Ausgabe Nr. 4/2026 – GELD-MAGAZIN . 39 zent aller Teilnehmenden in Deutschland und Österreich als mindestens „eher wichtig“ (59 Prozent sogar als „sehr wichtig“) erachten. Dann folgt schon die vielerorts als überbordend empfundene Bürokratie: An zweiter Stelle wurden nämlich Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen und ESG-Berichtspflichten angegeben. 84 Prozent der Befragten schätzen dieses Thema als mindestens „eher wichtig“ ein, 56 Prozent sogar als „sehr wichtig“. Das passende Zitat dazu aus dem FNG-Bericht: „Mit dem Wunsch nach weniger Aufwand ist allerdings nicht jene überstürzte Art des Bürokratieabbaus gemeint, die einer unreflektierten Abschaffung aller Umwelt- und Sozialgesetze gleichkommt. Sehr häufig äußerten die Befragten sogar ihre Sorgen zu Ambitionsverlust, Rückbau oder Verwässerung der nachhaltigen Regulatorik und ihrer Standards. Eine Vereinfachung ist also keineswegs mit einem Abbau der Gesetze oder der Ambition gleichzusetzen.“ Banken: Schlüsselrolle Fahren wir weiter fort in der FNG-Analyse: Neben der Fondsindustrie bilden Banken einen zentralen Teil der nachhaltigen Finanzinfrastruktur. Durch Kreditvergaben, die Verwaltung ihrer Eigen- und Kundenanlagen sowie die Emission von Anleihen beeinflussen sie maßgeblich, in welche wirtschaftlichen Aktivitäten Finanzströme gelenkt werden. Damit nehmen Banken eine Schlüsselrolle in der Transformation des Finanzsystems ein. Die Analyse der nachhaltigen Kreditvergabe zeigt dabei ein klares Bild: So schließen 100 Prozent der befragten Banken in Österreich und Deutschland Unternehmen mit bekannten Verstößen gegen Menschenrechte oder Arbeitsrechte von nachhaltigen Kreditgeschäften aus. Auch Pornografie und Glücksspiel waren für einen hohen Anteil (94 Prozent) der Befragten „außen vor“. Ausschlusskriterien im Zusammenhang mit Verstößen gegen Umweltgesetze sowie mit Korruption spielen mit einem Anteil von 88 Prozent ebenfalls eine wesentliche Rolle. Sämtliche Waffen und Rüstungsgüter sowie Tabak und Tierversuche werden jeweils mit einem Anteil von 81 Prozent nicht im Portfolio der Banken berücksichtigt, während der Ausschluss von Gentechnik bei 75 Prozent liegt. Die Waffen nieder Abschließend nochmals zur Waffenindustrie: Investitionen in sämtliche Rüstungsgüter werden in Deutschland (62 %) und Österreich (86 %) im Großteil der erfassten nachhaltigen Geldanlagen ausgeschlossen. Ein klarer Trend, auch wenn die Diskussion ob der ethischen Vertretbarkeit von Rüstungs-Investments anhält. Asset-Allokation der erfassten nachhaltigen Geldanlagen in Österreich 2025 Gesundes Portfolio: Der Großteil der Asset-Allokation bei ESG-Investments erfolgt in Aktien, was für die dynamische Komponente sorgt. Die Abrundung erfolgt mit Corporate Bonds und Staatsanleihen als eher konservatives Element. Messen Sie die sozialen und ökologischen Auswirkungen Ihrer vergebenen Kredite? Die Mehrzahl der Befragten in Österreich und Deutschland misst die ESG-Auswirkungen ihrer vergebenen Kredite. Quelle: FNG - Forum Nachhaltige Geldanlagen Unbeliebt: Rüstung Österreichische Investoren zeigen auch weiterhin eine klare Kante gegen Rüstungsinvestments. So werden Streubomben und Anti-Personen-Minen in 97 Prozent und ABC-Waffen in 93 Prozent der erfassten nachhaltigen Geldanlagen ausgeschlossen (noch häufiger als im Jahr zuvor). Der Ausschluss von sämtlichen Waffen ist mit 86 Prozent ebenfalls gestiegen. Diese Werte spiegeln einen hohen Grad an Ambition und Resilienz auf dem österreichischen Markt wider. Denn angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges sowie der geopolitischen Lage steht die Rüstungsindustrie weiterhin im Mittelpunkt gesellschaftlicher und finanzieller Debatten. 41% 18% 41% Ja, wir nutzen standardisierte Methoden. Ja, wir nutzen eigene, intern entwickelte Ansätze. Nein, derzeit messen wir die Auswirkungen nicht. Quelle: FNG - Forum Nachhaltige Geldanlagen Aktien 40% Unternehmensanleihen 28% Staatsanleihen 20% Sonstige 12%
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