9. Juli 2026

Multi-Asset-Portfolios für volatile Märkte

Volatile Märkte, geopolitische Risiken und wechselnde Zinserwartungen stellen die Portfoliokonstruktion vor neue Herausforderungen. Katie Trowsdale, Head of Public Market Solutions bei Aberdeen Investments, erläutert, warum Multi-Asset-Portfolios gerade in diesem Umfeld ihre Stärken ausspielen und weshalb Resilienz bereits bei der strategischen Portfoliozusammensetzung beginnt.

Wachstum und Stabilität verbinden

Katie Trowsdale
Head of Public Market Solutions bei Aberdeen Investments

Wachstumsorientierte Anlagen bleiben für langfristige Renditen unverzichtbar. Stabiler werden die Ergebnisse jedoch, wenn sie durch defensive und diversifizierende Anlagebausteine ergänzt werden. Im ersten Quartal trug insbesondere die globale Infrastruktur zur Stabilität von Multi-Asset-Portfolios bei. Inflationsgebundene Erträge, essenzielle Dienstleistungen und relativ stabile Cashflows halfen, die Auswirkungen der allgemeinen Marktvolatilität abzufedern.

Reale Vermögenswerte als Stabilisator

Real Assets können dabei eine doppelte Rolle übernehmen: Sie eröffnen Wachstumschancen und bieten gleichzeitig Schutz in einem Umfeld, in dem Inflationsrisiken die Wirksamkeit klassischer Anleihen herausfordern.

Diversifikation über Regionen hinweg

Auch Engagements in den Schwellenländern leisteten einen positiven Beitrag, unterstützt durch eine disziplinierte Titelauswahl sowie den Fokus auf attraktive Bewertungen und Ertragschancen. Trotz ihrer höheren Schwankungsanfälligkeit können sie zusätzliche Renditequellen erschließen und die Diversifikation stärken.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen zudem, dass Diversifikation weit über verschiedene Anlageklassen hinausgeht. Ebenso entscheidend sind eine breite regionale Streuung und unterschiedliche Anlagestile – insbesondere in Marktphasen mit stark auseinanderlaufender Wertentwicklung.

Defensive Strategien gewinnen an Bedeutung

Mit steigenden Korrelationen zwischen risikobehafteten Anlagen rückten defensive Allokationen wieder stärker in den Fokus. Kurzlaufende Anleihen reduzierten die Sensitivität gegenüber steigenden Renditen, während spezialisierte Diversifikationsstrategien Wertverluste in stressigen Aktienmarktphasen abfederten. Ihr größter Nutzen liegt weniger in Höchstrenditen als im Kapitalerhalt und einem gleichmäßigeren Renditeverlauf.

Resilienz durch Portfoliokonstruktion

Resilienz bedeutet nicht, den nächsten Marktabschwung vorherzusagen. Sie entsteht durch eine vorausschauende Portfoliokonstruktion, die Unsicherheit als festen Bestandteil der Kapitalmärkte berücksichtigt. Ein disziplinierter Multi-Asset-Ansatz, der Wachstumschancen mit defensiven Anlagen und unterschiedlichen Renditequellen verbindet, kann Portfolios widerstandsfähiger gegenüber wechselnden Marktbedingungen machen.

Die jüngsten Marktbedingungen zeigen: Widerstandsfähigkeit ist keine Reaktion auf Volatilität – sie sollte von Beginn an Teil der Portfoliokonstruktion sein.

Aberdeen/IJ

Zum Newsletter anmelden

Bestellen Sie kostenfrei und unverbindlich den GELD-Magazin Newsletter, als optimale Ergänzung zur Print-Ausgabe von GELD-Magazin!
Zwei Mal im Monat versenden wir den Newsletter mit Themen rund um den Finanzmarkt und Wirtschaft.

Sie haben sich erfolgreich eingetragen.