13. Oktober 2021

Aktien: Gute Chancen für Anleger

Die Weltwirtschaft befindet sich weiterhin auf einem guten Weg, auch wenn sich das starke globale Wachstum der ersten Jahreshälfte nun etwas normalisiert hat. Das bedeutet weiterhin gute Chancen für Anleger, analysieren die Experten des Bankhaus Spängler.

Markus Dürnberger, Leiter Asset Management im Bankhaus Spängler
Markus Dürnberger, Leiter Asset Management im Bankhaus Spängler: „Das Thema Inflation wird uns also ganz sicher noch weiter begleiten.“

Insgesamt ist die konjunkturelle Entwicklung sowohl in Europa als auch in den USA positiv. Dennoch gibt es einige „Stolpersteine” zu beachten, der größte davon heißt derzeit Inflation.

Inflation beschäftigt Anleger 

„Die von den Notenbanken bisher vertretene These eines nur ‘temporären Anstiegs’ der Inflation steht sicherlich auf dem Prüfstand”, sagt Markus Dürnberger, Leiter Asset Management im Bankhaus Spängler. “Die Teuerung ist längst ganz real für jedermann zu spüren – in Europa liegt die Inflationsrate schon bei 3,2 Prozent, in den USA gar bei 5,2 Prozent. Das Thema Inflation wird uns also sicher noch weiter begleiten. Für zusätzliche Unruhe sorgen die weltweiten Lieferengpässe, welche die Preise zusätzlich unter Druck setzen. All das wird die Märkte in den kommenden Monaten noch stark beschäftigen.”

Realzinsen negativ

Nils Kottke, Vorstandsmitglied im Bankhaus Spängler
Nils Kottke, Vorstandsmitglied im Bankhaus Spängler: „Insgesamt ist die konjunkturelle Entwicklung sowohl in Europa als auch in den USA positiv. Dennoch gibt es einige ‚Stolpersteine‘ zu beachten.“

Die aktuell hohe Inflation, gepaart mit dem seit Jahren anhaltend niedrigen Zinsniveau, erschwert es für Anleger und Vermögensverwalter, Kapital real zu erhalten. Nils Kottke, Vorstandsmitglied im Bankhaus Spängler nennt ein Beispiel: „Für zehnjährige Staatsanleihen in der Eurozone liegen die ‘Realzinsen’ – also die Nominalzinsen abzüglich der Inflationsrate – bereits deutlich unter -1 Prozent, in den USA aufgrund der höheren Inflationszahlen aktuell sogar unter -2 Prozent. Langfristig ist dieser Kaufkraftverlust keine gesunde Entwicklung.”

Aktien: Gute Chancen

Bei Aktien hat nach dem sehr guten ersten Halbjahr des laufenden Jahres im dritten Quartal eine Normalisierung stattgefunden. „Dennoch ist das Gesamtbild sowohl in den USA als auch in Europa gut”, meint Dürnberger. „Die Volatilität wird natürlich etwas größer, das liegt ebenso am Thema Inflation, aber auch an zusätzlichen Stolpersteinen für die weitere Entwicklung.” Neben relativ niedrigen Gewinnerwartungen der Unternehmen – vor allem in den USA – zählen dazu auch die steigende Gefahr möglicher Blackouts sowie das Mega-Trendthema „Deglobalisierung”, das sich aufgrund der Lieferengpässe wohl noch weiter beschleunigen sollte. „Es wird sehr interessant zu beobachten, wie sich die USA, China und Europa in den nächsten Jahren diesbezüglich positionieren werden”, so Dürnberger.

China: Gefahrenpotenzial

In China haben die sich häufenden regulatorischen Eingriffe Pekings in die Kapitalmärkte für große Unsicherheit gesorgt. “Wir glauben, dass dieser Prozess des wachsenden politischen Einflusses auf die Wirtschaft noch nicht abgeschlossen ist. Daher agieren wir derzeit eher vorsichtig, was China-Investments betrifft”, so der Asset Manager des Bankhaus Spängler. Gefahren berge insbesondere auch der Immobilienmarkt (jüngstes Beispiel “Evergrande-Krise”), der rund 20 Prozent zum Wachstum Chinas beiträgt. “Wenn hier der Markt nicht mehr ordentlich wächst, wirkt sich das auf die chinesische, und damit letztendlich auch auf die globale Konjunktur aus.”

Bankhaus Spängler/HK

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