GOLD . Konsolidiert Gold hat die Anlegerschaft heuer außer Atem gehalten: Nach dem Allzeithoch im März ging es schlagartig und kräftig bergab. Erst im Juli wurde die Talfahrt gestoppt, die Ausbildung eines Aufwärtstrends zeichnet sich ab. ERDGAS . Neue Krise? Dutch TTF ist der wichtigste Handelsplatz und Preis-Maßstab für Erdgas in Europa. Die Benchmark hat sich zuletzt ordentlich nach oben bewegt. Hier macht sich auch das Näherrücken der Heizsaison bemerkbar. Speicher sind nicht prall gefüllt. Auffällig stark hat sich zuletzt europäisches Erdgas verteuert, Gründe dafür waren weiterhin ausbleibende Flüssiggaslieferungen aus dem Persischen Golf, das Näherrücken der Heizsaison und die für die Jahreszeit niedrigen Speicherstände. Genauer gesagt: Die europäischen Gasspeicherstände liegen deutlich unter den Vergleichswerten vergangener Jahre. Das wirkt zunächst alarmierend. Schließlich waren die Speicher während der Energiekrise eine der wichtigsten Verteidigungslinien Europas. Doch die Bedeutung niedriger Speicherstände hat sich verändert, führt DWS aus: „Vor Russlands Einmarsch in die Ukraine bezog Europa sein Gas hauptsächlich über feste Lieferverträge und Pipelines. Heute kann Europa dank LNG-Terminals flexibler und ganzjährig Gas beschaffen. Große Vorräte müssen daher nicht mehr Monate im Voraus angelegt werden.“ Doch diese Flexibilität hat ihre Tücken: Auf dem globalen LNG-Markt hängen Versorgung und Preise stärker von der Nachfrage anderer Regionen, gestörten Seewegen, beschädigten Exportanlagen und Wetterbedingungen ab. Der Weltmarkt wird neben den Speichern zur zweiten Versicherung, allerdings mit schwankender Prämie. Fassen wir zusammen: Vor einem kalten Winter müssen wir uns nicht fürchten, eher vor einem teuren. (mf) Langfristig aufwärts. Auf ein Rekordhoch zu Jahresbeginn 2026 folgte eine monatelange Verluststrecke, ehe der Goldpreis im August wieder deutlich zulegte. „Der schwächere Dollar, Sorgen über die Staatsschulden sowie anhaltende Käufe von ETFs und Goldkäufe seitens der Notenbanken gaben dem Preis neuen Auftrieb“, heißt es in einem Bericht des Bankhaus Spängler. Die DekaBank wirft ebenfalls einen Blick auf die Rahmenbedingungen: „Wir erwarten nunmehr für dieses Jahr für die Fed zwei Leitzinserhöhungen, die der Goldnotierung etwas Wind aus den Segeln nehmen dürften. Gleichzeitig hat sich die Investmentnachfrage nach Gold erholt, und auch die Notenbankkäufe bleiben ein wichtiger struktureller Stützungsfaktor. Trotz kurzfristiger Risiken sehen wir daher weiterhin gute Voraussetzungen für eine Fortsetzung der langfristigen Aufwärtsbewegung.“ Strukturell bleiben laut den Experten die Goldkäufe der Notenbanken ein wichtiger Stützpfeiler für die Preisentwicklung des Edelmetalls. Sie dürften auf erhöhtem Niveau verharren, jedoch nicht weiter an Dynamik zulegen, da die globalen Währungsreserven perspektivisch nur noch langsam wachsen oder zeitweise sogar stagnieren sollten. Die Prognose der DekaBank geht von einem Goldpreis von 4.500 Dollar auf Sicht von sechs Monaten aus. (mf) in USD/Unze 1.600 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000 5.500 2022 2023 2024 2025 2026 in EUR/MWh 20 100 80 60 40 150 200 250 300 350 2022 2023 2024 2025 2026 Ausgabe Nr. 4/2026 – GELD-MAGAZIN . 49
RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxOTU=