Auf Marktkorrektur vorbereiten
Wie sich Anleger auf eine mögliche Marktkorrektur vorbereiten können, erläutert Arne Tölsner, Head of Client Group Dach bei Capital Group. Trotz grundsätzlich positiver Aussichten für 2026 – gestützt durch lockerere monetäre Bedingungen in den USA, fiskalische Impulse in Europa und Reformen in Asien – bleibt das Umfeld von Unsicherheiten geprägt.
Hohe Bewertungen begrenzen Spielraum
Die meisten Aktienmärkte weltweit haben in den vergangenen drei Jahren starke annualisierte Renditen erzielt, während die Kurs-Gewinn-Verhältnisse deutlich über den Durchschnittswerten der vergangenen zehn Jahre liegen. Der eingepreiste Optimismus lässt entsprechend wenig Raum für Enttäuschungen. Gleichzeitig bleiben unvorhergesehene Entwicklungen – etwa geopolitische Spannungen, politische Fehlentscheidungen oder technologische Umbrüche – ein Risiko.

Rückgänge gehören zum normalen Marktverlauf
Vor diesem Hintergrund erscheint eine Marktkorrektur nicht unwahrscheinlich. Rückgänge sind jedoch ein normaler Bestandteil von Marktzyklen: In den vergangenen 20 Jahren lag der mittlere Rückgang des MSCI ACWI Index innerhalb eines Jahres bei rund 12 Prozent. Trotz dieser Schwankungen blieb die Gesamtrendite langfristig deutlich positiv. Entscheidend ist daher weniger die Korrektur selbst als die Reaktion der Anleger, da falsches Timing Renditen stärker belasten kann als kurzfristige Verluste.
Vorbereitung ist wichtiger als Vorhersage
Ein belastbarer Ansatz konzentriert sich auf Vorbereitung statt Vorhersage. Diversifikation bleibt dabei zentral, sollte jedoch nicht rein passiv erfolgen. Eine breite Streuung über Regionen, Anlagestile und Geschäftsmodelle hinweg kann helfen, Abhängigkeiten von einzelnen Entwicklungen zu reduzieren.
Disziplin bleibt der entscheidende Faktor
In dieser Phase des Zyklus gewinnt Bewertungsdisziplin an Bedeutung. Vermögenswerte, deren Preise bereits hohe Erwartungen widerspiegeln, bieten weniger Schutz, wenn sich die Marktstimmung eintrübt. Eine selektive Titelauswahl kann helfen, Chancen gezielt zu nutzen und Risiken zu begrenzen. Dividenden können in diesem Umfeld eine stabilisierende Rolle spielen, da sie insbesondere in Phasen erhöhter Volatilität an Bedeutung gewinnen. Entscheidend bleibt eine disziplinierte Portfolioaufstellung, die es ermöglicht, auch in unsicheren Marktphasen investiert zu bleiben und flexibel auf Veränderungen zu reagieren.
Capital Group/IJ