GELD-Magazin, Nr. 4/2026

ROHSTOFFE . Aktuelle Trends SILBER . Ambitionierte Kursziele Silber erlebte Anfang des Jahres einen schlimmen Crash, im weiteren Verlauf ging es volatil noch mehr bergab. Im Juli könnte die Trendwende gelungen sein. Ambitionierte Kursziele gehen von 110 bis sogar 300 Dollar aus. Momentum ist zurück. Zweifellos ist der Silberpreis auch von der Performance des „großen Bruders“ Gold abhängig. Es gibt aber daneben auch Sonderstorys, denn Silber ist ein Anlageinstrument, für Schmuck geeignet, aber vor allem für die Industrie wichtig: Etwas mehr als die Hälfte des geförderten Silbers fließt in letztgenannten Bereich. In einem Kommentar von Swisscanto/ZKB (Anfang September) heißt es: „Wir kaufen Silber dazu, denn wir sehen hier sogar größeres Potenzial als bei Gold. Und die Edelmetall-Spezialisten von Philoro schreiben von einem zurückkehrenden positiven Momentum für Silber: „Mehrere Banken haben ihre Erwartungen für Silber zuletzt deutlich angehoben. UBS sieht 80 Dollar als mögliches Ziel, J.P. Morgan nennt 85 Dollar, BNP Paribas spricht von 100 und die Citigroup prognostiziert 110 Dollar in der zweiten Jahreshälfte.“ Langfristige Modellrechnungen der Bank of America gehen noch weiter: Dort tauchen Szenarien mit Kurszielen von über 300 Dollar auf. Philoro: „Das klingt extrem ambitioniert, zeigt aber, wie stark Silber in bestimmten Marktphasen laufen kann. Denn das Edelmetall hat eine besondere Eigenschaft: Es kann jahrelang kaum beachtet werden – und dann plötzlich sehr schnell an Dynamik gewinnen. Genau deshalb wird der Markt aktuell wieder so aufmerksam beobachtet.“ (mf) Credits: Yasin & Nikolay Zaburdaev & benidama & peterschreiber media/stock.adobe.com ERDÖL . Spielball Nach einer Entspannung befindet sich der Ölpreis seit Anfang Juli wieder in einem volatilen Aufwärtstrend. Die Preisausschläge sind extrem und werden maßgeblich von der unübersichtlichen Lage in Nahost bestimmt. Hin und her. Der Preis für Erdöl wird seit Beginn des Iran-Krieges im heurigen Februar von den Entwicklungen rund um diesen Konflikt maßgeblich beherrscht. Meldungen über eine Lösung lassen den Preis fallen. Dementis (die oft unmittelbar darauf folgen) und die Intensivierung von Kampfhandlungen lassen ihn wieder in die Höhe schießen. Im Mai beispielsweise hielt man bei 113 Dollar pro Barrel; Anfang Juni waren es im Tief 71 Dollar – Ende Juli hingegen schon wieder 100 Dollar! Ein Fest für kurzfristige Trades, könnte man meinen. Aber um hier richtig zu liegen, müsste man schon wissen, wie es am nächsten Tag an der Straße von Hormus weitergeht. Eine unmögliche Aufgabe, beim Casinobesuch hat man ähnliche Chancen. Aus fundamentaler Sicht hat sich das Ölangebot seit dem Tiefpunkt im Mai merklich erholt, auch weil offenbar doch einiges an Öl aus dem Persischen Golf auf den Weltmarkt gelangt. Die Welt konsumiert auch weiterhin gut fünf Prozent weniger Erdöl als vor dem Krieg. Allen voran ersetzen asiatische Länder wie China Öl durch andere Energieträger bzw. schränken ihren Verbrauch ein. Die DekaBank geht davon aus, dass der Ölpreis der Sorte Brent sich bis Jahresende 2026 weitgehend im Bereich von 80 bis 90 Dollar je Fass bewegen wird, bevor er im kommenden Jahr wieder nennenswert nachgeben wird. (mf) Sorte Brent, USD/Barrell 55 100 110 80 90 70 60 120 130 140 2022 2023 2024 2025 2026 2022 2023 2024 2025 2026 in USD/Unze 15 20 30 40 50 60 80 100 120 48 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 4/2026

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