GELD-Magazin, Nr. 4/2026

Ausgabe Nr. 4/2026 – GELD-MAGAZIN . 7 Klimawandel. Der Kampf gegen die Erderwärmung muss nicht nur Geld kosten: Kaliforniens Emissionshandel „Cap-and-Invest“ hat seit 2014 rund 36,2 Milliarden Dollar für Klimaprogramme eingenommen. 15,5 Milliarden davon flossen bereits in 122 Programme und über 600.000 Projekte – von Wohnbau über Verkehr bis Klimaresilienz. 76 Prozent der eingesetzten Mittel kommen einkommensschwachen und benachteiligten Gemeinden zugute. Das Cap-and-InvestProgramm, das bis September 2025 unter dem Namen Cap-and-Trade lief, ist Kaliforniens Instrument zur Bepreisung der Treibhausgasemissionen der größten Verursacher im Bundesstaat. „Ein Beispiel dafür, wie ein CO₂-Preis auch als Sozialpolitik funktioniert“, so umweltdialog.de. Die Experten meinen weiter: „Für die internationale ESG-Debatte hat das kalifornische Modell Signalwirkung. In einer Zeit, in der die Trump-Administration Klima-Regulierung auf Bundesebene zurückfährt, dokumentiert Kalifornien, wie ein CO₂-Preis operativ funktionieren kann – inklusive belastbarer Verteilungswirkung.“ Emissionshandel: Goldene Kuh Spannungen. Nach sehr schwachen Julidaten deuten die Einkaufsmanagerindizes in China zumindest für das verarbeitende Gewerbe eine Erholung im August an. Wichtigster Treiber bleibt die Exportnachfrage, während die Konsumentwicklung schwach bleibt. Ein wichtiger Grund für die Zurückhaltung der Verbraucher ist die anhaltende Immobilienkrise. Wobei die Experten der DekaBank analysieren: „Die Situation für die chinesische Wirtschaft könnte sich in den kommenden Monaten noch verschärfen, wenn auch der Export gebremst wird. Die Europäische Union scheint immer klarer gewillt, auf den aus ihrer Sicht unfairen Wettbewerb aus China mit Abwehrmaßnahmen zu reagieren. Beschlüsse hierzu könnten im Oktober gefasst werden.“ Man ist sich in Europa allerdings bewusst, dass China durch die Möglichkeit, den Export von Seltenen Erden zu begrenzen, ein starkes Druckmittel in der Hand hat. Die Maßnahmen der EU dürften sich daher zunächst auf wenige Produktgruppen beschränken. Szenenwechsel: Im Vorfeld des Treffens von Donald Trump und dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping erscheint eine erneute Eskalation im Zollkonflikt zwischen den USA und China unwahrscheinlich, doch im Anschluss an das Treffen nimmt auch hier das Risiko neuer Spannungen zu. China: Neuer Zollkrieg? Europa emanzipiert sich. Seit Ende Juli gewann der Euro gegenüber dem Dollar an Wert – Rückenwind erhielt die europäische Gemeinschaftswährung dabei gleich aus mehreren Richtungen. Zum einen wirkt das schwindende Vertrauen in die US-Währung als sicherer Hafen zugunsten des Euro. Zum anderen verschiebt sich das Zinsgefüge zunehmend zugunsten der Gemeinschaftswährung. Unterstützung liefern dabei auch die jüngsten und überraschend robust ausgefallenen Konjunkturdaten aus Deutschland. Als Stütze für den Euro erwies sich laut den Experten von BNP Paribas Asset Management insbesondere das Ifo-Geschäftsklima, das im August den vierten Monat in Folge und zudem stärker als von Analysten erwartet zulegte. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Einschätzung der aktuellen Lage fielen positiver aus. Damit zeichnet sich für die Eurozone ein Szenario ab, das der EZB wieder etwas mehr Spielraum bei den Zinsen geben könnte: Die robusteren Konjunkturdaten treffen auf eine im Juli leicht gestiegene Inflation. Währungen: Euro könnte zulegen Ölschock & Co. Die weltweiten Daten deuten auf ein Umfeld hin, in dem sich das Wachstum zwar verbessert, aber weiterhin unter den Erwartungen bleibt. Das meint Jan Felix Gloeckner, Senior Investment Specialist, Insight Investment – und er hat auch wenig gute Nachrichten für Konsumenten parat: „Die Inflation liegt weiterhin über dem Zielwert und steigt in einigen Bereichen an. Die Daten zeigen nach wie vor eine deutlichere Übertragung von Energie- und geopolitischen Belastungen, und der kurzfristige Ausblick deutet darauf hin, dass dieser Druck wahrscheinlich anhalten wird, solange der Ölschock besteht.“ Die Auswirkungen dürften in Europa und Asien am stärksten zu spüren sein, wo größere Energieimporteure offenbar stärker einem weiteren Kostendruck ausgesetzt sind. In der Eurozone dürfte die Gesamtinflationsrate 2026 bei 2,7 Prozent liegen; 2027 werden 2,3 Prozent erwartet. Inflation: Weiter hoch Jan Felix Gloeckner, Senior Investment Specialist, Insight Investment

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