionsentscheidungen deutlich verlagert: 63 Prozent der Unternehmen investieren verstärkt in die digitale Transformation, 57 Prozent in die Kundenbindung. Auch auf der Personaleinsatzplanung (52 %) und einer flexiblen Kostenbasis (50 %) liegt ein starker, durch COVID-19 getriebener Fokus.

Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens: EY/HK