GELD-Magazin, Nr. 4/2026

Mit Wero will Europa eine eigene Antwort auf die großen digitalen Bezahllösungen etablieren. Die von europäischen Banken getragene Plattform soll grenzüberschreitende Zahlungen einfacher machen und den Nutzern eine europäische Alternative zu Angeboten wie PayPal und Apple Pay bieten. Doch Wero tritt gegen etablierte Anbieter an, die bei Konsumenten und Händlern längst zum Alltag gehören. Nach dem Start in Deutschland, Frankreich und Belgien im Jahr 2024 wird Wero schrittweise auf weitere Länder ausgeweitet. Inzwischen zählt die Plattform nach eigenen Angaben rund 55 Millionen Nutzer. Im Juni 2026 kündigte die European Payments Initiative (EPI) an, dass die Erste Bank Österreich, die Raiffeisen Bank International (RBI) und die Raiffeisen-Landesbanken als Anteilseigner hinzukommen und Wero auch österreichischen Kunden zugänglich machen wollen. EPI bezeichnet Österreich mit rund neun Millionen Einwohnern als strategischen Wachstumsmarkt. RBI-Ex-CEO Johann Strobl sieht darin die Möglichkeit, den Kunden künftig mehr Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr zu bieten. Raiffeisen NÖ-Wien plant auf Anfrage die Integration von Wero ab Anfang 2028. Auch die Erste Bank Österreich will ihr Zahlungsangebot um eine europäische Lösung erweitern. Vorständin Gerda Holzinger-Burgstaller bezeichnet Wero als „überzeugende und sichere Lösung“ und kündigt an, dass die Erste Bank als EPI-Anteilseignerin aktiv an dessen Weiterentwicklung mitwirken werde. Den konkreten Mehrwert sieht die Erste Bank zunächst insbesondere bei Person-to-Person-Zahlungen: Geld soll unkompliziert per Telefonnummer verschickt, Rechnungen geteilt und offene Beträge sofort beglichen werden können. Eine solche breite, bankübergreifende Lösung fehle in Österreich bislang, erklärt die Erste Bank. Die Nachfrage sei bereits spürbar – sowohl bei Konsumenten als auch bei Händlern. Gerade die Entwicklung in Deutschland könnte für Österreich relevant werden. Aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtung und des starken Tourismus aus Deutschland sei zu erwarten, dass Wero auch hierzulande rasch an Bedeutung gewinnen könnte. Welche Rolle Wero langfristig im österreichischen Zahlungsverkehr spielen wird, bleibt allerdings offen. Für die Erste Bank steht zunächst die Wahlfreiheit im Vordergrund: Kunden sollen selbst entscheiden können, wie und womit sie bezahlen – „von Bargeld bis zu innovativen digitalen Lösungen“. Wero versteht sich damit zunächst als Ergänzung bestehender Angebote, verfolgt aber zugleich den Anspruch, eine europäische Alternative zu den großen internationalen Bezahllösungen aufzubauen. BANKING . Wero-Einführung Europas Antwort auf PayPal Mit Wero will Europa beim digitalen Bezahlen unabhängiger werden. Ab 2027 soll die Bezahllösung auch in Österreich starten und gegen etablierte Anbieter antreten. CHRISTIAN SEC Für Wero braucht man keine zusätzliche Karte, sondern ist in der Regel in der BankingApp der teilnehmenden Bank integriert. Credits: beigestellt; RBI © David Sailer; Erste Bank © Marion Payr; Pavelis/stock.adobe.com 18 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 4/2026

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