Weiterer Schadenersatzprozess. Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern sieht sich mit einer neuen Klage vor einem US-Gericht konfrontiert. Diesmal geht es um den Vorwurf gegen die US-Tochter Monsanto, wettbewerbswidrige Praktiken angewendet und so ein Monopol im Bereich gentechnisch veränderten Maissaatguts aufgebaut zu haben. Damit habe Bayer Hunderte Millionen, wenn nicht einige Milliarden Dollar unrechtmäßig eingenommen. Der Kläger fordert eine dreifache Entschädigung. Dazu kommt eine neue Hürde für den milliardenschweren Vergleich mit Glyphosat-Klägern. Wartung & Defense beflügeln. Der Triebwerksbauer fürchtet trotz hoher Kerosinpreise keine Auswirkungen des Iran-Kriegs auf sein Geschäft, da die Airlines neue, effizientere Maschinen einsetzen würden. MTU ist bei sparsameren Antrieben wie dem Getriebefan für die Airbus-Mittelstreckenjets gut im Geschäft. Auch das margenstarke Wartungsgeschäft und der Verteidigungsbereich dürften weiter anziehen. Im ersten Quartal steigerte MTU den Umsatz im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand liegt beim Dreifachen einer Jahresleistung. KI-Lösungen gefragt. Belastungen durch Zölle und wachsender Druck im Industriegeschäft haben dem Siemens-Konzern im ersten Jahresquartal einen Gewinnrückgang eingebrockt. Der Auftragseingang (+11,1 %) und ein Aktienrückkaufprogramm haben die Aktie jedoch gestützt. Der Nettogewinn sank um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Digitalisierungsbereich performte stark, das Segment Mobility schwächelte wegen der Zollbelastungen. Dennoch hob Siemens die Jahresziele in Teilbereichen an. Der Cashflow stieg überraschend deutlich um 71 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. BAYER . Neuer Ärger in den USA MTU AERO ENGINES . Schubumkehr zur Erholung SIEMENS . Erwartungen verfehlt, Aktie stabil Dynamics könnte Daimler Truck eine Reihe weiterer lukrativer Aufträge an Land ziehen. Auch die LKW-Flotte der Bundeswehr könnte sich verdoppeln. Weil Daimler Truck auch in den USA produziert, sind die Schwaben zudem nicht von der Trumpschen Zollpolitik betroffen. Die neue Dachmarke Daimler Truck Defence soll das Militärgeschäft ankurbeln. Die Aktie ist günstig und bietet mit über fünf Prozent auch eine hohe Dividende. Aussichtsreiche Nebenwerte Gesunkene Materialkosten haben Friedrich Vorwerk zu einem Gewinnsprung verholfen. Der kalte Februar bremste zwar das Umsatzwachstum des Pipeline- und Kabel-Anlagenbauers für Erdgas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen, der Umsatz stieg im ersten Quartal dennoch um 4,6 Prozent, das operative Ergebnis verbesserte sich sogar um drei Viertel auf knapp 32 Millionen Euro. Ein Problem liegt jedoch in der Sparpolitik der Bundesregierung. Diese zieht bei Hochspannungsübertragungsprojekten Freileitungen gegenüber der Verlegung von Kabeln unter der Erde vor. Langfristig jedoch profitiert Friedrich Vorwerk von der Energiewende (Dekarbonisierung) und dem damit verbundenen Ausbau der Stromnetze. Vossloh und Deutz mit Comeback Der Bahntechnikkonzern Vossloh ist auf Expansionskurs, so durch die Übernahme der britischen Cordel Group, eines Spezialisten für Lasermessgeräte zur Inspektion von Bahnstrecken. Dank seines dicken Finanzpolsters will sich Vossloh im Bereich Instandhaltung verstärken und das US- wie auch das Chinageschäft ausbauen. Umsatz und EBIT sind zuletzt zweistellig gestiegen und sollen diesen Trend fortsetzen. Auch beim Motorenbauer Deutz zahlt sich der Konzernumbau weiter aus. Im eher schwachen ersten Quartal zog der Konzern deutlich mehr Aufträge an Land, vor allem im Motorenbereich. Schon 2025 wurde das EBIT um 46 Prozent gesteigert, dank Übernahmen und organischem Wachstum soll es auch 2026 und 2027 zweistellige Zuwächse geben. Kurzum: Die Expansion in den Verteidigungssektor beginnt sich auszuzahlen. ISIN DE000BAY0017 Kurs (18.06.2026) 37,15 € KGV 2026 e 15,8 Enterprise Value 68,2 Mio.€ KGV 2027 e 11,9 Umsatz 2026 e 45,5 Mio.€ KGV 2028 e 10,3 Buchw./Aktie 2026 e 28,79 € DIV. 2026 e 0,60 % ISIN DE000A0D9PT0 Kurs (18.06.2026) 341,20 € KGV 2026 e 19,7 Enterprise Value 19,53 Mio.€ KGV 2027 e 17,9 Umsatz 2026 e 9,54 Mio.€ KGV 2028 e 16,0 Buchw./Aktie 2026 e 93,22 € DIV. 2026 e 1,35 % ISIN DE0007236101 Kurs (18.06.2026) 276,80 € KGV 25/26 e 25,8 Enterprise Value 253,0 Mrd. € KGV 26/27 e 22,5 Umsatz 25/26 e 82,9 Mrd. € KGV 27/28 e 20,0 Bw./Aktie 25/26 e 84,13 € DIV. 25/26 e 2,03 % EUR 18 30 25 20 45 60 50 40 35 70 2021 2022 2023 2024 2025 ´26 EUR 150 250 300 350 200 400 2021 2022 2023 2024 2025 ´26 EUR 90 120 140 180 200 250 160 100 300 2021 2022 2023 2024 2025 ´26 Ausgabe Nr. 3/2026 – GELD-MAGAZIN . 67
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