GELD-Magazin, Nr. 4/2026

38 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 4/2026 Jedes Jahr ein Highlight für ethischökologisch motivierte Stakeholder: Der „Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen“ analysiert bereits seit 2005 die aktuellen Trends von ESG-Investitionen in Deutschland und Österreich. Die vom FNG (Forum Nachhaltige Geldanlage) erhobenen Daten stellen eine fundierte Momentaufnahme der Branchen dar und ermöglichen ein besseres Verständnis der Marktlage. Welche Neuigkeiten sind heuer zu vermelden? Knapp 140 Milliarden Euro Am diesjährigen Marktbericht haben sich insgesamt 57 Finanzinstitute aus Deutschland und 20 aus Österreich beteiligt, die zu ihrem Umgang mit ESG berichten. Konzentrieren wir uns zunächst auf Österreich: Hier wurden in der Analyse nachhaltige Geldanlagen in Höhe von 139,8 Milliarden Euro erfasst - also ein beachtliches Sümmchen. Eine wichtige Erkenntnis: Auch im diesen Jahr machen Artikel-8-Fonds den Großteil der nachhaltigen Fonds in Österreich aus. Im Bereich der Publikumsfonds ist der Gesamtanteil der vom FNG in dieser Kategorie erfassten Fonds von 94 Prozent auf 97 Prozent gestiegen. Im Bereich der Spezialfonds liegt der Anteil weiterhin bei 100 Prozent. Wie bereits im Vorjahr sind unter den Publikumsfonds keine Produkte nach Artikel-6 klassifiziert, der Anteil an Artikel9-Fonds ist von sechs auf drei Prozent gesunken. Zur Erinnerung: Artikel-8-Fonds (als „hellgrün“ bezeichnet) sollen ESG fördern, was aber nicht bedeutet, dass sie automatisch ausschließlich nachhaltig investieren. Strengeren Kriterien unterliegen hingegen Artikel-9-Fonds, das sind Produkte mit einem direkten, messbaren nachhaltigen Anlageziel. Das Kapital fließt also fast vollständig in nachhaltige Aktivitäten, die einen konkreten positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten. Artikel-6-Fonds weisen hingegen keine expliziten Nachhaltigkeitsziele auf. Somit erweisen sich die „Dunkelgrünen“ auch weiterhin als „Ladenhüter“, viel positiver kann man das schwer ausdrücken. Wobei: Artikel-9-Fonds sind nicht unbedingt wenig beliebt, weil Anleger Nachhaltigkeit ablehnen. Sie sind weniger verbreitet, weil die Anforderungen strenger sind und das Anlageuniversum stärker eingeschränkt ist. Gefordert:Weniger Bürokratie Der Paragraphen-Dschungel rund um verschiedene Fondskategorien führt uns jedenfalls zu einem wichtigen Thema: Bürokratieabbau. Bei der Frage des FNG zu den wichtigsten Treibern für nachhaltige Geldanlagen in den nächsten drei Jahren haben sich zwei Faktoren klar herauskristallisiert. Auf dem ersten Platz steht die Nachfrage von institutionellen Investoren, die knapp 95 ProMÄRKTE & FONDS . FNG-Marktbericht Investieren und Finanzieren „Hat Ihr Unternehmen im Jahr 2025 sein ESG-Produktangebot geändert?“ Mehr als zwei Drittel der Befragten in Österreich und Deutschland nahmen 2025 keine Veränderungen an ihrem ESG-Produktangebot vor. Knapp drei von zehn weiteten ihr Angebot hingegen aus – während lediglich ein Prozent die Produktpalette reduzierte. Nicht nur bei der Veranlagung kommen Ökologie und Ethik ins Spiel – auch bei der Kreditvergabe werden solche Aspekte immer wichtiger. Das beleuchtet eine aktuelle Studie des Forums Nachhaltige Geldanlage. MARIO FRANZIN „Die Integration von Nachhaltigkeitskriterien im Investmentprozess ist unverändert von ökonomischer Relevanz.“ Walter Hatak, stellv. Vorsitzender des FNG, Österreich Quelle: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Nein und ist nicht geplant 53% Nein – aber wir planen, zu ergänzen 16% Ja, reduziert 1% Ja, ergänzt 29% Credit: Walter Hatak: Erste Asset Management /Stephan Huger

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