FED-Chef Warsh bleibt unverbindlich. In den USA hat sich der Anstieg der Erzeugerpreise, die Hersteller für ihre Waren verlangen, beschleunigt. Sie legten im August im Jahresvergleich um 5,4 Prozent zu. Im Juli hatte die Rate noch bei 4,8 Prozent gelegen. Allerdings ist die Kernrate im Monatsabstand nur um 0,2 Prozent (statt wie erwartet um 0,3 Prozent) gestiegen. Zudem hat sich die Stimmung im US-Dienstleistungssektor im August unerwartet verbessert. Der Einkaufsmanagerindex ISM stieg um 1,3 Punkte auf 55,4 Zähler. Volkswirte hatten mit unveränderten 54,1 Punkten gerechnet. Der ISM-Index bleibt damit klar über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Allerdings zeigen die aktuellen Umsatzzahlen der Einzelhändler, dass der Konsum in den USA langsam, aber sicher unter Druck gerät. Der größte Player Walmart konnte mit seinem Quartalsbericht nicht überzeugen. Trotzdem fiel der Arbeitsmarktbericht Anfang September besser aus als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft stieg die Beschäftigtenzahl um 162.000, Volkswirte hatten nur mit 55.000 zusätzlichen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 55.000 Stellen nach oben revidiert. Allerdings stiegen die Stundenlöhne im Vergleich zum Vormonat wie erwartet um 0,3 Prozent. Damit hat sich der Druck auf die Fed, eine Zinserhöhung vorzunehmen, nicht erhöht. (wr) Nach außen stark, im Inneren schwach. Chinas Exporte haben im August weiter zugelegt. Die Ausfuhren stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat in US-Dollar berechnet um 25 Prozent und damit noch einmal deutlicher als im Juli (23,9 Prozent). Noch funktioniert das wichtigste Standbein von Chinas Wirtschaft, auch dank starker Autoexporte und hoher Nachfrage nach KI-bezogenen Technologie-Komponenten. Wie lange das noch gut geht, sei dahingestellt, denn die Handelspartner werden zunehmend unruhig wegen des hohen Handelsüberschusses der Volksrepublik. Wenigstens der RatingDog-Einkaufsmanagerindex für private Dienstleister ist im August unerwartet stark gestiegen und hat mit 51,4 Punkten die Expansionsschwelle überschritten. Der staatliche Index verharrte jedoch bei 49,0 Punkten, da dieser auf größeren und staatlichen Unternehmen basiert. Auch in der privaten Industrie zeigt sich diese Diskrepanz immer wieder. In diesem Wirtschaftssektor performt der private Bereich seit geraumer Zeit deutlich besser als der staatliche und befindet sich konsequent über der Expansionsschwelle von 50 Punkten, während der Staatssektor ebenso nachhaltig darunter kleben bleibt. Damit gibt es nach wie vor Handlungsdruck für die politische Führung in Peking. Dass der Modehändler Shein ein eher holpriges Börsendebüt ablieferte, hat damit allerdings nichts zu tun. (wr) AKTIEN . Börsen international USA . FED-Zinserhöhung nur eine Frage der Zeit CHINA . Exporte stützen weiterhin die Konjunktur „Old Economy“ stark, KI schwach Der S&P 500-Index konnte seine AugustKursgewinne nicht weiter ausbauen und bewegt sich seit dem Rekordhoch bei knapp 7.600 Punkten in einer leichten Seitwärtsrange. Bei 7.200 Punkten ist er vorerst einmal gut unterstützt. 4.000-Punkte-Marke in Gefahr Der Shanghai A-Shares Index der chinesischen Festlandsbörsen befindet sich seit seinem im Mai erzielten Fünfjahreshoch bei 4.450 Punkten in einer volatilen Seitwärtsbewegung. Die 4.000-Punkte-Marke, im Juli durchbrochen, hat vorerst noch gehalten. S&P 500 SHANGHAI A-SHARES INDEX Credit: Who is Danny/stock.adobe.com 2.800 3.600 3.400 3.800 4.200 4.400 4.000 3.200 3.000 4.600 Indexpunkte in CNY 2021 2023 2024 2022 2025 2026 3.500 4.000 5.000 8.000 7.000 6.500 7.500 6.000 5.500 4.500 Indexpunkte in USD 2021 2022 2023 2024 2025 2026 52 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 4/2026
RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxOTU=