Im Zuge eines hoch volatilen Seitwärtstrends konnte der DAX zeitweise die Marke von 25.000 Punkten überspringen, diese aber nur vorübergehend halten. Immerhin scheint sich bei 24.000 Punkten eine erste, wenn auch schwache Unterstützung herauszubilden. Das Chartbild bleibt positiv, solange das Indexniveau bei rund 22.800 Punkten verteidigt werden kann. Ein neuerlicher Angriff auf das Rekordhoch ist jederzeit möglich, ein Durchbruch aber wenig wahrscheinlich. Aufgrund der fallenden Stimmungsindikatoren war es nicht überraschend, dass es einen Dämpfer für die angeschlagene deutsche Industrie gab: Zuletzt ist der Auftragseingang im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent und damit stärker gesunken als von Experten erwartet. Zudem wurde der Anstieg im März leicht auf ein Plus von 4,5 Prozent um einen halben Prozentpunkt nach unten revidiert. Zwar sind die Exporte im April zum dritten Mal in Folge gestiegen, trotz der Zollunsicherheiten auch in die USA. Mit 12,4 Milliarden Euro war hier der Exportüberschuss im ersten Quartal jedoch um 30,5 Prozent geringer als ein Jahr zuvor. Für das zweite Quartal mehren sich die Warnsignale. Schlecht lief es wie schon seit einiger Zeit in China. Und die schwachen Auftragseingänge und zunehmend angespannten Lieferketten dürften die Exportdynamik bremsen. Außerdem ist ein Sonderfaktor zu berücksichtigen: Die kriegsbedingt gestiegenen Öl-, Gas- und Rohstoffkosten blähen die Ex- und Importpreise auf. Real legten die Ausfuhren kaum zu. Auch die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe kommt nicht vom Fleck, sie lag zuletzt auf dem niedrigsten Stand seit neun Monaten. Und der Einbruch im Ifo-Geschäftsklima lässt keine baldige Erholung erwarten. Investitionen unter Druck Auch die Ausgaben für neue Produktionskapazitäten bleiben unter Druck: So strichen etwa die Pharmariesen Eli Lilly und Boehringer Investitionen in eine neue Produktionsstätte um 50 Prozent auf nur noch 1,2 Milliarden Euro zusammen. Pharmakonzerne müssen mehr in Produktion und Forschung in Amerika investieren, um Strafzöllen zu entgehen. Ähnlich ist es in der Automobil- und Chemieindustrie. Trotz eines Umsatzrückgangs haben die 40 DAX-Konzerne im ersten Quartal insgesamt ihre Gewinne gesteigert. Während die Erlöse um 3,7 Prozent zurückgingen, stiegen die Gewinne vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,4 Prozent. Treiber war die Finanzbranche mit einem Plus von 15,9 Prozent, während Industriewerte nur 0,5 Prozent Gewinnsteigerung berichteten. Fresenius: Absturz übertrieben Fresenius musste wegen Sorgen rund um die Gesundheitsreform (z.B. neue regulatorische Vorgaben für Krankenhäuser), die die Kliniksparte Helios belasten könnte, starke Kursverluste hinnehmen. Diese Bedenken wurden von Analysten aber als übertrieben bezeichnet. Denn Helios sei für das neue Umfeld gut gerüstet, während andere Klinikgruppen Einschnitte hinnehmen und die Anzahl der Betten reduzieren müssten. Dadurch könnte es zu einem Anstieg der Zahl zu versorgender Patienten kommen, was Helios zugute käme. Dies und ein florierendes Geschäft der Pharmasparte Kabi (Start neuer Biotech-Similars) sollte Fresenius Rückenwind verleihen. Positiv ist auch der Einstieg beim Software-Entwickler Avelios Medical zum Aufbau eines cloudbasierten Krankenhaus-IT-Systems zu werten. E.ON: Energienetze laufen gut Die Konzernzahlen des größten deutschen Stromversorgers sahen im ersten Quartal vielversprechend aus. Der Netzausbau von E.ON schreitet voran. Mit 1,4 Milliarden Euro waren jedoch weniger Ausgaben zu verzeichnen als im Vorjahr. Der operative Gewinn stieg um 2,1 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, der bereinigte Überschuss um sieben Hängepartie geht weiter Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten im Nahen Osten und der fallenden Stimmungsindikatoren gelang es deutschen Aktien nach wie vor nicht, aus ihrem Seitwärtstrend auszubrechen. WOLFGANG REGNER Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Die Jahresziele einer stabilen Entwicklung wurden bestätigt. Dazu kommt die Fusion mit dem britischen Versorger Ovo. Bis 2030 soll die Dividende jährlich um fünf Prozent steigen. Daimler Truck: Defensebereich wächst Der Schwerfahrzeugbauer Daimler Truck vertieft seine Kooperation mit dem US-Rüstungskonzern General Dynamics im Bereich landgestützter Kampfsysteme. Bei hoch geländegängigen Logistik-LKW haben die beiden Partner bereits zugeschlagen, hier sollen Neuaufträge für starkes Wachstum sorgen. Viele Staaten investieren gerade im LogistikBereich ihrer Streitkräfte und mit General DAX . Seitwärtstrend 26.000 25.000 17.000 20.000 21.000 22.000 23.000 24.000 18.000 19.000 16.000 2024 2025 ´26 66 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 3/2026 AKTIEN . Deutschland
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